Bericht des Bundes: Das lief beim Corona-Krisenmanagement schief
Publiziert

Bericht des BundesDas lief beim Corona-Krisenmanagement schief

In der ersten Coronawelle unterliefen dem Bundesrat einige Fehler. Diese lies der Bund jetzt aufarbeiten und hat einen Bericht dazu veröffentlicht.

von
Denis Molnar
1 / 4
Beim Krisenmanagment in der ersten Coronawelle sind Fehler passiert.

Beim Krisenmanagment in der ersten Coronawelle sind Fehler passiert.

REUTERS
Jetzt liegt dazu ein Bericht vor.

Jetzt liegt dazu ein Bericht vor.

REUTERS
Kritisiert wird unter anderem die…

Kritisiert wird unter anderem die…

REUTERS

Darum gehts

  • Nicht alles lief während der ersten Coronawelle rund.

  • Der Bundesrat hat öffentlich nie dazu Stellung bezogen.

  • Jetzt liegt ein Bericht dazu vor.

Ein Bericht, den die Bundeskanzlei erstellen liess, zeigt erstmals auf, was beim Krisenmanagement des Bundesrats schief lief. Im Dokument wurde das Handeln in der ersten Coronawelle von Februar bis August untersucht. Der Bericht wurde am Freitag vom Bundesrat abgesegnet. Der Grundtenor fällt positiv aus, wie das «St. Galler Tagblatt» schreibt. Doch es gibt auch Verbesserungspotential:

1. Ungenügender Informationsfluss

«Der Departementalismus und das Silodenken nahmen im Krisenmanagement der Bundesverwaltung mit zunehmender Dauer der Krise zu.» So sei der Informationsfluss zwischen den Departementen teils ungenügend gewesen, übergeordnete Krisenstäbe wie der des Bundes zu Corona seien zu gross gewesen mit zu unklar definierten Aufgaben und Kompetenzen.

2. Chaotische Datensammlung

«Zu Beginn der Krise lagen den Gremien der Bundesverwaltung die notwendigen, entscheidungsrelevanten Informationen nicht schnell genug vor», ist zu lesen. Einige Daten kamen noch per Fax. «Chaotisch» sei es gar gewesen, an die Daten der Spitäler zu gelangen.

3. Zusammenarbeit mit Kantonen

Wie die Zeitung weiter schreibt, widmet sich ein grosser Teil der Kritik der Zusammenarbeit mit den Kantonen. So habe man diese zu wenig schnell über neue Entscheide informiert, gesteht der Bund ein. Weiter seien Erläuterungen zu den Vorgaben zu wenig genau und teils verwirrend gewesen. Doch der Bund rügt auch die Kantone: Diese müssten sich besser organisieren.

4. Einbezug der Wissenschaft dauerte zu lange

Bis die Wissenschaft miteinbezogen wurde, sei es eher lange gegangen. «Bestehende Konfliktlinien» die bereits vorher vorhanden waren hätten die Zusammenarbeit erschwert. Und: Unter anderem hätten Spitalpersonal wie auch Heime und Ärzte aufmerksamer angehört werden müssen.

5. Ungeordnete Übergabe

Nach der Beendigung der ausserordentlichen Lage im Frühsommer ging die Verantwortung zurück an die Kantone. Diese Übergabe sei zu wenig koordiniert gewesen, schreibt das «St. Galler Tagblatt». So hätte der Bundesrat die Kantone besser unterstützen und führen sollen.

6. Eigene Kommunikation

Im Bericht wird auch die eigene Kommunikation des Bundesamts für Gesundheit, die damals unter Daniel Koch stattfand, kritisch beäugt. Es seien damals auf Medienanfragen Antworten gegeben worden, «die wissenschaftlich nicht haltbar» oder «nicht genügend geklärt» waren. Unklarheiten waren die Folge. Ein viel diskutiertes Thema war und ist beispielsweise die Maskenfrage.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

Deine Meinung