04.05.2019 18:56

Steckdosen-Frage

Das passiert, wenn das Ladekabel am Strom bleibt

Viele von uns lassen das Ladekabel einfach in der Steckdose, wenn das Handy aufgeladen und ausgesteckt ist. Doch ist das sinnvoll? Oder sogar gefährlich?

von
rfi

Es ist ja eigentlich praktisch; Man lässt das Ladegerät dauerhaft in der Steckdose stecken und stöpselt das Handy einfach immer wieder an, wenn man es gerade laden will. Deswegen lassen viele das Ladegerät einfach am Strom hängen, etwa beim Nachttischchen, im Bürozimmer oder bei sonst einer Steckdose, die gerade frei ist.

Das Handy muss schliesslich sowieso meist täglich geladen werden, und so entfällt die Suche nach dem Ladegerät. Doch manche behaupten, dass das Strom verbrauche und sogar gefährlich sei. Was steckt dahinter? Ein erster Hinweis darauf, dass etwas passiert, wenn das Ladegerät ohne Smartphone am Strom hängt, ist, dass es fühlbar warm wird.

Steigen die Stromkosten?

Um aber zu verstehen, was genau passiert, muss man erst einmal verstehen, was ein Ladegerät genau ist. In dessen Innerem gibt es einen Transformator. Dieser wandelt Strom aus der Steckdose so um, dass er das gekoppelte Smartphone nicht beschädigt. Der Transformator sorgt dabei für Leerlaufstrom, was bedeutet, dass immer eine geringe Strommenge fliesst – egal, ob ein Smartphone angehängt ist oder nicht.

Das Ladekabel verbraucht also schon einmal Strom, wenn es ständig an der Steckdose hängt. Ein Kostenfaktor? Ja. Ältere Ladegeräte sorgten für zusätzliche Stromkosten von rund 15 Franken pro Jahr. Bei neueren Geräten ist es weniger. Zwar gibt es noch immer Modelle mit einem ähnlich hohen Verbrauch, bei vielen Geräten kostet der Dauerleerlauf aber nur mehr rund zwei Franken pro Jahr.

Standby-Stromfresser im Haushalt

Doch auch das kann sich letztlich summieren. Hängen mehrere Ladegeräte in einem Haushalt im Leerlauf, steigen die Kosten. Übrigens: In jeder Wohnung und in jedem Haus gibt es auch andere, viel stärkere Stromfresser im Leerlauf. Und die fallen dann so richtig heftig aus. Eine Mikrowelle etwa macht rund acht Franken Zusatzkosten im Jahr aus, ein Router 25 Franken.

Richtig grosse Strom- und Kostenfresser sind Receiver (rund 28 Franken pro Jahr), Drucker, Monitore und PCs (ebenfalls je 28 Franken pro Jahr), LCD-Fernseher (38 Franken pro Jahr) und Stereoanlagen (40 Franken pro Jahr). Deshalb raten Profis dazu, sich abschaltbare Steckdosen zuzulegen, an die diese Geräte gekoppelt werden. Dabei lässt sich richtig Geld sparen.

Ist das Ganze gefährlich?

Doch zurück zu unserem Ladekabel: Neben den Kosten steht die Frage, ob ein ständiges Steckenlassen gefährlich sein kann. Dazu zurück zum Wärme-Effekt. Ist das Ladegerät im Leerlauf, kann der Strom nirgends hinfliessen. Der Strom wird deshalb in Wärmeenergie verwandelt, das Ladegerät wird warm bis heiss. Zusätzlich kommt es auf die Qualität des Kabels an.

Bei schlecht isolierten Ladekabeln kann der Leerlaufstrom zu Kriechstrom werden. Das bedeutet, dass Strom an der Oberfläche des Isoliermaterials entlangfliessen kann. Das betrifft nicht nur Billigteile von Drittanbietern: Auch Apple kämpfte in der Vergangenheit mit diesem Problem.

Die Folge: Es kann kleine Stromstösse geben. Sind Kabel aber wasserabweisend oder speziell isoliert und nicht beschädigt, geht auch beim dauerhaften Betrieb keine Gefahr von ihnen aus. Billigteile können dagegen überhitzen und sogar zu brennen beginnen. Fazit: Besser das Kabel ausstecken, wenn es nicht gebraucht wird.

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