Aktualisiert 14.07.2011 15:13

Kampf gegen BehördenDas Nudelsieb darf Auto fahren

Ein Wiener kämpfte drei Jahre lang dafür, dass er auf seinem Führerscheinfoto mit einem Abtropfsieb auf dem Kopf posieren kann. Nun hat er es geschafft.

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kle
Nach drei Jahren hat es endlich geklappt: Niko Alms Führerschein wurde genehmigt.

Nach drei Jahren hat es endlich geklappt: Niko Alms Führerschein wurde genehmigt.

Der Unternehmer Niko Alm ist vor allem eins: ein Kirchengegner. Als es darum ging, das Foto für seinen Führerschein zu machen, war endlich der Moment gekommen, seiner Kritik Ausdruck zu verleihen. Alm wusste, dass es im katholischen Österreich erlaubt war, auf Passfotos eine Kopfbedeckung zu tragen, wenn diese religiös begründet sei. Kurzerhand setzte er sich sein altes Spaghettisieb auf den Kopf und präsentierte sich als Anhänger der «Church of the flying Spaghettimonster» beim Strassenverkehrsamt.

«Ich habe mir gedacht, diese Ausnahme muss für mich dann auch gelten, und habe einfach das Nudelsieb als Symbol für die ‹fliegenden Spaghettimonster› genommen und mir eben das aufgesetzt», erklärte er kürzlich seine Spass-Aktion im Interview mit dem Sender ORF.

Das Problem war – angeblich - nur das Gesicht

Doch so einfach war das nicht: Das Foto wurde von den Behörden zunächst nicht genehmigt. Weil die Verantwortlichen nicht wussten, wie sie mit dem Fall umgehen sollten, schickten sie Alm erst mal zum Arzt. Dieser stellte fest, dass der Nudelsieb-Träger «psychisch befähigt» sei, Auto zu fahren. Trotzdem ging es drei Jahre, bis die Behörden die Ausstellung des Führerscheins mit dem ungewöhnlichen Foto genehmigten.

Ein Sprecher der Wiener Bundespolizeidirektion, Roman Hahslinger, erklärte am Mittwoch, das jahrelange Wirrwarr um Alms Führerschein habe wenig mit religiösen Gründen zu tun gehabt. Eher habe man sichergehen wollen, dass das Gesicht auf dem Foto richtig erkennbar sei. Damit seien alle Anforderungen erfüllt.

Die «Kirche des fliegenden Spaghettimonsters», deren Anhänger sich «Pastafarians» nennen, ist eine 2005 in den USA gegründete Religionssatire, die für sich den Anspruch einer echten Glaubensgemeinschaft erhebt. Viele Unterstützer sind Religionskritiker.

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