Rebranding: «Das neue Sunrise-Logo wirkt uninspiriert und wenig kreativ»
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Rebranding«Das neue Sunrise-Logo wirkt uninspiriert und wenig kreativ»

Sunrise will mit einem neuen Markenauftritt durchstarten. Doch das Logo findet bei einer Marketingexpertin wenig Anklang. Und ein Branchenkenner kritisiert die neuen Abos.

von
Marcel Urech
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Aus Sunrise UPC wird Sunrise: Der Telecomkonzern hat das UPC aus seinem Namen gestrichen und neue Abos lanciert. 

Aus Sunrise UPC wird Sunrise: Der Telecomkonzern hat das UPC aus seinem Namen gestrichen und neue Abos lanciert. 

20 Minuten/mur
Sunrise wirbt nun mit dem Slogan «Dream Big. Do big.»

Sunrise wirbt nun mit dem Slogan «Dream Big. Do big.»

20 Minuten / mur
Das neue Logo ist kreisförmig und soll einen Sonnenaufgang darstellen.

Das neue Logo ist kreisförmig und soll einen Sonnenaufgang darstellen.

20 Minuten/ mur

Darum gehts

Neue Abos, neuer Name, neues Logo: Sunrise UPC heisst ab dem 23. Mai nur noch Sunrise – das UPC fällt weg. Laut CEO André Krause bietet Sunrise dafür nun rund 1,5 Jahre nach der Fusion das «erste voll integrierte Angebot unter dem einheitlichen Auftritt» an. 

Wer schon bei Sunrise UPC ist, kann die bestehenden Abos weiter nutzen. Für neue Kundinnen und Kunden gibt es die Angebote Up Mobile, Up Internet und Up TV. «Sunrise bleibt trotz neuem Logo teuer», sagt Telecomexperte Ralf Beyeler von Moneyland. Wer sparen wolle, finde bei der Konkurrenz günstigere Abos.

Bestehende Kundschaft, die ein weiteres Handy-Abo auf ihre Rechnung nehmen will, musste dafür bis jetzt 40 Franken zahlen. Neu gibt es auf diese zusätzlichen Abos einen Rabatt von 50 Prozent.

TV-Abo mit Netflix

Die Preise bestehender Sunrise-TV-Abos bleiben gleich. In der neuen Option Up TV XL ist wahlweise ein kostenpflichtiges Abo von Netflix, Mysports Pro oder das Paket Premium Plus von Sunrise dabei. Alle drei TV-Abos beinhalten 275 TV-Sender, sieben Tage Replay-TV und einen Recorder für 2000 Stunden (siehe Box).

Jetzt bezahlst du für Replay-TV

Wer bei Sunrise TV-Werbung überspringen möchte, muss aber bald eine zusätzlich Gebühr bezahlen. Laut dem CEO wird das Unternehmen diesen Schritt «voraussichtlich im Spätsommer» bekannt geben. Salt verlangt für diese Funktion bereits jetzt 3.95 Franken pro Monat. Auch Swisscom dürfte bald nachziehen.

Darum fällt das UPC weg

Die Mobilfunk-Abos seien nun «etwas günstiger» und die Leistungen «etwas besser», sagt Beyeler. Der Internetspeed sei bei manchen Abos rauf und mit Up Mobile S gebe es neu statt 1,5 Gigabyte drei Gigabyte Daten pro Monat. Die Abos Up Mobile L und Up Mobile XL kosten nun elf Franken weniger.

Laut Beyeler sind die neuen Abos nahe an den bisherigen von Sunrise – obwohl es die UPC-Mutter Liberty Global war, die Sunrise kaufte. Das überrasche nicht: «Sunrise ist in der Schweiz die stärkere Marke.» Das sagt auch die Marketingexpertin Adrienne Suvada von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Sunrise wirbt auf Youtube mit diesem Logo und dem Slogan «Dream big. Do big.» für seine neuen Abos.

Sunrise wirbt auf Youtube mit diesem Logo und dem Slogan «Dream big. Do big.» für seine neuen Abos.

Youtube/Sunrise Schweiz/Screenshot

Als UPC und Sunrise sich zusammenschlossen, sei schnell klar gewesen, dass eine der Marken verschwinden werde: «Sie haben wohl geprüft, welche die Kundinnen und Kunden negativer wahrnehmen.» UPC sei öfters negativ in den Schlagzeilen gewesen, etwa mit Ausfällenverheimlichten Rabatten, Sicherheitslücken und einer 30-Millionen-Busse der Wettbewerbskommission.

Neues Logo in der Kritik

Das neue Logo überzeugt Suvada nicht. Es sehe aus wie ein «typischer Agentur-Auftrag» und wirke «uninspiriert» und «wenig kreativ», sagt die Marketingexpertin. Es brauche nun Zeit, bis sich das Logo etabliere. Das habe man auch gesehen, als Orange zu Salt und die Bank Coop zur Bank Cler wurde.

Suvada ist der Meinung, dass es schlauer gewesen wäre, zuerst die neuen Abos einzuführen und erst dann den Markenauftritt umzugestalten. Beides gleichzeitig zu machen, sei ambitioniert. Viele Menschen würden wohl auch nicht erkennen, dass das neue Logo einen Sonnenaufgang darstellen soll. 

Für Sunrise sei es nun schwierig, sich über den Preis zu differenzieren. Denn der Markt sei umkämpfter als vor ein paar Jahren, als Kundinnen und Kunden der Swisscom wegen günstigeren Abos zur Konkurrenz gingen. «Sunrise muss jetzt seinen Kundenservice hervorheben und stärker auf Kombi-Abos setzen», sagt Suvada.

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