Volksabstimmung zur Massentierhaltung in der Schweiz am Sonntag

Aktualisiert

Abstimmungen 25. SeptemberDas musst du zur Initiative für ein Verbot der Massentierhaltung wissen

Betriebe, die Tiere halten, sollen bis 2047 in vier Bereichen Bio-Standards erfüllen müssen. Am 25. September stimmt die Schweiz ab. Die wichtigsten Antworten.

von
Daniel Graf
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Am 25. September stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über die Massentierhaltungsinitiative ab. Hier findest du die wichtigsten Antworten.

Am 25. September stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über die Massentierhaltungsinitiative ab. Hier findest du die wichtigsten Antworten.

20min/Taddeo Cerletti
Die Initiative will die Massentierhaltung in der Schweiz verbieten und die Würde der Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in die Verfassung aufnehmen.

Die Initiative will die Massentierhaltung in der Schweiz verbieten und die Würde der Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in die Verfassung aufnehmen.

Franziska Rothenbuehler/Tamedia
Die Massentierhaltungsinitiative sei «zu extrem», sagen die Gegnerinnen und Gegner der Vorlage bei der Medienkonferenz zur Eröffnung des Abstimmungskampfes Mitte Juni in Bern.

Die Massentierhaltungsinitiative sei «zu extrem», sagen die Gegnerinnen und Gegner der Vorlage bei der Medienkonferenz zur Eröffnung des Abstimmungskampfes Mitte Juni in Bern.

20min/Stefan Lanz

Darum gehts

  • Am 25. September stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über die Massentierhaltungsinitiative ab.

  • Getragen wird die Initiative von der SP und den Grünen sowie von verschiedenen Tierschutzorganisationen.

  • Dagegen sind FDP, SVP, Die Mitte und der Bauernverband. Auch Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab.

  • Die wichtigsten Fragen und Antworten. 

Um was geht es?

Die Initiative will die Massentierhaltung in der Schweiz verbieten und die Würde der Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in die Verfassung aufnehmen. Konkret wird gefordert, dass alle Betriebe bis 2047 in vier Punkten die Bio-Standards von 2018 einhalten müssen:

• Bei der tierfreundlichen Unterbringung und Pflege
• Beim Zugang ins Freie
• Beim Schlachten
• Bei der maximalen Gruppengrösse pro Stall

Mit der genauen Ausarbeitung soll der Bund beauftragt werden. Er soll also etwa auch bestimmen, wie viele Tiere noch in den Ställen sein dürfen, wie viel Auslauf sie haben sollen und wie und wo die Schlachtung stattfinden darf. Die Bio-Standards sollen als Richtlinien dienen. Diese Anforderungen würden auch für den Import von Tieren und Tierprodukten sowie von Lebensmitteln, die tierische Produkte enthalten, gelten.

Welche Standards gelten heute?

Das variiert je nach Betrieb und Label. Einen Einblick in die Unterschiede von biologischer zu konventioneller Tierhaltung gibt unten stehendes Video.

Um dir zu zeigen, wie in der Schweiz Fleisch produziert wird, zeigen wir dir den Hof von Fabian Reinmann, der nach IP-Suisse-Standard produziert, und den Hof von Fritz Sahli, der nach Bio- und Demeter-Standard Schweine züchtet.

Stefan Lanz/20Min

Wer hat die Initiative lanciert?

Die Trägerschaft besteht aus den vier Organisationen Sentience, Vier Pfoten, Fondation Franz Weber und Greenpeace. Die Initiative wird von einer breiten Allianz aus Tierschutz-, Tierrechts-, Landwirtschafts- und Umweltorganisationen getragen.

Wer ist dafür, wer dagegen?

Getragen wird die Initiative von der SP und den Grünen sowie von verschiedenen Tierschutzorganisationen. Dagegen sind FDP, SVP, Die Mitte und der Bauernverband. Auch Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab.

Was sind die wichtigsten Argumente der Befürworter?

Die Initianten fordern ihrer Meinung nach «eine Selbstverständlichkeit». Sie nennen insbesondere vier Gründe für ein Ja:

• Die Initiative verankere die Tierwürde in der Landwirtschaft. In der Massentierhaltung würden die Grundbedürfnisse der Tiere in praktisch allen Belangen missachtet.

• Die Initiative stärke die Gesundheit von Mensch und Tier. Die Massentierhaltung fördere Pandemierisiken, Antibiotikaresistenzen und Gesundheitsrisiken durch den Konsum von Billigfleisch.

• Die Initiative betreffe hauptsächlich industrielle Grossbetriebe. Nur fünf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe sind laut Bundesrat betroffen.

 • Die Initiative sichere eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Treibhausgasemissionen würden reduziert, die Tierhaltung werde ressourcenschonender und tierfreundlicher.

Wie stimmst du über die Massentierhaltungsinitiative ab?

Was sind die wichtigsten Argumente der Gegner?

Die Gegner argumentieren hauptsächlich damit, dass mit dem Bio-Label die geforderten Standards schon angeboten würden. Das Angebot übersteige aber oft die Nachfrage. Ausserdem sei es «absurd», die Anforderungen eines Labels in die Verfassung zu schreiben. Auch die Importe würden sich deutlich erhöhen, die Preise steigen, ein Mehrwert für das Tierwohl würde im Ausland aber nicht erzielt werden. Weil die Anzahl Tiere beschränkt würde, müssten viele Landwirtschaftsbetriebe ihre Ställe vergrössern, was zu Konflikten in der Raumplanung führen würde.

Was sagen die ersten Umfragewerte?

Gemäss der ersten Abstimmungsumfrage von Tamedia und 20 Minuten befürworteten Anfang August 55 Prozent der Stimmberechtigten die Initiative, 43 Prozent lehnten sie ab. 

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