Arbeitskräftemangel im Detailhandel – das sagt die Community dazu

Aktualisiert

Arbeitskräftemangel im Detailhandel «Das kommt davon, wenn Firmen so tiefe Löhne zahlen»

Im Detailhandel gibt es derzeit 13’500 offene Stellen. Die Community wundert sich nicht – und fordert bessere Bedingungen für Branchenangestellte.

von
Gabriela Graber
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Die Rekrutierung von Arbeitskräften ist aktuell die grösste Herausforderung im Schweizer Detailhandel.

Die Rekrutierung von Arbeitskräften ist aktuell die grösste Herausforderung im Schweizer Detailhandel.

20min/Simon Glauser
Alleine bei der Migros Genossenschaft Aare sind über 450 Stellen offen.

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20min/Simon Glauser
Auch Coop sucht Personal, schweizweit gibt es beim Detailisten mehr als 3000 Vakanzen.

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20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Die Zahl der Menschen, die neu in den Detailhandel einsteigt, sinkt laut Credit Suisse.

  • Da es nicht genug Neueintritte gibt, schafft es die Branche nicht, die Abgänge zu kompensieren.

  • Schuld daran seien die Arbeitsbedingungen, finden viele Mitglieder der 20-Minuten-Community.

Die Lage im Detailhandel ist angespannt: Am 15. Dezember gab es laut dem Personaldienstleister x28 insgesamt 13’548 offene Stellen in der Branche. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen war 2022 auf dem tiefsten Wert seit zehn Jahren, bei den offenen Stellen gab es dafür Rekordwerte. Dies hat verschiedene Gründe, wie etwa nicht genügend Lehrstellen, eine grosse Pensionierungswelle oder eine höhere Nachfrage aufgrund von Bevölkerungswachstum.

Leserinnen und Leser diskutieren den Arbeitskräftemangel in der Kommentarspalte. Viele kritisieren die Arbeitsbedingungen der Branche stark.

«Von knapp über 4000 pro Monat kann ich nicht leben»

«Die Löhne sind sehr tief», schreibt tommy903. «Sieben Tage die Woche von sechs bis 22 Uhr für 4200 Franken arbeiten. Wer will das schon?», so sysly. Auch Leser RenePF teilt diese Ansicht: «Das kommt davon, wenn die Firmen so tiefe Löhne zahlen und ihre Angestellten zu viel und zu lange arbeiten lassen.» Und User nei aber au ergänzt: «Auch bei der Wertschätzung hapert es gewaltig!»

Mehrere Userinnen und User erzählen von ihren Erfahrungen in der Branche. Einer von ihnen ist FrediS: «Unser Lohn wurde noch nicht mal um die versprochenen zwei Prozent erhöht. Ich werde demnächst kündigen, denn von knapp über 4000 pro Monat kann ich nicht leben.» Userin Aurorafalter ist gelernte Detailhandelsfrau – und möchte nicht mehr in ihre Branche zurück: «Die Arbeitszeiten sind ein Graus und kaum vereinbar mit einer Familie.»

«Ich bekomme nur Absagen»

«Ich bin über 40 Jahre alt und bekomme nur Absagen: Ich sei zu alt, zu teuer und nicht mehr formbar», so der Detailhandelsmann Erklärer. Zahlreiche Mitglieder der Community schildern ähnliche Probleme – gerade ältere Leserinnen und Leser. «Ich war dreimal Filialleiterin. Als ich nach einer Kinderpause mit 49 wieder ins Arbeitsleben eintreten wollte, kriegte ich nur Absagen», so mischib.

«Die Firmen jammern, aber lehnen viele Bewerberinnen und Bewerber wegen ihres Alter ab. Sorry, aber eure Probleme sind hausgemacht!”» schreibt Leser Renato61. Und User Quiris findet: «Vielleicht solltet ihr einfach mal alle über 50-Jährigen einstellen.»

Hast du schon mal im Detailhandel gearbeitet? 

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