Aktualisiert 12.02.2015 22:06

Analyse

Das Nein zu Von Arx wird zum Kratzer im HCD-Lack

Reto und Jan von Arx bekommen beim HC Davos keine neuen Verträge. Mit RvA geht beim Rekordmeister die Integrationsfigur verloren.

von
Marcel Allemann
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Keine Zukunft beim HCD: Reto von Arx erhält beim Rekordmeister keinen neuen Vertrag

Keine Zukunft beim HCD: Reto von Arx erhält beim Rekordmeister keinen neuen Vertrag

Keystone/Juergen Staiger
Gleiches gilt für seinen Bruder Jan, der ebenfalls seit 1995/96 bei Davos spielt.

Gleiches gilt für seinen Bruder Jan, der ebenfalls seit 1995/96 bei Davos spielt.

Keystone/Arno Balzarini
Die beiden Emmentaler feierten fünf Titel mit dem HCD (im Bild die Meisterfeier 2007).

Die beiden Emmentaler feierten fünf Titel mit dem HCD (im Bild die Meisterfeier 2007).

Keystone/Arno Balzarini

Es gibt zwei Sachen, die im Schweizer Eishockey unvorstellbar sind: Mathias Seger bei einem anderen Klub als den ZSC Lions und Reto von Arx in einem anderen Dress als jenem des HC Davos.

Letzteres ist seit Donnerstag jedoch absolut realistisch geworden. Denn nach dem Rausschmiss beim HCD als Spieler denkt Von Arx über einen Transfer ins Unterland nach, da ihm dieses Spiel mit der kleinen Hartgummi-Scheibe auch mit 39 Jahren noch immer viel Freude bereitet. Das ist nicht nur legitim, sondern logisch. Jeder Sportler muss für sich selbst entscheiden, wann er zurücktritt. Auf jeden Fall sicher nicht dann, wenn es seinem Arbeitgeber, dem er ganz nebenbei während 19 Jahren gedient hat und der ohne Von Arx wohl den einen oder anderen Meistertitel weniger auf seiner Visitenkarte stehen hätte, gerade in den Kram passt.

Altersgrund ist kein Thema

Dem HCD geht damit nicht nur seine Integrationsfigur auf und neben dem Eis verloren. Der HCD hat gleichzeitig auch sein Image ramponiert. HCD-Präsident Gaudenz Domenig sagt, dass man sich finanziell gefunden hätte, aber aus Altersgründen von Von Arx trennt. Das macht diesen Davoser Fehlentscheid noch gravierender. Es ist ein heftiger Kratzer im HCD-Lack. Um die Fans glücklich zu machen und einen der verdienstvollsten Spieler in der Klubgeschichte zu würdigen, wäre es aber die Aufgabe von Domenig gewesen, RvA solange einen Vertrag hinzustrecken, bis dieser von sich aus keine Lust mehr hat. Nur schon aus Prinzip. Reto von Arx ist vom Naturell her enorm ehrgeizig und erfolgsorientiert. Wenn er irgendwann gespürt hätte, dass er in dieser Liga nichts mehr für seinen Klub ausrichten kann, hätte er die Reissleine selbst gezogen. Notfalls von einem Tag auf den anderen.

Doch es ist anders gekommen. Und die letzten Sozialromantiker unter den Eishockey-Liebhabern, sind ihrer Illusion beraubt worden. Sie müssten nun eigentlich von HCD- zu ZSC-Fans werden. Zumindest solange Mathias Seger dort jeweils noch einen Vertrag erhält.

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