Nano-Food: Das Mikroskop wird zum Küchengerät

Aktualisiert

Nano-FoodDas Mikroskop wird zum Küchengerät

Salatsauce, die nicht scheidet,
und Schokolade, die nicht schmilzt. Nano-Food soll unsere Ernährung revolutionieren. 20 Minuten erklärt, wie das gehen soll.

von
Lena Berger

Was ist Nano?

Die Nano-Welt ist vor allem eines: unvorstellbar klein. Ein menschliches Haar müsste etwa 50 000-mal gespalten werden – dann hätte es den Durchmesser eines Nanometers erreicht. Seit kurzem verfügen Forscher über neue Verfahren, um die winzigen Stoff­partikel künstlich herzustellen.

Was ändert sich durch die neue Technologie?

«Kleinstpartikel verhalten sich anders als grössere Teilchen», erklärt Biologe Adrian Rüegsegger. Denn: Je kleiner ein Teilchen ist, desto grösser wird die Oberfläche, die mit der Umgebung reagieren kann. So kann sich Öl mit Wasser vermischen und wasser­unlösliche Vitamine können gelöst werden.

Der grösste Vorteil?

Man könnte Grundnahrungsmittel mit Vitaminen, Folsäure oder Eisen anreichern, um die Mangelernährung in der dritten Welt zu bekämpfen.

Welche Gefahren sind damit verbunden?

Es besteht die Gefahr der Überdosierung, Stressreaktion der Zellen sowie Tumorbildung. «Unerwünschte Nebenwirkungen müssen unbedingt sauber abgeklärt werden, bevor Nanoteilchen in Lebensmittel gelangen», betont Adrian Rüegsegger.

Wird Nano-Technologie heute bereits angewendet?

Es gibt Pet-Flaschen mit Nanobeschichtung. Susanne Brenner erklärt den Vorteil: «Bei der Herstellung werden massiv weniger Treib­hausgase ausgestossen als bei der Aluminiumdose.»

Susanne Brenner und Adrian Rüegsegger arbeiten am Zentrum für Technologiefolgen-­Abschätzung (TA-Swiss).

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