Aktualisiert

Umfrage zeigtDas Leben auf dem Land schneidet am besten ab

Wer auf dem Land wohnt, möchte dort bleiben und auch die Menschen aus den Agglomerationen wünschen sich vermehrt ein solches Leben. Nur die Städter – die ziehts gar in die Weltmetropolen.

von
V. Weber

Wo lebt es sich am besten – in der Stadt, in der Agglomeration oder auf dem Land? Und wo liegen die Vorteile der jeweiligen Wohngegenden? Um das herauszufinden, lancierten wir eine Umfrage, an der 8346 Personen teilgenommen haben (siehe Infobox). Überfliegt man alle Ergebnisse, zeichnet sich eine deutliche Tendenz ab: Das Leben auf dem Land sahnt die besten Bewertungen ab.

Von den Befragten, die auf dem Land leben, würden lediglich 19 Prozent «vielleicht» oder «auf jeden Fall» in der Stadt leben wollen. Gerade mal zwei Prozent mehr würden gerne in einer Agglomeration wohnen. «Wenn schon weg, dann so richtig», scheint für viele das Motto zu lauten. Denn wenn man das Leben auf dem Land schon aufgibt, dann nur für einen Neuanfang in einer richtigen Grossstadt wie New York, London oder Paris: Ein knappes Viertel der auf dem Land lebenden könnte sich das vorstellen. Doch den konkreten Plan wegzuziehen oder zumindest mit dem Gedanken spielen tun nur die wenigsten – nämlich elf Prozent.

Agglo-Bewohner zieht es aufs Land

Bei den Stadtbewohnern ist der Wunsch nach einer anderen Wohnsituation etwas grösser: 28 Prozent von ihnen würden gerne in der Agglo wohnen, ein Drittel hegt den mehr oder weniger starken Wunsch, auf dem Land zu leben. Noch eher würde es diese Gruppe der Befragten aber in eine richtige Grossstadt ziehen – mehr als die Hälfte von ihnen gab diese Antwort. Der Wunsch nach Veränderung wird teilweise auch in die Tat umgesetzt: Ein Viertel der Stadtbewohner spielt gerade mit dem Gedanken oder plant konkret, aus der Stadt wegzuziehen.

Am wenigsten an ihrem Wohnort zu hängen scheinen die Befragten, die in der Agglo leben. Knapp die Hälfte von ihnen würde gerne auf dem Land leben, 41 Prozent bevorzugen ein Leben in der Stadt. Der Wunsch, in einer Grossstadt zu wohnen, ist mit einem Anteil von 37 Prozent zwar am geringsten, aber immer noch beachtlich. Den konkreten Plan, ihre Wohnsituation zu verändern, hegen aktuell 23 Prozent der Agglo-Bewohner.

In der Agglo hat man von allem etwas

Im weiteren Verlauf wurden die Umfrageteilnehmer nach den Vorzügen der verschiedenen Wohngegenden gefragt: Der am häufigsten genannte Vorteil des urbanen Lebens sind die vielen Ausgangsmöglichkeiten. 56 Prozent aller Befragten wählten diese Antwort. Auf Platz zwei landen mit 38 Prozent die besseren Freizeitmöglichkeiten. Vorteil Nummer eins des Lebens in der Agglomeration ist für 56 Prozent die Tatsache, dass man zwar in der Nähe einer Stadt lebt, dem ganzen Trubel aber entgehen kann. Auf Rang zwei landet mit 46 Prozent die Tatsache, dass man mal schnell raus ins Grüne fahren kann.

Sowohl bei der Frage nach den Vorteilen des Stadtlebens als auch des Lebens in der Agglo antworteten jeweils 22 Prozent: «Meiner Meinung nach gibt es keine Vorteile.» In Bezug auf das Landleben gaben gerade mal vier Prozent diese Antwort. Dafür bekommen fünf Antwortmöglichkeiten die Zustimmung von jeweils mehr als 60 Prozent der Leser: Nämlich die bessere Luft, die besseren Spielmöglichkeiten für Kinder, weniger Stress, mehr Ruhe und die Möglichkeit, mit der Natur in Berührung zu kommen.

Wichtig zu erwähnen ist hierbei die Tatsache, dass die positiven Bewertungen für das Landleben nicht daraus resultieren, dass ein Grossteil der Befragten auf dem Land lebt. Über alle Gruppen hinweg war man sich über die Vorteile der drei Wohngegenden und deren Vorteile relativ einig – alle drei Gruppen sprachen dem Landleben besonders viele Vorteile zu.

Mit Kindern würde man aufs Land ziehen

Auf die Frage, welche Gruppe von Menschen eher gefährdet ist, unter psychischen Problemen wie Depressionen zu leiden, antworteten 56 Prozent: «Menschen in der Stadt». Lediglich vier Prozent tippten dagegen auf die Menschen auf dem Land – die restlichen 40 Prozent antworteten «Beide gleich». Als Hauptgrund dafür, dass eher Stadtmenschen davon betroffen sein können, nannten 82 Prozent den erhöhten Stressfaktor. Zahlreiche Studien weisen ebenfalls darauf hin, dass das Leben in der Stadt die Seele krankmachen kann, wie zeit.de berichtet.

Diejenigen, die der Meinung sind, dass man auf dem Land eher depressiv werden kann, begründeten dies mit der erhöhten Gefahr, zu vereinsamen. Obwohl aktuelle Studien belegen, dass Schweizer Städte jünger werden und Familien das urbane Leben bevorzugen, sehen das die Befragten anders: Zwei Drittel sind der Meinung, dass es sich mit Kindern am besten auf dem Land leben lässt.

Umfragedaten

An der nicht-repräsentativen Umfrage von 20 Minuten haben insgesamt 8246 Personen teilgenommen, davon 3599 Frauen und 4647 Männer. 52 Prozent der Befragten gaben an, auf dem Land zu leben, 25 Prozent wohnen in der Stadt, die restlichen 23 Prozent in der Agglomeration einer Stadt.

Deine Meinung