Ricky Martin: «Das Outing ist sehr mutig»
Aktualisiert

Ricky Martin«Das Outing ist sehr mutig»

Man hat es geahnt, jetzt ist es offiziell: Ricky Martin hat sich als schwul geoutet. 20 Minuten sprach mit Experten über das Coming-out des
Latin-Superstars.

von
Niklaus Riegg

Ricky Martin musste 38 Jahre alt werden, um endlich zu seiner Homosexualität zu stehen: «Ich bin stolz darauf, ein glücklicher schwuler Mann zu sein. Ich bin gesegnet, der zu sein, der ich bin», schrieb der Latin-Star auf seinem Blog.

Warum das späte Coming-out? «Wahrscheinlich hatte er einfach Angst, keine Platten mehr zu verkaufen, darum hat er sich so lange nicht geoutet. Jetzt, da er ohnehin kaum mehr welche verkauft, ist es ihm wahrscheinlich egal», mutmasst der schwule TV-Moderator Marco Fritsche, «und mit dem Outing öffnet er für sich den Schwulen-Markt.»

Gerade in der Latin-Szene gibt es wenige Künstler, die zu ihrer Homosexualität stehen: «Das Wort Macho kommt nicht per Zufall aus dem Spanischen», so Marianne Berna, World-Music-Redaktorin bei DRS 3. «Insbesondere in der Karibik haben Schwule auch heute noch mit grossen Problemen zu kämpfen.» Unter diesem Gesichtspunkt sei «das Outing von Martin sehr mutig», so Berna weiter.

Froh um diesen Mut des ­puertoricanischen Sängers ist Tom Wyss, Chefredaktor des Gay-Magazins «Display»: «Es ist auch heutzutage noch sehr wichtig, dass sich prominente Homosexuelle outen und damit ihre Vorbildfunktion für junge Schwule wahrnehmen», sagte Wyss auf Anfrage von 20 Minuten.

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