Aktualisiert 19.03.2016 13:47

Ärger in MelbourneDas neue Qualifying ist ein «Griff ins Klo»

Das neue Qualifying-Format erweist sich als riesiger Flop. Nach der Premiere in Melbourne hagelt es vernichtende Kritik.

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Für einmal herrschte in der Formel 1 Einigkeit: Der neue Modus zur Eruierung der Startaufstellung erlitt völligen Schiffbruch. Sowohl die Teamverantwortlichen als auch die Fahrer waren einer Meinung: Das Format taugt nicht. Viele gingen in ihrem Urteil sogar noch einen Schritt weiter: Das Prozedere gehört ihrer Meinung nach sofort wieder abgeschafft. Schon in zwei Wochen in Bahrain soll wieder die bisherige Regelung angewandt werden.

Am deutlichsten taten ausgerechnet die Entscheidungsträger von Mercedes ihre Meinung kund. Niki Lauda, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Weltmeister-Equipe, sprach von einem «Griff ins Klo. So etwas habe ich überhaupt noch nie erlebt. Das war der grösste Fehler, der jemals gemacht wurde, das Qualifying zu ändern», polterte der Österreicher. Teamchef Toto Wolff nannte das Ganze kurz und prägnant einen «Mist». Der Brite Johnny Herbert, als Fahrer einst bei Sauber engagiert, fand das Qualifying schlicht «peinlich».

Unwürdiges Theater zum Schluss

Das Ende des Qualifyings war Sinnbild des der Formel 1 unwürdigen Theaters. Gemäss Reglement hätten die in der Rangliste auf den Plätzen 1 und 2 liegenden Fahrer in einem finalen Duell die Pole-Position unter sich ausmachen müssen.

So weit kam es nicht, denn weder der führende Hamilton noch dessen als Zweitklassierter geführte Teamkollege Nico Rosberg hatten noch einen frischen Satz Reifen übrig, der für eine Verbesserung der persönlichen Rundenzeit notwendig gewesen wäre. So war fast unbemerkt die Entscheidung zugunsten Hamiltons gefallen.

Zuschauer verärgert

Eine Attraktivitätssteigerung des Qualifyings hätte es werden sollen und ein intensivierter Fahrbetrieb auf der Strecke. Nichts trat von all dem ein. Leidtragende waren auch die Zuschauer. Auf den Tribünen blieb ein ratloses, frustriertes Publikum zurück. Der Ärger war verständlich, denn ohne Zeitmonitor war es schlicht nicht möglich, die Übersicht zu wahren. Es war ganz schlechte Werbung für einen Sport, der seit geraumer Zeit mit schwindendem Zuschauerinteresse zu kämpfen hat.

(als/sda)

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