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Frierende Schüler«Das Mitschreiben ist schwierig mit Handschuhen»

Schülern einer Berufsschule in Muttenz schneit es aufs Pult. Denn die Schule setzt das vom Kanton Basel-Landschaft erlassene Schutzkonzept rigoros durch.

von
Oliver Braams
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In der Berufsschule Muttenz frieren die Schüler, weil regelmässig gelüftet wird.

In der Berufsschule Muttenz frieren die Schüler, weil regelmässig gelüftet wird.

20min-Community
«Vergangene Woche schneite es bei einem Mitschüler sogar auf den Pult», sagt ein Schüler zu 20 Minuten.

«Vergangene Woche schneite es bei einem Mitschüler sogar auf den Pult», sagt ein Schüler zu 20 Minuten.

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Die Lehrerin warnte die Schüler noch am Vorabend, dass es «ungemütlich kalt» werden würde. Die Schüler sollten Mützen, Handschuhe und Decken mitbringen.

Die Lehrerin warnte die Schüler noch am Vorabend, dass es «ungemütlich kalt» werden würde. Die Schüler sollten Mützen, Handschuhe und Decken mitbringen.

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Darum gehts

  • In der Berufsschule Muttenz BL frieren die Schüler, weil konsequent gelüftet wird.

  • Vergangene Woche schneite es Schülern buchstäblich aufs Pult.

  • Der Rektor zeigt Verständnis für die Situation der Schüler.

  • Die zuständige Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion nahm bis Redaktionschluss keine Stellung auf Anfragen von 20 Minuten.

Schüler der Berufsschule BBZ-BL in Muttenz BL müssen derzeit während des Unterrichts schlottern, denn die Lehrkräfte lüften auch bei Minustemperaturen. «Es muss gelüftet werden, egal welche Temperaturen draussen sind», sagt ein Leser gegenüber 20 Minuten. «Aber es ist schwierig, mit Handschuhen mitzuschreiben.»

Denn die Lehrerin ziehe das mit dem Lüften voll durch. «Als klar war, dass es kalt sein wird im Klassenzimmer, schrieb sie uns am Vorabend eine Mail, wir sollten uns warm anziehen und Handschuhe und Mützen mitbringen», sagt er. «Und für Gfrörlis fügte sie noch an, dass sie eine Wolldecke brauchen werden.»

Der Informatikschüler versteht nicht, dass die Schule an Präsenzunterricht festhält. «Wir sind 22 Leute und müssen versuchen, die Abstände einzuhalten», so der 25-Jährige. «Aber die Fensterplätze zum Beispiel, die sind derzeit nicht so beliebt bei den Schülern», wie er sagt. Denn: «Vergangene Woche schneite es bei einem Mitschüler sogar aufs Pult.»

Schutzkonzept in der Hoheit der Bildungsdirektion

Der Rektor der betroffenen Schule, Dominique Tellenbach, hat Verständnis für die Situation der Berufsschüler. Er sagt auf Anfrage von 20 Minuten, die Schule habe aber die Aufgabe, Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu vermeiden. «Das Schutzkonzept wurde vom Kanton erlassen», so Tellenbach. «Und dazu gehört auch das Lüften», so Tellenbach.

Etwaige Alternativ-Konzepte wie Fernunterricht oder Halbklassen zu organisieren, liege aber in der Hoheit der Bildungsdirektion des Kantons Basel-Landschaft. Die entsprechende Stelle nahm auf Anfragen von 20 Minuten bis Redaktionsschluss keine Stellung. Bereits am Mittwoch könnten laut dem Rektor die kantonalen Massnahmen ohnehin veraltet sein, falls der Bundesrat landesweite Massnahmen beschliesse.

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