Cassis mit dem russischen Aussenminister: «Das Lächeln hätten Sie sich sparen können, Herr Bundespräsident!»

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Cassis mit dem russischen Aussenminister«Das Lächeln hätten Sie sich sparen können, Herr Bundespräsident!»

Bundesrat Ignazio Cassis traf den russischen Aussenminister Sergei Lawrow während der UNO-Generaldebatte in New York. Das danach veröffentlichte Foto des Treffens stösst im Netz sauer auf.

von
Karin Leuthold
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Sergei Lawrow und Ignazio Cassis schüttelten sich während eines Treffens an der UNO-Generaldebatte die Hände. Auf Social Media lassen User und Userinnen darüber ihren Unmut laut werden.

Sergei Lawrow und Ignazio Cassis schüttelten sich während eines Treffens an der UNO-Generaldebatte die Hände. Auf Social Media lassen User und Userinnen darüber ihren Unmut laut werden.

Twitter/MFA Russia
Am 20. September 2022 sprach der Bundespräsident vor der UNO-Vollversammlung und appellierte an Russland, den Krieg unverzüglich zu beenden.

Am 20. September 2022 sprach der Bundespräsident vor der UNO-Vollversammlung und appellierte an Russland, den Krieg unverzüglich zu beenden.

AFP
«Lassen Sie mich klarstellen, dass diese militärische Aggression gegen die elementarsten Grundsätze der Charta verstösst», sagte Cassis.

«Lassen Sie mich klarstellen, dass diese militärische Aggression gegen die elementarsten Grundsätze der Charta verstösst», sagte Cassis.

REUTERS

Darum gehts

  • Ignazio Cassis und Sergei Lawrow trafen sich im Rahmen der UNO-Generaldebatte in New York.

  • Der Bundespräsident schüttelte dem russischen Aussenminister dabei die Hand.

  • Für diese Geste erntet Cassis nun heftige Kritik.

Zwei Männer, die in die Kamera schauen, und ein Händeschütteln, das für heftige Debatten sorgt: Im Rahmen der UNO-Generaldebatte in New York traf Bundespräsident Ignazio Cassis den russischen Aussenminister Sergei Lawrow. Die beiden Männer posierten dabei für ein gemeinsames Foto, das am Mittwochnachmittag vom russischen Aussenministerium veröffentlicht wurde. 

Auf Social Media stösst das Bild auf viel Unverständnis: «Wow, Sie reden und schütteln Hände mit Kriegsverbrechern, Herr Cassis?», fragt ein User. «Das Lächeln hätten Sie sich sparen können, Herr Bundespräsident!», meint ein anderer.

Eine Nutzerin fragt sich beim Anblick des Fotos wohl, wo die Schweizer Neutralität geblieben sei. «The Swiss?», staunt sie nur. Eine weitere Userin schimpft wiederum: «Schämen Sie sich, Herr Cassis und die Schweiz!»

«Sie sind es absolut nicht wert, die Schweiz zu vertreten!»

Die gehässigen Reaktionen zeigen: Das Foto stellt die Schweiz in kein gutes Licht. «Sie verstecken russisches Vermögen», versucht ein Twitterer in englischer Sprache mit Ironie, die freundliche Geste des EDA-Chefs zu erklären. Ein anderer meint zynisch, Lawrow prüfe mit Cassis gerade nur seinen Kontostand.

Es sind Hunderte von Kommentaren und Schimpftiraden, die vor allem auf Cassis zielen. «Ich hoffe, dieses Foto begleitet Sie für den Rest Ihres Lebens», wünscht eine Person dem Schweizer Bundesrat. «Es hat lange gedauert, bis Ignazio Cassis den Gestank von Blut von seinen Händen waschen konnte», schreibt eine andere. «Sie sind es absolut nicht wert, die Schweiz zu vertreten!», schlussfolgert ein Mann. 

Nach Angaben des EDA forderte Cassis Russland in New York auf, keine «sogenannten Referenden» abzuhalten. Der Bundesrat sei zudem «tief besorgt» über die Gefahr eines möglichen Atomwaffen-Einsatzes, habe er im Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen verlauten lassen.

Am Dienstag sprach der Bundespräsident vor der UNO-Vollversammlung und appellierte an Russland, den Krieg unverzüglich zu beenden. «Lassen Sie mich klarstellen, dass diese militärische Aggression gegen die elementarsten Grundsätze der Charta verstösst», sagte Cassis. 

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Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Beratungsangebot (Deutsch, Ukrainisch, Russisch), von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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