GP von Italien: Das Monster, das auch Valentino Rossi verschlingt
Aktualisiert

GP von ItalienDas Monster, das auch Valentino Rossi verschlingt

Valentino Rossi (32) kann die Ducati auch auf seiner Lieblingstrecke Mugello nicht zähmen: 12. Platz im Abschlusstraining, nur viertbester Ducati-Pilot.

von
Klaus Zaugg
Mugello
Valentino Rossi hat Mühe, die Ducati zu zähmen.

Valentino Rossi hat Mühe, die Ducati zu zähmen.

Cheftechniker Jeremy Burgess ist wegen der Erkrankung seiner Frau vorübergehend nach Australien heimgekehrt. Junge Ingenieure sind aus dem Ducati-Werk herbeigeeilt, um Valentino Rossis Maschine in Mugello zu präparieren. Das Resultat ist ernüchternd (12./4. Startreihe) – und hinter Nicky Hayden (9.), Hector Barbera (10.) und Karel Abraham (11.) nur der viertbeste Ducati-Chauffeur. Bereits wird spekuliert, ob das Team Rossi/Burgess auseinanderbricht. Seit seinem Aufstieg in die Königsklasse (2000) arbeitet Rossi mit dem Australier zusammen, der als Cheftechniker bereits die Weltmeister Wayne Gardner und Mick Doohan betreut hatte.

Es zeichnet sich ab: Das rote Monster verschlingt auch Rossi und Burgess. 2008 haben die Ducati-Ingenieure dieses 800er-Bike auf die Räder gestellt, das bis heute nur ein einziger Pilot zu zähmen vermochte. Casey Stoner, jetzt WM-Leader auf Honda. Nur er hat mit diesem Bike Rennen gewonnen.

Gescheitert sind alle anderen. Unter anderem Randy De Puniet, Mika Kallio, Marco Melandri, Nicky Hayden, Sete Gibernau. Zuletzt hat sich Loris Capirossi bei einem Sturz in Assen so schwer verletzt, dass er vor dem Ende seiner langen Karriere steht.

Die Tücken der Ducati

Warum ist die Ducati so schwer zu bändigen? Zwei Gründe werden aufgeführt. Die Besonderheit des Fahrwerkes mit dem Motor als tragender Bestandteil wie im Automobilrennsport und zu viel elektronischer Schnickschnack. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Nächste Saison wird in der Königsklasse der Hubraum von jetzt 800 auf 1000 Kubik erhöht. Rossi setzt hier in Mugello zum zweiten Mal nach Assen schon das nächstjährige Bike ein, noch bestückt mit einem 800er Triebwerk. Es funktioniert nicht.

Carlo Pernat, Italiens Töffmanager-Legende und geborener Polemiker, hat gegenüber 20 Minuten Online seine ganz besondere Erklärung. «Die Ducati ist eine Maschine, die nur jemand beherrschen kann, der es versteht, sein Gehirn auszuschalten.» Will das heissen, dass Casey Stoner, diplomatisch ausgedrückt, kein kluger Mann ist und deshalb mit der Ducati gewinnen konnte? «Ja, so ist es.» Und wie kommt er zu diesem Urteil? «Stoner könnte reihenweise Frauen haben. Aber er hat mit 21 schon geheiratet. Der Mann ist nicht normal.»

P.S. Casey Stoner hat in Mugello vor Ben Spiess und Marco Simoncelli beim Qualifying die Bestzeit herausgefahren.

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