Münz-Test in Läden: «Das nächste Mal bringen Sie es bitte zur Post»

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Münz-Test in Läden«Das nächste Mal bringen Sie es bitte zur Post»

Wo kann man mit Fünf- und Zehnräpplern grössere Beträge bezahlen, ohne abgewiesen zu werden? 20 Minuten hat in Zürcher Geschäften den Test gemacht.

von
bec
Mit viel Kleinmünz machte sich 20 Minuten auf den Weg in verschiedene Läden.

Mit viel Kleinmünz machte sich 20 Minuten auf den Weg in verschiedene Läden.

wed

Zwei Couverts voll mit Fünf- und Zwanzigräpplern: So wollte ein Leser-Reporter seine Parkbusse bei der Stadtpolizei Schlieren bezahlen – ohne Erfolg. Bei den 20-Minuten-Lesern sorgte dies für viel Gesprächsstoff. Bei einer Umfrage sagten 72 Prozent von rund 18'000 Lesern, dass sie es nicht richtig fänden, wenn Münzen als Zahlungsmittel abgelehnt würden.

Doch wie sieht es in den Läden und Cafés aus? 20 Minuten hat den Test gemacht. Mit einer Sammlung von 262 Fünf-, Zehn- und Zwanzig-Räpplern stellten wir elf Läden in der Stadt Zürich auf die Probe.

Hilfsbereitschaft bei den Verkäuferinnen

In einer bekannten Kaffee-Kette war man besonders zuvorkommend: Die Barista sammelte gar extra die Fünfräppler heraus, damit wir möglichst viel Kleingeld loswerden konnten. Auch in einem Reformhaus, in dem wir ein Olivenöl für 22.90 Franken kaufen wollten, war die Kassiererin sehr freundlich: Sie holte sofort das Münzzählbrett unter der Kasse hervor, um das gemeinsame Auszählen einfacher zu machen.

In einem Kiosk konnte das Münz einfach in kleinen Häufchen auf die Kasse gelegt werden. Die Kassiererin zählte die Münzen auf der anderen Seite: «Das geht schneller so, ich habe mehr Übung.»

«Geld ist schliesslich Geld»

Im Kino warf die Angestellte zuerst einen kritischen Blick in die Kasse, stimmte dann aber zu: «Das bringen wir da schon rein, Geld ist schliesslich Geld», sagte sie. Auch eine Apotheke und eine Fastfood-Kette hatten kein Problem mit unserem Sack voll Münzen. Auch das Lösen eines Zugbilletts am Schalter war kein Problem.

Die teuerste Ware im Test war ein Paar Gummistiefel für 39 Franken. Auch hier akzeptierte die Verkäuferin im Schuhladen das Kleingeld, ohne eine Miene zu verziehen.

Im Elektrofachgeschäft abgeblitzt

Nicht alle sehen es aber als selbstverständlich an, grössere Beträge mit Fünf-, Zehn- und Zwanzigräpplern zu bezahlen. Obwohl man das Kleingeld bei einem der Lebensmittelriesen annahm, wurde die Verkäuferin beim Betrag von 10.90 Franken etwas unfreundlich. Sie liess eine andere Kasse öffnen und wartete, bis wir unser Münz allein ausgezählt hatten. Dann zählte sie alles nochmal selber nach und sagte genervt: «Das nächste Mal bringen Sie es bitte zur Post.»

Der einzige Laden, der das Geld nicht annahm, war ein Elektrofachgeschäft. Als wir ein Handyladekabel für knapp 25 Franken bezahlen wollten, wurden wir abgewiesen. «Wissen Sie, wir haben ein sehr kleines Kässeli», entschuldigte sich der Verkäufer.

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