St. Gallen: Das passiert, wenn ein Auto im Tunnel brennt
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St. GallenDas passiert, wenn ein Auto im Tunnel brennt

Ein brennendes Auto fuhr am Mittwochabend durch den Rosenberg-Tunnel in St. Gallen. Allerdings handelte es sich um einen Test. Er sollte zeigen, ob das Sicherheitssystem funktioniert.

von
jeh
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Die Nord-Röhre des Rosenberg-Tunnels in St. Gallen war am Donnerstagabend für den Verkehr gesperrt.

Die Nord-Röhre des Rosenberg-Tunnels in St. Gallen war am Donnerstagabend für den Verkehr gesperrt.

Jeroen Heijers
Grund war ein Sicherheitstest des Bundesamts für Strassen (Astra).

Grund war ein Sicherheitstest des Bundesamts für Strassen (Astra).

Jeroen Heijers
Ein Gasfeuer auf einer Ladefläche simulierte das erste Szenario.

Ein Gasfeuer auf einer Ladefläche simulierte das erste Szenario.

Jeroen Heijers

Die 1428 Meter lange Nord-Röhre des St. Galler Rosenberg-Tunnels in Richtung Zürich war vom späten Mittwochabend bis am frühen Donnerstagmorgen für den Verkehr gesperrt. Grund war ein Sicherheitstest, bei dem das Bundesamt für Strassen (Astra) einen Autobrand sowie ein rauchendes fahrendes Auto simulierte.

Das Astra kontrolliert die Autobahntunnel je nach Fahrzeugfrequenz alle ein oder zwei Jahre. Der Rosenberg-Tunnel mit täglich rund 75'000 passierenden Autos wird jährlich überprüft. Der Schwerpunkt der Tests wechselt dabei von Jahr zu Jahr. «Dieses Jahr wurde die Rauchbewegung genauer beobachtet und analysiert», sagt Testleiter Roman Meier. Mit dem Verlauf der Simulation sind die Astra-Experten äusserst zufrieden. «Es ist alles so abgelaufen, wie es sollte. Damit ist der Test bestanden», sagt Meier. Die genaueren Ergebnisse werden intern noch besprochen.

Rauch wird abgesaugt

Ein Gasfeuer auf einer Ladefläche eines Anhängers simulierte das erste Szenario – ein stehendes brennendes Auto. Kaum stiegen die Flammen in Richtung Tunnel-Decke, schlugen die Brandmelder in der Notrufzentrale Alarm. Die Abluftklappen an der Decke öffneten sich und begannen den Rauch abzuziehen. Gleichzeitig ging die Brandnotbeleuchtung an und im 1987 erbauten Tunnel wurde es hell. Auch die Fluchtwegnischen begannen zu blitzen, damit die aus den Autos flüchtenden Personen im Ernstfall den Weg in den Sicherheitsstollen finden.

Nachdem die Astra-Mitarbeiter das simulierte Feuer wieder ausgemacht hatten, vergingen nur wenige Minuten, bis sich der Rauch komplett aus der Röhre verzogen hatte. Kurze Zeit später begann das zweite Szenario, bei dem ein rauchendes Auto durch den Tunnel fuhr. Wieder gingen die Abluftklappen auf und saugten den Rauch aus der Tunnelröhre.

Die ersten Minuten entscheiden

Vor Ort war auch ein Vertreter der Kantonspolizei St. Gallen, der über das richtige Verhalten bei einem Brandfall im Tunnel informierte. «Entscheidend sind die ersten Minuten. Dann ist man nämlich noch auf sich selbst gestellt, weil die Einsatzkräfte noch nicht eingetroffen sind», sagte Walter Duft von der Kapo St. Gallen. Rund ein Drittel der Verkehrsteilnehmer würden in einem Ernstfall im Tunnel falsch reagieren. «Entweder bleiben sie einfach im Auto sitzen oder wollen im Tunnel umdrehen», so Duft. Fehlentscheidungen, die einem das Leben kosten können.

Um dies zu verhindern, hat die Kantonspolizei Regeln erlassen, welche die Autofahrer befolgen müssen: Zum einen muss bei Stau eine Gasse gebildet und das Radio eingeschaltet werden. Bei Rauchentwicklung sollte zwingend der Motor abgestellt werden. Den Schlüssel lässt man stecken. Schliesslich sollte man das Fahrzeug verlassen und sich auf die Suche nach dem nächstgelegenen Fluchtweg machen.

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