Raketen-Forschung: Das lauteste Soundsystem Europas
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Raketen-ForschungDas lauteste Soundsystem Europas

Um den Lärm einer Rakete beim Start zu simulieren, hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) eine monströse Anlage gebaut, die bis zu 154 Dezibel laut werden kann.

von
lmm
Ein Ingenieur steht vor einem der riesigen Klanghörner.

Ein Ingenieur steht vor einem der riesigen Klanghörner.

Eine normale Unterhaltung oder ein Fernseher auf Zimmerlautstärke haben etwa 60 Dezibel, eine stark befahrene Strasse kommt auf gegen 90 Dezibel, bei Konzerten gilt eine Grenze von 100 Dezibel. Der Knall eines Gewehres kann deutlich lauter sein und 140 Dezibel erreichen. Doch das ist alles nichts gegen den Lärm, den eine Weltraumrakete beim Start macht.

Um derartige Extrembedingungen zu simulieren, hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) das Soundsystem Leaf (Large European Acoustic Facility) entwickelt – nach eigenen Angaben «das leistungsfähigste Soundsystem Europas».

Die Anlage erreicht bis zu 154 Dezibel. Sie wird benutzt, um Satelliten zu beschallen, die später ins All transportiert werden sollen. Die Forscher analysieren so die Schallempfindlichkeit der kostbaren Fracht. Leaf steht im Testcenter der ESA im holländischen Nordwijk.

«Mörderbass»

Das Soundsystem besteht aus einer Garnitur von Klanghörnern, die in eine Wand mit 11 Metern Breite, 16,4 Metern Höhe und 9 Metern Tiefe eingelassen sind. Wird nun Stickstoff durch diese Röhren geschossen, erzeugen sie Lärm von bis zu 154 Dezibel. Dies ist aus sicherheitstechnischen Gründen erst möglich, wenn alle schallsicheren Türen geschlossen sind.

Eine angemessene Distanz ist angebracht, denn «kein Mensch könnte die maximale Lautstärke überleben», wie die ESA schreibt. Oder einfacher, mit den Worten des Blogs Nerdcore, gesagt: «Mörderbass».

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