01.07.2020 03:00

Wandern

Das musst du beachten, um nicht von einem Rind angegriffen zu werden

Wer sich im Weidegebiet bewegt, wird früher oder später auf Rindviehherden treffen. Damit nichts passiert, gilt es, einige Regeln zu beachten. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft zeigt auf, welche.

von
Jil Rietmann
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Wer diesen Sommer auf Wandertour geht, muss damit rechnen, an einer Rindviehherde vorbeizukommen.

Wer diesen Sommer auf Wandertour geht, muss damit rechnen, an einer Rindviehherde vorbeizukommen.

KEYSTONE
Die richtige Verhaltensweise gegenüber Rindern trägt dazu bei, Zwischenfälle zu vermeiden.

Die richtige Verhaltensweise gegenüber Rindern trägt dazu bei, Zwischenfälle zu vermeiden.

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Deshalb gibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft Tipps, wie man sich in dieser Situation verhalten soll.

Deshalb gibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft Tipps, wie man sich in dieser Situation verhalten soll.

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Darum gehts

  • Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft gibt Tipps, wie man sich beim Aufeinandertreffen mit einer Rindviehherde verhalten soll.
  • Distanz halten sei sehr wichtig.
  • Die Kälber der Herde sollte man auf keinen Fall berühren.
  • Wenn man mit einem Hund unterwegs ist, sollte der unbedingt an der Leine geführt werden.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Aufgrund der Corona-Situation zeichnet sich diesen Sommer eine Zunahme der Gästezahl im Weidegebiet durch Wanderer, Biker, Spaziergänger und weitere Erholungsuchende ab. Tierhalter stellten bereits jetzt fest, dass unter anderem vermehrt Personen unterwegs seien, die sich gegenüber der Bewirtschaftung eher rücksichtslos verhielten, Hinweise ignorierten und wenig Verständnis aufbrächten, schrieb die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft kürzlich in einer Medienmitteilung. Zudem müsse auch damit gerechnet werden, dass vermehrt unerfahrene Personen im Weidegebiet unterwegs sein werden. Damit steige auch die Wahrscheinlichkeit für Zwischenfälle zwischen Menschen und Rindern.

Rinder seien grundsätzlich friedliche Tiere mit ausgesprochenem Familiensinn. Fühlen sich die Tiere bedroht und sehen insbesondere ihre Jungtiere in Gefahr, wird die Herde gemeinsam verteidigt. Kommen Menschen – vor allem in Hundebegleitung – der Herde zu nahe, kann dies als Bedrohung wahrgenommen werden und die entsprechenden Reaktionen auslösen.

Drei Regeln für mehr Sicherheit

1. Distanz halten

Rinder haben wie Menschen eine Individualzone bzw. eine Sicherheitsdistanz. Wird diese unterschritten und fühlt sich das Tier dadurch bedroht, kann dies Verteidigungsreaktionen auslösen. Generell kann gesagt werden, dass sich der Mensch innerhalb der Individualzone des Rindes befindet, wenn es seine aktuellen Tätigkeiten wie Fressen, Wiederkäuen oder Ruhen unterbricht und den Menschen plötzlich sehr aufmerksam beobachtet. Wird die Sicherheitsdistanz weiter unterschritten, können auch Warnreaktionen wie Schnauben, Kopfschütteln oder Scharren hinzukommen, bevor die eigentliche Verteidigungsreaktion ausgelöst wird. Generell gilt es also, ausserhalb der Sicherheitsdistanz zu bleiben, einen grossen Bogen um die Herde zu machen und den Tieren so zu vermitteln: «Alles gut ich bin keine Gefahr!»

