Schweizer Ärgerliste: Das nervte Konsumenten 2017 am meisten
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Schweizer ÄrgerlisteDas nervte Konsumenten 2017 am meisten

Die Zahl der Beschwerden bei Konsumentenschützern hat sich innert eines Jahres verdoppelt. Worüber sich die Schweizer am häufigsten beklagt haben.

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pam
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Platz 6 der grössten Ärgernisse für Konsumenten: Dicke Post – unerlaubte Inkasso-Forderungen.

Platz 6 der grössten Ärgernisse für Konsumenten: Dicke Post – unerlaubte Inkasso-Forderungen.

Keystone/Christian Beutler
Platz 5: : Probleme mit  Internet, Festnetz, TV, Radio und Mobiltelefonie.

Platz 5: : Probleme mit Internet, Festnetz, TV, Radio und Mobiltelefonie.

Karl-josef Hildenbrand
Platz 4: Aggressive Werbeanrufe.

Platz 4: Aggressive Werbeanrufe.

Keystone/Gaetan Bally

48'210 Fragen richteten Schweizer Konsumenten zwischen Januar und November an den Konsumentenschutz. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich die Zahl der Beschwerden damit mehr als verdoppelt. Eine Auswertung zeigt nun, welche Probleme die Menschen in diesem Zeitraum am meisten plagten.

• Platz 1: Billag-Mehrwertsteuer

Das grösste Ärgernis der Kunden betrifft die vom Bund zu Unrecht erhobene Mehrwertsteuer auf den Fernseh- und Radiogebühren. 40 Prozent der Anfragen entfallen auf dieses Thema, wobei sich die Schweizer Unterstützung bei der Rückforderung erhoffen.

Das Bundesgericht hatte 2015 entschieden, dass der Bund die Mehrwertsteuer zu Unrecht eingezogen hatte. Pro Haushalt geht es um 11 Franken (plus 5 Prozent Zinsen), die der Bund für den Zeitraum 2005 bis 2015 zu viel eingezogen hatte. Ob die Gelder zurückgezahlt werden, muss erneut das Bundesgericht klären.

• Platz 2: VW-Abgasskandal

9588 Kunden meldeten sich beim Konsumentenschutz, weil sie sich informieren wollten, was die Abgas-Manipulationen von deutschen Autoherstellern für ihr Fahrzeug bedeuten und wie sie Schadenersatz einfordern können. Laut Konsumentenschutz sind in der Schweiz 175'000 Autos davon betroffen, dass die Abgaswerte geschönt wurden. Die Fahrzeuge haben dadurch rund 15 Prozent ihres Marktwerts verloren.

• Platz 3: Garantie, Mängel, Lieferung

Was tun, wenn der Händler eines Handys das Gerät trotz laufender Garantie nicht übernehmen will, da es nass wurde? 12 Prozent der Anfragen an den Konsumentenschutz entfielen auf Garantieprobleme, Mängel oder Lieferschwierigkeiten. Laut Konsumentenschutz spekuliert der Händler im genannten Fall darauf, dass der Handybesitzer nicht beweisen kann, dass er keine Schuld am Schaden trägt und auf eine teure Expertise verzichtet.

• Platz 4: Aggressive Verkaufsmethoden

Der Ärger über aggressive Telefonwerbung führte letztes Jahr zu den meisten Beschwerden. Dieses Jahr rangieren die unlauteren Geschäftspraktiken auf dem vierten Platz. 5000 Personen meldeten sich deswegen beim Konsumentenschutz. Häufig genannte Beispiele dafür sind Werbeanrufe, mit denen Kunden trotz Sterneintrag im Telefonbuch belästigt wurden. Oder auch unseriöse Unternehmen, die einen auf aggressive Art und Weise am Telefon oder auf der Strasse angehen.

• Platz 5: TV- und Mobile-Abos

Seit längerer Zeit hat ein Kunde massive Probleme mit seinem Telecompaket. Das Internet ist langsam und die TV-Box hat regelmässig Störungen. Trotz mehrmaligen Meldungen und hohen Abokosten verbessert sich nichts: Wegen solchen Ärgernissen meldeten sich 2456 Kunden beim Konsumentenschutz. Dazu gehörten auch ungerechtfertigt hohe Roamingkosten.

• Platz 6: Unerlaubte Inkasso-Forderungen

Inkasso-Unternehmen übernehmen die Eintreibung von Schulden für ihre Auftraggeber. Daran störten sich 1401 Kunden und wandten sich an den Konsumentenschutz. Das Problem: Oft verrechnen die Inkasso-Büros zusätzlich zum geforderten Betrag zusätzliche Aufwände und drohen bei Nichtbezahlung mit einem Eintrag im Betreibungsregister.

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