Handelsstreit - Darum treffen sich USA und China zu Gesprächen in Zürich
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«Situation kann schnell eskalieren»Das passiert am geheimen Diplomaten-Treffen zwischen den USA und China

Spitzendiplomaten aus den USA und China treffen sich in Zürich. «Wenn zwei Grossmächte sich in einem so heiklen Moment treffen, ist das immer wichtig», sagt ein Ex-Diplomat.

von
Noah Knüsel
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Chinas Topdiplomat Yang Jiechi (Bild) und der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, treffen sich am Mittwoch in Zürich. 

Chinas Topdiplomat Yang Jiechi (Bild) und der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, treffen sich am Mittwoch in Zürich.

Screenshot CGTN America
Die beiden wollen Gespräche führen – viel mehr ist über das Treffen aber nicht bekannt. 

Die beiden wollen Gespräche führen – viel mehr ist über das Treffen aber nicht bekannt.

AFP
«Wenn zwei Grossmächte sich in einem so heiklen Moment treffen, ist das immer wichtig», sagt Ex-Diplomat Max Schweizer.  Die beteiligten Diplomaten geniessen das Vertrauen von ganz oben, sagt Schweizer: «Dass dieses Treffen stattfindet, haben die beiden Staatschefs entschieden.»

«Wenn zwei Grossmächte sich in einem so heiklen Moment treffen, ist das immer wichtig», sagt Ex-Diplomat Max Schweizer. Die beteiligten Diplomaten geniessen das Vertrauen von ganz oben, sagt Schweizer: «Dass dieses Treffen stattfindet, haben die beiden Staatschefs entschieden.»

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Darum gehts

  • In Zürich finden am Mittwoch Gespräche zwischen den USA und China statt.

  • Ex-Diplomat Max Schweizer schätzt das Treffen als sehr relevant ein: «Dass das stattfindet, haben die beiden Staatschefs entschieden.»

  • Laut China-Kenner Ralph Weber dürften etwa Chinas Taiwan-Politik oder der Handelsstreit zwischen den Ländern zur Sprache kommen.

Spitzendiplomaten aus den USA und China sind in Zürich gelandet. Die Vertreter der beiden Weltmächte treffen sich am Mittwoch zu Gesprächen, wie das Weisse Haus am Dienstag überraschend bekanntgab. 20 Minuten beantwortet die wichtigsten Fragen zum geheimen Diplomaten-Treffen.

Wie wichtig ist dieses Treffen?

«Wenn zwei Grossmächte sich in einem so heiklen Moment treffen, ist das immer wichtig», sagt Ex-Diplomat Max Schweizer. Er hat über 30 Jahre lang die Interessen der Schweiz in der Welt vertreten. Auch wenn die beteiligten Diplomaten keine Minister seien, geniessen sie das Vertrauen von ganz oben, sagt Schweizer: «Dass dieses Treffen stattfindet, haben die beiden Staatschefs entschieden.»

Warum finden die Gespräche genau in der Schweiz statt?

Grundsätzlich wolle bei solchen Treffen niemand ins Land der anderen Partei reisen, so Schweizer: «Das sendet ein Signal der Schwäche aus.» Darum habe man wohl ein Land ungefähr in der Mitte zwischen den beiden gesucht: «Das hätte statt der Schweiz aber auch ein anderer Staat sein können.» Für den Ex-Diplomaten ist es aber eine grosse Chance, dass das Treffen in der Schweiz stattfindet: «Das ist eine grossartige Sache.»

Wie laufen solche Treffen ab?

Die Diplomaten dürften sich an einem «neutralen» Ort treffen, so Schweizer: «Das kann etwa ein Hotel mit geeigneten Konferenzräumen sein, wo auch die Sicherheit der Teilnehmenden garantiert werden kann.» Die Agenda und das Sitzungsprogramm werden meist schon im Vorfeld abgemacht: «Zudem gibt es oft noch ein gemeinsames Essen der Delegationen.»

Was besprechen die Spitzendiplomaten?

Die Agenda des Treffens ist geheim. Laut China-Kenner Ralph Weber von der Uni Basel dürften aber etwa der Handelsstreit zwischen den Grossmächten oder Chinas Taiwan-Politik zur Sprache kommen. «Grundsätzlich versuchen die Akteure aber vor allem einen Weg zu finden, wie sie überhaupt wieder zusammenarbeiten können.» Das sei wichtig, weil die Situation zwischen den Grossmächten derzeit schnell eskalieren könne: «Es wird derzeit befürchtet, dass eine unglückliche Verkettung von Ereignissen dazu schon ausreichen würde.»

Wird da überhaupt etwas herauskommen?

«Das ist völlig offen», sagt Ex-Diplomat Schweizer. Für ihn ist aber klar: «Die beiden Weltmächte werden sich nichts schenken.» Ein solches Treffen könne mehrere Funktionen erfüllen: «Neben der Möglichkeit zu bilateralen Gesprächen kann man dabei immer auch Signale an das Publikum im eigenen Land senden.» Dennoch bestehe durchaus die Möglichkeit, dass es substanzielle Resultate gebe.

Könnte das Treffen ein Schritt auf dem Weg zu einem Gipfel zwischen US-Präsident Joe Biden und Chinas Staatschef Xi Jinping sein?

«Das kann gut sein», sagt China-Kenner Weber. Auch Ex-Diplomat Schweizer sieht das als Möglichkeit. Man dürfe sich aber keine Illusionen machen: «Die beiden Staatschefs würden sich nur so exponieren, wenn es wirklich etwas Positives zu verkünden gäbe und es ihren jeweiligen Interessen diente.»

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