2. Kälber nicht berühren

Eltern werden sofort reagieren, wenn ein unbekannter Mensch einfach das Kind im Kinderwagen oder auf dem Spielplatz anfasst. Genauso heftig wird auch eine Kuhmutter reagieren, wenn fremde Menschen auf ihr Kalb zugehen. Daher gilt: Um Kälber einen grossen Bogen machen und nicht zwischen Kühen und Kälbern hindurchgehen. Generell sollten auch erwachsene Tiere nicht berührt und nicht gefüttert werden. Allein durch Schlenkern des Kopfes, um eine Fliege zu vertreiben, kann ein Rind im ungünstigsten Fall einen Menschen heftig verletzten.

3. Hunde an der Leine führen

Hunde werden – unabhängig ihrer Rasse – durch ihr Aussehen und ihr Bewegungsmuster von Rindern als potenzielles Raubtier eingeschätzt. Der Begleithund muss daher möglichst unauffällig, ruhig und in grosser Distanz an der Rinderherde vorbeigeführt werden. Auf das Badenlassen in Tränken o.ä. ist zu verzichten. Keinesfalls darf der Hund im Bereich der Herde rennen gelassen werden – denn auch wenn dies vielleicht beim eigenen Hund noch gut ausgeht, kann sich das dadurch aufgebaute Verteidigungsverhalten gegen die nächste Person mit oder ohne Begleithund richten. Im Zweifelsfall wird geraten, umzukehren und in Hundebegleitung eine alternative Route zu wählen. Besonders in Gebieten mit Grossraubtiervorkommen kann es sein, dass Rinderherden massiv stärker auf Hundebegleitung reagieren.

Verhalten im Notfall

Das Risiko eines Zwischenfalls ist klein, wenn die drei obigen Regeln korrekt umgesetzt werden. Wenn es doch zu einer Notsituation komme, sei es wichtig, der Herde möglichst rasch, jedoch ohne zu rennen, und ruhig Platz zu machen, sich aus deren Sicherheitsdistanz zurückzuziehen und bei Bedarf hinter einem Zaun oder Ähnlichem Schutz zu suchen. In unebenem Gelände empfiehlt es sich, hangaufwärts zu flüchten. Ein zu Boden geworfener Gegenstand wie eine Jacke kann die Aufmerksamkeit der Tiere kurzfristig von der Person ablenken und damit wertvolle Sekunden zur Rettung verschaffen. In Hundebegleitung richtet sich das Verteidigungsverhalten der Herde in erster Linie immer auf den Hund. Er sollte daher im Notfall sofort von der Leine gelassen werden, damit er flüchten kann, während man sich selbst zurückzieht und Schutz sucht.

Leider komme es in diesen Situationen jedoch oft dazu, dass der verängstigte Hund Schutz bei seinem Menschen suche und damit die aufgebrachte Herde zurückbringe. Keinesfalls darf der Hund in einer solchen Situation auf den Arm genommen werden – im Notfall gilt es immer, den Hund möglichst von sich fernzuhalten.

Lehrpfad Rindvieh

Um der Bevölkerung das Leben und Verhalten der Rinder näherzubringen und auf das richtige Verhalten als Gast im Weidegebiet aufmerksam zu machen, hat die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) den Lehrpfad «Rindvieh – mehr als nur Muh!» mit 15 informativen Stationen gestaltet. Die Inhalte des Lehrpfades können auch online angeschaut werden.

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11 Kommentare
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Alpverantwortlicher

01.07.2020, 06:49

Verhaltensregel unbedingt einhalten. Da wegen vermehrter wolfspresenz das Abwehrverhalten der Tiere viel Ausgeprägter geworden ist. Schreibe aus eigener Erfarung.

Ines

01.07.2020, 06:34

Was zu tun, bitte, wenn mehrere Kühe den einzigen Pfad blockieren und nicht weg gehen, und es gibt kein Barrier rund um den Kühen?

Seppderdepp

01.07.2020, 05:56

Die grösste Gefahr von einem Rindvieh überrollt zu werden ist in Bern. Da laufen sie frei rum, ganz speziell auf dem bundesplatz