Mediterranisierung: «Das macht Städte viel attraktiver»
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Mediterranisierung«Das macht Städte viel attraktiver»

Der mediterrane Lifestyle birgt Herausforderungen für die Städte. Stadtentwickler Thomas Kessler erklärt die Folgen dieser Entwicklung.

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asc
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Laut Stadtentwickler Thomas Kessler handelt es sich bei der Mediterranisierung um einen Ferienimport aus Italien. Hinzu kämen der grössere Wohlstand und höhere Temperaturen.

Laut Stadtentwickler Thomas Kessler handelt es sich bei der Mediterranisierung um einen Ferienimport aus Italien. Hinzu kämen der grössere Wohlstand und höhere Temperaturen.

Keystone/Walter Bieri
Zu Problemen kann es kommen, weil erst die nötigen Umgangsformen in der Schweiz entstehen müssen. Das werde aber mit der Zeit von selbst geschehen.

Zu Problemen kann es kommen, weil erst die nötigen Umgangsformen in der Schweiz entstehen müssen. Das werde aber mit der Zeit von selbst geschehen.

Keystone/Georgios Kefalas
Die Entwicklung mache die Städte aber auch attraktiver. «Es löse Feriengefühle aus. Die Leute müssen nicht mehr aufs Land fliehen um sich zu erholen, sondern können das auch in der Stadt», erklärt Kessler.

Die Entwicklung mache die Städte aber auch attraktiver. «Es löse Feriengefühle aus. Die Leute müssen nicht mehr aufs Land fliehen um sich zu erholen, sondern können das auch in der Stadt», erklärt Kessler.

HEKS/Sabine Buri

Herr Kessler, wie sollen die Städte mit der Mediterranisierung umgehen?

In Italien ist die Piazza die Stube des Dorfes. Es wird Rücksicht aufeinander genommen und gemeinsam gefeiert. Dieses reife Miteinander muss hier erst noch entwickelt werden. Einzelne wollen schon um acht schlafen, andere grölen dauernd.

Verschiedene Städte wollen Events im Freien absagen und die Zahl der Aussenbestuhlung reduzieren. Ist das richtig?

Wenn es das Ausgehpublikum nicht schafft, wortwörtlich anständig zu feiern, sind leider an einigen Orten solche Massnahmen nötig. Aber die Leute lernen mit der Zeit, mit den neuen Freiräumen umzugehen. Die Mediterranisierung wird selbstverständlich werden. Einzelne Buvetten in Basel werden irgendwann das ganze Jahr offen sein.

Ist das eine gute Entwicklung?

Ja, es macht Städte viel attraktiver. Diese Neuordnung des Raums löst Feriengefühle aus. Das finden nicht nur Touristen toll, sondern auch die Einwohner. Die Leute müssen nicht mehr aufs Land fliehen, um sich zu erholen, sondern können das auch in der Stadt.

Thomas Kessler ist Stadtentwickler und war viele Jahre in Basel-Stadt tätig. Heute berät er verschiedene Städte in Europa bei der Städteplanung.

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