Aktualisiert

Über ein Meter SchneeDas Obergoms ist jetzt abgeschnitten

Die Bergdörfer versinken weiterhin unter einer weissen Decke, die Schneehöhen sind für Mitte Januar weit überdurchschnittlich. Abseits der Pisten ist es brandgefährlich. Das Obergoms ist derzeit nicht erreichbar.

von
fum

Peter Steinbacher traute seinen Augen kaum, als er heute Morgen aus dem Fenster schaute: «So viel Neuschnee ist hier höchstens im Jahrhundertwinter 1999 gefallen», sagt der Leser-Reporter, der in Vättis SG auf gut 950 Meter über Meer lebt. In der Tat sind in den Höhenlagen in den vergangenen 36 Stunden teilweise «extreme Niederschlagsmengen» gemessen worden, wie Felix Baum von MeteoNews gegenüber 20 Minuten Online sagt.

Die höchsten Werte wurden auf dem Grossen Sankt Bernhard registriert: Dort fielen seit Freitagmorgen 165 Liter Wasser pro Quadratmeter, was weit über einem Meter Neuschnee entspricht. In höheren Lagen fielen verbreitet ähnliche Mengen, im Rheintal und im Glarnerland schneite es bis in die Niederungen.

Gleichzeitig verzeichneten die Messstationen hohe Windgeschwindigkeiten, teilweise gab es gar Orkanböen. Wegen den grossen Neuschneemengen und den Verwehungen dürfte die Lawinengefahr damit weiter ansteigen, Meteorologe Felix Baum erwartet morgen verbreitet die zweithöchste Gefahrenstufe. Das Fahren abseits der markierten Pisten ist demnach mit grossen Risiken verbunden.

Obergoms abgeschnitten

Wegen Schneesturm geschlossen werden musste beispielsweise die Strasse zwischen Hospental und Realp im Urserental UR. Im Kanton Glarus wurde wegen Lawinengefahr der Abschnitt zwischen Elm und Matt gesperrt.

Gar nicht erreichbar ist derzeit das Obergoms VS: Sowohl die Strasse zwischen Niederwald und Oberwald als auch die Zugstrecke zwischen Niederwald und Andermatt sind zu. Der Betrieb an den Autoverladen Furka und Oberalppass blieb auch am Samstag eingestellt.

Andreas Zenhäusern vom Verkehrssicherheitsdienst der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) ging am Samstagnachmittag davon aus, dass am Sonntag die Zugstrecken wieder geöffnet werden könnten, wenn das Wetter nicht wieder umschlage. Dies sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Viel Schnee in Graubünden

Auch im Kanton Graubünden fiel viel Schnee. Im Unterengadin war am Samstag zeitweise die Strasse zwischen Brail und Zernez gesperrt - und somit keine Fahrt ins Oberengadin möglich.

Die Rhätische Bahn musste wegen starken Schneefalls den Bahnverkehr zwischen den Stationen Disentis und Tavanasa einstellen. Das Bahnunternehmen rät von einer Reise ab.

Am Dienstag Schnee bis ins Flachland?

Die ergiebigen Niederschläge reihen sich in einen ohnehin schon weissen Winter 2011/2012 ein – zumindest in den Bergen. «In der Höhe sind die Schneemengen weit überdurchschnittlich für diese Jahreszeit», so Baum. Vorübergehend beruhigt sich das Wetter nun, in der Nacht auf Sonntag kann es aber bereits wieder schneien – wenn auch weniger als zuvor.

Während die Bewohner der Bergdörfer die weisse Pracht langsam satt haben dürften, bleibt das Mittelland weitgehend schneefrei. Nächste Woche könnte sich dies ändern: «Die Meteodaten sind zwar noch unklar, unter Umständen könnte es am Dienstag aber bis ins Flachland schneien», so Baum.

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