ZVV : Das Nachtbus-Netz stösst an seine Grenzen
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ZVV Das Nachtbus-Netz stösst an seine Grenzen

Viele Nachtbusse fahren vom Bellevue ab. Weil der ZVV damit an seine Grenzen stösst, befasst sich der Kantonsrat bald mit einer Änderung der Streckenführung.

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som
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Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) prüft einen Ausbau des Nachtnetzes. In einem Bericht ist die Rede von einer Angleichung des Nachtangebots ans Tagesnetz. (Bild: Nachtbusse am Zürcher Bellevue)

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) prüft einen Ausbau des Nachtnetzes. In einem Bericht ist die Rede von einer Angleichung des Nachtangebots ans Tagesnetz. (Bild: Nachtbusse am Zürcher Bellevue)

stadt-zuerich.ch/VBZ
Das heutige System komme an seine Grenzen, sagt ZVV-Sprecher Caspar Frey. Alle Nachtzüge und Nachtbusse kämen gleichzeitig am Hauptbahnhof und Bellevue zusammen.

Das heutige System komme an seine Grenzen, sagt ZVV-Sprecher Caspar Frey. Alle Nachtzüge und Nachtbusse kämen gleichzeitig am Hauptbahnhof und Bellevue zusammen.

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Ein Ausbau sei nur möglich, wenn diese Strukturen grundlegend überdacht würden, so der ZVV-Sprecher. Das Netz soll aber weiterhin nur an Wochenenden in Betrieb sein.

Ein Ausbau sei nur möglich, wenn diese Strukturen grundlegend überdacht würden, so der ZVV-Sprecher. Das Netz soll aber weiterhin nur an Wochenenden in Betrieb sein.

Keystone/Alessandro Della Valle

Am Wochenende warten am Bellevue jeweils zahlreiche Busse. Von dort schwirren sie in alle Himmelsrichtungen und bringen Nachtschwärmer etwa nach Wallisellen, Uitikon oder Schlieren.

Dass alle städtischen Nachtbusse vom Bellevue abfahren, gilt seit Beginn des Nachtnetzes. Seither hat der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) aber das Netz kontinuierlich ausgebaut, sagt Sprecher Caspar Frey: «Darum gibt es beim Bellevue nicht mehr genügend Platz für alle Busse. Die Kapazitätsgrenzen sind erreicht.»

Gleiche Linien wie tagsüber

Der ZVV will nun prüfen, wie das Angebot neu konzipiert werden kann. «Möglich wäre etwa, dass die Linienführung der Busse und Züge nachts nicht mehr verändert wird.»Will heissen, dass sie teilweise auf den gleichen Strecken fahren wie tagsüber. Einfach weniger häufig. «Die Busse und Züge würden sich aber in der Stadt besser verteilen», so Frey.

Damit der ZVV ein Konzept erarbeiten kann, braucht er zuerst grünes Licht vom Zürcher Kantonsrat. Dieser behandelt laut Frey in den nächsten Monaten das Anliegen – im Rahmen der Strategie des ZVV.

Wohl keine Nachtbusse unter der Woche

Der entsprechende Antrag ging bereits durch die zuständige Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt. Dort steht unter anderem, es sei zu prüfen, ob eine Ausdehnung des Nachtnetzes auf weitere Tage sinnvoll sei. Frey glaubt jedoch nicht, dass künftig unter der Woche Nachtbusse fahren werden: «Dieses Angebot würden wohl zu wenige nutzen.»

Der bestehende Auftrag des Kantonsrats, wonach das Nachtnetz kostendeckend betrieben werden müsse, könne dann kaum noch erfüllt werden. Anders am Wochenende. Dort ist die Zahl der Fahrgäste laut Frey in den letzten Jahren leicht gestiegen. 2016 benutzten durchschnittlich 15'012 Fahrgäste das Angebot pro Nacht.

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