Aktualisiert 11.01.2010 13:32

Post-Turbulenzen

«Das muss gar nicht untersucht werden»

Lange schwieg er, jetzt ergreift er das Wort: In einer ersten Stellungnahme zu den Wirren im Post-Verwaltungsrat zeigt sich Bundesrat Moritz Leuenberger erstaunt über die Vorwürfe aus dem Parlament – und wehrt sich gegen die Anschuldigung, die Wahl des VR-Präsidenten Béglés sei ein Fehler gewesen.

von
mlu
Postminister Moritz Leuenberger sieht keinen Grund für eine Untersuchung.

Postminister Moritz Leuenberger sieht keinen Grund für eine Untersuchung.

Moritz Leuenberger steht unter Druck: Die Turbulenzen um den Post-VR-Präsidenten Claude Béglé halten an. Am Montagnachmittag muss Leuenberger vor der Fernmeldekommission des Ständerates antraben. Kurz vorher hat Leuenberger sein Schweigen gebrochen: Es treffe nicht zu, dass die Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung der vielen Abgänge wegen Verwaltungsratspräsident Claude Béglé befangen sei, so Leuenberger gegenüber «Radio24». Verschiedene Politiker hatten kritisiert, dass Leuenbergers Generalsekretär Hans Werder und der Chef der eidgenössischen Finanzverwaltung, Peter Siegenthaler, bereits bei der Anstellung von Béglé involviert waren.

Es wundere ihn schon, wie Gerüchte und Unwahrheiten zur Grundlage von Anschuldigungen genommen werden. Werder und Siggenthaler seien eingesetzt, um die künftige Generalversammlung der Post vorzubereiten. Sie sollen definieren, wie künftig der Verwaltungsrat zusammengestellt werde – und nichts anderes. Es sei nie die Rede davon gewesen, dass die beiden die Wahl Béglés untersuchen müssten. Die Wahl Béglés habe der Bundesrat vorgenommen. Diese Wahl und das Auswahlverfahren sei absolut korrekt gewesen: «Das muss gar nicht untersucht werden.»

Leuenberger spricht Klartext: «Es wird von ehemaligen Verwaltungsräten und ehemaligen Vorgesetzten von Claude Béglé ein Spiel hintenrum geführt, welches der Post schadet», sagte Leuenberger weiter. Die Post brauche jetzt Ruhe, man müsse jetzt nach vorne schauen. Béglé habe die Voraussetzungen für die Wahl erfüllt. Er sei nicht irrtümlicherweise gewählt worden.

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