Ottenbach ZH: «Sein ganzes Gesicht ist zerschnitten»
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Ottenbach ZH«Sein ganzes Gesicht ist zerschnitten»

Bei einem Unfall mit einem Modellflugzeug ist ein 23-jähriger Mann schwer verletzt worden. Ein Augenzeuge berichtet.

von
Daniel Krähenbühl
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In Ottenbach kam es am Mittwoch zu einem schweren Unfall.

In Ottenbach kam es am Mittwoch zu einem schweren Unfall.

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Ein Modellflieger traf am Montag einen Arbeiter.

Ein Modellflieger traf am Montag einen Arbeiter.

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Dieser erlitt schwere Gesichtsverletzungen.

Dieser erlitt schwere Gesichtsverletzungen.

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Gestern Abend kam es in Ottenbach ZH zu einem folgenschweren Unfall: Ein Modellflugzeug kollidierte aus zurzeit noch nicht bekannten Gründen mit einem 23-jährigen Mann, der in knapp 200 Meter Entfernung vom Piloten auf dem Dach eines Zirkuswagens arbeitete. Dabei erlitt der Arbeiter schwerste Gesichtsverletzungen.

Der gelernte Metallbauer und Tiny-House-Experte Bernd Weichert war mit Gina Wyser, Präsidentin des Jugendvereins «7-up» und dem 23-Jährigen zur Unfallzeit dabei, einen Zirkuswagen zum Jugendtreff umzubauen. Weichert: «Der Kollege sass oben auf dem Dach, um Wellenbleche zu montieren.» Plötzlich habe es geknallt, und der Mitarbeiter habe laut aufgeschrien. «Das Modellflugzeug hat ihn ohne Vorwarnung mitten ins Gesicht getroffen.»

«Er wird Narben haben, das ist sicher»

Wie Weichert sagt, haben er und eine Kollegin den verletzten Kollegen vom Dach geholt und behelfsmässig verarztet. Trotz grossem Blutverlust sei dieser zum Glück aber nicht ohnmächtig geworden. «Wenige Minuten später kam die Ambulanz und dann auch der Rega-Helikopter, der ihn ins Unispital Zürich gebracht hat.» Laut seinen Informationen wurde der Mitarbeiter gestern Abend operiert – auch von plastischen Chirurgen. Jedoch spricht er von «kriegsähnlichen Verletzungen»: «Das ganze Gesicht ist zerschnitten. Er wird Narben haben, das ist sicher.» Ein Schnitt sei durch das ganze Gesicht gegangen. Trotzdem habe er Glück im Unglück gehabt und sei mit dem Leben davongekommen.

Nach dem Unfall sei auch der Pilot zur Unfallstelle gekommen, so Weichert: «Er war vom Unfall sichtlich betroffen.» In der Zwischenzeit sei er auch bereits zum Verletzten ins Spital gefahren, um nach ihm zu sehen.

Flüge über bewohntes Gebiet verboten

Zwischen 70 und 80 Mitglieder hat die Modellfluggruppe Affoltern am Albis, sagt Flugplatzchef Sebastian Grässli. Bis zu vier Personen könnten sich gleichzeitig auf dem Platz aufhalten und fliegen. «Wir fliegen alle auf Sicht.» Die optimale Flugdistanz sei je nach Modell des Flugzeugs unterschiedlich. 200 Meter Abstand von Pilot und Flugzeug liege jedoch im «normalen Distanzrahmen».

Grässli: «Flüge über bewohntes Gebiet sind aber gemäss Vereinsreglement verboten – beim Flugplatz aber auch fast nicht möglich, da rundherum überall Felder oder Wälder sind.» Wieso das Flugzeug mit dem Mann kollidierte, sei schwierig zu sagen, so Grässli. Die Unfallursache werde von der Polizei jetzt aber abgeklärt.

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