Fotografieren, Melden, Vernichten - Das musst du tun, wenn du einen Japankäfer im Garten entdeckst
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Fotografieren, Melden, VernichtenDas musst du tun, wenn du einen Japankäfer im Garten entdeckst

Der Japankäfer breitet sich in der Schweiz aus. Nachdem im Sommer 2020 die ersten Exemplare im Tessin nachgewiesen werden konnten, wurde nun auch in Basel einer der zerstörerischen Käfer eingefangen.

von
Alexia Mohanadas
Seline Bietenhard
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Naturschützer sind alarmiert: Der Japankäfer ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. 

Naturschützer sind alarmiert: Der Japankäfer ist in der Schweiz auf dem Vormarsch.

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2020 tauchte der über Italien eingewanderte Schädling zum ersten Mal in der Schweiz im Südtessin auf. 

2020 tauchte der über Italien eingewanderte Schädling zum ersten Mal in der Schweiz im Südtessin auf.

20min/Marco Zangger
Nun wurde der zerstörerische Käfer erstmals in Basel entdeckt. 

Nun wurde der zerstörerische Käfer erstmals in Basel entdeckt.

Darum gehts

  • Der Japankäfer breitet sich in der Schweiz aus.

  • Nachdem zum ersten Mal Insekten im Tessin auftauchten, wurde nun auch in Basel ein Käfer aufgefunden.

  • Wird ein Käfer aufgefunden, soll er schnellstmöglich dem kantonalen Pflanzenschutz gemeldet werden.

  • Denn lässt sich der Schädling nieder, wird eine Bekämpfung sehr schwierig.

Der Japankäfer ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. Nachdem der Käfer 2020 zum ersten Mal im Südtessin auftauchte, wurde nun auch ein Exemplar in Basel gefunden. Sollte sich das zerstörerische Insekt in der ganzen Schweiz ausbreiten, wäre dies besonders für die Landwirtschaft problematisch.

Der Käfer ist eine Bedrohung für einheimische Pflanzen und kann grosse Schäden anrichten. Hierbei ist er nicht wählerisch. Die Larven im Boden ernähren sich hauptsächlich von Graswurzeln, während die ausgewachsenen Käfer Blätter verschiedener Pflanzen fressen. Besonders Rosen, Fruchtbäume, Sträucher wie Haselnuss, Brom- und Himbeeren, Mais, Weinreben oder auch andere Bäume und Sträucher stehen hier auf dem Speiseplan.

Wie erkennst du den Japankäfer?

Der Japankäfer ist kleiner als man denkt. Er ist nur etwa einen Zentimeter klein - ungefähr so wie ein Fünfräppler. Am besten erkennt man ihn an den fünf weissen Punkten an jeder Seite und den zwei grösseren Punkten auf dem Hinterteil. Die Punkte sind kleine Haarbüschel. Die Flügel des Käfers schimmern kupferfarben und der Kopf und Körper sind grünlich glänzend. Der Japankäfer kann leicht mit dem Gartenlaub- oder Julikäfer verwechselt werden die weissen Punkte unterscheiden ihn aber von den harmloseren Käfern.

Was tun bei einem Fund?

Der Käfer ist in der Schweiz meldepflichtig. Wenn der Schädling im Garten aufgefunden wird, sollte es umgehend dem kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden. Dazu muss der Käfer in einem Einmachglas oder einer Pet-Flasche eingefangen und fotografiert werden. Das Foto wird dann zusammen mit dem Fundort an den kantonalen Pflanzenschutzdienst gesendet.

Wie wird der Käfer bekämpft?

Laut Stephan Ramin vom kantonalen Pflanzenschutzdienst Basel-Stadt ist es wichtig, dass der Käfer möglichst früh entdeckt wird. Wenn ein Käfer im Garten gefunden werde, müsse man schnell handeln. «Die beste Variante ist es, wenn man die Käfer von den Blättern sammelt», so Ramin. Auch wird eine Kontrolle der Erde auf mögliche Larven des Käfers empfohlen. «Wenn sich der Japankäfer niedergelassen hat, ist die Bekämpfung schwierig», so Ramin.

Zurzeit sind keine Insektizide zur Bekämpfung des Käfers in der Schweiz zugelassen, es wird jedoch an der Entwicklung eines Pilzes geforscht, mit dem der Schädling nachhaltig bekämpft werden soll – ähnlich wie der Maikäfer.

Der Japankäfer

Wikimedia/Bruce Marlin

Ursprünglich in Japan zu Hause, wurde der Käfer bereits Anfang des 20 Jahrhunderts in die USA eingeschleppt, wo er grosse Schäden anrichtete. In seiner ursprünglichen Heimat zerstört der Käfer kaum Pflanzen, da er dort von natürlichen Fressfeinden bedroht wird.

In den 70er-Jahren wurde der Schädling erstmals in Europa in den Azoren nachgewiesen, bevor er sich dann 2014 in der Nähe von Mailand niederliess.

2017 wurden an der Grenze zur Schweiz die ersten Japankäfer mittels Duftstofffallen eingefangen, bevor dann im Sommer 2020 ein erster Befall aus dem Südtessin, in Mendrisiotto festgestellt wurde.

Quelle: Agroscope

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