Erneuerbares Heizen - Das musst du über Wärmepumpen wissen – Teil 2
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Erneuerbares HeizenDas musst du über Wärmepumpen wissen – Teil 2

Bei der Planung von Wärmepumpen gibt es einiges zu beachten. Welchen Stromanschluss sie benötigen, ob bestehende Radiatoren bleiben und Wärmepumpen kühlen können, erfährst du im zweiten Teil des Wärmepumpen-Spezials.

von
Jan Graber
Wärmepumpen lohnen sich besonders im Zusammenspiel mit Solaranlagen.  

Wärmepumpen lohnen sich besonders im Zusammenspiel mit Solaranlagen.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Den Wärmepumpe-Heizungen gehört die Zukunft.

  • Sie sind geräuscharm, ihre Positionierung muss dennoch überlegt sein.

  • Unter bestimmten Bedinungen können sie auch kühlen.

  • Wärmepumpen sind wartungsarm – abhängig von der Aufstellung.

  • Die Kantone fördern die Installation unterschiedlich.

Wärmepumpen gehören zu den vielversprechendsten Technologien beim erneuerbaren Heizen. Während in Städten Fernwärme eine zunehmend wichtige Rolle spielt, eignen sich Wärmepumpen vor allem in ländlichen Regionen.

Im ersten Teil war zu lesen, wie zwischen drei Wärmepumpen-Systemen unterschieden wird, wo die grössten Fallen bei der Planung lauern und wie es um die Baubewilligungen steht.

Im zweiten Teil erfährst du unter anderem, wo und wie Wärmepumpen gefördert werden, was du im Zusammenspiel mit einer Solaranlage beachten solltest und vieles mehr.

#6 – Wie laut sind Wärmepumpen und wo stelle ich sie am besten auf?

Wärmepumpen sind zwar geräuscharm, die Menschen sind jedoch unterschiedlich lärmempfindlich. Je kälter das Wetter, umso eher wird die Wärmepumpe wahrgenommen. Der Aufstellungsort sollte deshalb mit Bedacht gewählt werden. Unter dem Schlafzimmerfenster ist zum Beispiel kein guter Platz.

#7 – Brauchen Wärmepumpen einen speziellen Stromanschluss?

Wärmepumpen benötigen drei 400-Volt-Anschlüsse und 16 Ampère. Diese Anschlüsse sind in den meisten Gebäuden standardmässig vorhanden.

#8 – Müssen bestehende Heizungsinstallationen wie die Radiatoren ausgewechselt werden?

Aktuelle Wärmepumpen heizen das Wasser auf bis zu 75°C auf. So lassen sich auch alte Radiatoren problemlos nutzen.

#9 – Wann lohnt sich eine Erneuerung der Heizkörper?

Alte Ein-Rohr-Systeme, in denen das Heizungswasser von Anfang bis Ende durch ein Rohrsystem läuft, verlangen nach einer hohen Vorlauftemperatur und fressen somit mehr Strom. Hier kann sich ein Ersatz lohnen. Je grösser die Radiatoren sind, umso effizienter arbeiten die Wärmepumpen. Ein Ersatz ist auch in einem zweiten Schritt möglich.

#10 – Worauf sollte ich achten, wenn ich gleichzeitig eine Solaranlage auf dem Dach installiere?

Entscheidend sind die frühzeitige Planung und die Wahl des richtigen Wechselrichters, der Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt. Auch sollte ein genügend grosser Warmwasserspeicher gewählt werden. Oft wird die Wärmepumpe zuerst installiert, erst danach die Photovoltaikanlage.

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Obwohl Wärmepumpen geräuscharm sind, sollten sie nicht unter dem Schlafzimmerfenster installiert werden.

Obwohl Wärmepumpen geräuscharm sind, sollten sie nicht unter dem Schlafzimmerfenster installiert werden.

Stiebel Eltron
Die Erdsonden-Wärmepumpe ist am effizientesten. Zusammen mit einer Bodenheizung können Räume auch gekühlt werden.

Die Erdsonden-Wärmepumpe ist am effizientesten. Zusammen mit einer Bodenheizung können Räume auch gekühlt werden.

Stiebel Eltron
Grundwasser-Wärmepumpen sind dort möglich, wo die Wärme dem Grundwasser entzogen werden darf.  Sie müssen etwa alle fünf Jahre gewartet werden.

Grundwasser-Wärmepumpen sind dort möglich, wo die Wärme dem Grundwasser entzogen werden darf. Sie müssen etwa alle fünf Jahre gewartet werden.

Stiebel Eltron

#11 – Können Wärmepumpe auch kühlen?

Mit Wärmepumpen lässt sich die Temperatur tatsächlich bis zu drei Grad senken. Voraussetzung ist allerdings eine Bodenheizung. Am meisten Sinn macht dies im Zusammenspiel mit einer Photovoltaikanlage.

#12 – Bleibt es im Haus auch bei einer Aussentemperatur von minus zwanzig Grad warm?

Wärmepumpenheizungen sind im Mittelland auf eine Kälte bis etwa minus neun Grad ausgelegt. Bei minus zwanzig Grad läuft die Wärmepumpe immer noch, dauern die kalten Tage aber an, muss mit Einbussen gerechnet werden. Dasselbe gilt bei Ölheizungen.

#13 – Was ist die Lebensdauer einer Wärmepumpe?

Obwohl heute noch 40-jährige Wärmepumpen in Betrieb sind, rechnet man mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 20 Jahren.

#14 – Wie häufig muss sie gewartet werden?

Eine innen installierte Wärmepumpe wird etwa alle fünf Jahre gewartet. Bei einer aussen aufgestellten Luft-Wärmepumpe beträgt der Wartungszyklus wegen Laub und Verschmutzungen etwa zwei Jahre. Ölheizungen haben kürzere Serviceintervalle.

#15 – Wie steht es um die Kosten und Subventionen?

Feste Preise lassen sich nicht nennen. Die Investitionskosten sind höher als bei einer Ölheizung, wegen der tiefen Strom- und nicht vorhandenen Treibstoffkosten, rentiert sich eine Wärmepumpe aber nach zehn bis fünfzehn Jahren. Der Heizkostenrechner auf erneuerbarheizen.ch bietet einen Vergleich zwischen den unterschiedlichen Heizsystemen.

Kantone und Gemeinden subventionieren die Installation. Auf der Webseite von Stiebel Eltron lässt sich herausfinden, welche Unterstützungsbeiträge von den Kantonen zu erwarten sind. Mittlerweile bieten auch Banken Lösungen zur Finanzierung von Wärmepumpen an.

Was viele nicht wissen: Die Installation einer Wärmepumpe kann über die dritte Säule finanziert werden und lässt sich von den Steuern abziehen.

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