Informelle Gespräche: Das macht Widmer-Schlumpf am ASEM-Gipfel
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Informelle GesprächeDas macht Widmer-Schlumpf am ASEM-Gipfel

Am Montag wurde die Schweiz als neues ASEM-Mitglied aufgenommen. Beim Gipfel in Laos wird vor allem viel und ungezwungen mit anderen Staatschefs diskutiert.

von
pre

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat am ASEM-Gipfel in Laos die Wichtigkeit informeller Foren für das internationale Finanzsystem unterstrichen. Diskussionen an solchen Anlässen seien interaktiv und offen, sagte sie in ihrer Rede am Dienstag in der Hauptstadt Vientiane.

Das «Asia-Europe-Meeting» (ASEM) sei ein ausgezeichnetes Beispiel für ein solches informelles Forum. Internationale Finanzinstitutionen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) oder die Gruppe der 20 grossen Industrie- und Schwellenländer (G-20) hätten manchmal die Tendenz, zu bürokratisch und unflexibel zu sein, sagte Widmer-Schlumpf weiter.

Die Schweiz war am Montag zusammen mit Norwegen und Bangladesch als neues ASEM-Mitglied aufgenommen worden. Der Gipfel ist ein informeller Meinungsaustausch zwischen Staats- und Regierungschefs aus Asien und Europa, der alle zwei Jahre stattfindet.

Viele informelle Gespräche

Die Bundespräsidentin nutzte die erstmalige Teilnahme der Schweiz für mehrere informelle Gespräche. Sie traf den philippinischen Präsidenten Benigno Aquino, Luxemburgs Premier und Eurogruppen-Chef Jean-Claude-Juncker, Italiens Regierungschef Mario Monti, den russischen Premierminister Dmitri Medwedew und Norwegens Premier Jens Stoltenberg.

Widmer-Schlumpf unterhielt sich auch mit dem französischen Präsidenten François Hollande. Sie werde wohl noch in diesem Jahr zu einem Besuch nach Paris reisen, sagte sie nach dem Gespräch der Nachrichtenagentur SDA.

Burkhalter unterzeichnet Vereinbarung

Vor ihrer Abreise stattete Widmer-Schlumpf zusammen mit Aussenminister Didier Burkhalter dem laotischen Präsidenten Choummaly Sayasone einen Höflichkeitsbesuch ab. Burkhalter unterzeichnete anschliessend mit seinem laotischen Amtskollegen Thongloun Sisoulith eine Vereinbarung, die den Rahmen der bilateralen Beziehungen präzisiert.

In seiner Rede vor der Vollversammlung sprach sich Burkhalter für eine Zusammenarbeit in der Wissenschaft und in der Bildung aus. Er sprach von einer «Brücke zwischen den Kulturen», welche die Gesellschaften näher bringe. Die Schweiz habe in diesen Bereichen ausgezeichnete Kompetenzen und sei auch bereit, diese zu teilen.

Am Rande des Gipfels führte auch Burkhalter bilaterale Gespräche, unter anderen mit seinen Amtskollegen aus Deutschland und Singapur. Burkhalter wird am Mittwoch nach Indonesien weiterreisen, um am fünften Bali-Demokratieforum teilzunehmen. Seine Asien-Reise beendet der Aussenminister in Thailand, wo er die regionale Botschafterkonferenz eröffnen wird. (pre/sda)

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