«Brain»: Das PC-Virus wird 25
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«Brain»Das PC-Virus wird 25

Mit der Verbreitung des PCs traten auch die Viren ihren Siegeszug an. Nutzten sie einst Disketten zur Verbreitung, sind es heute E-Mails, soziale Netzwerke und Smartphones.

von
owi
Vor 25 Jahren zirkulierte mit Brain der erste Computer-Virus. Hier finden Sie eine Liste der 25 berühmt-berüchtigten Viren in den letzten 25 Jahren.

Vor 25 Jahren zirkulierte mit Brain der erste Computer-Virus. Hier finden Sie eine Liste der 25 berühmt-berüchtigten Viren in den letzten 25 Jahren.

Manche Viren erlauben sich bloss einen Spass mit ihren Opfern, andere zerstören wichtige Dateien, stehlen Passwörter oder dienen gar der Spionage. In den letzten 25 Jahren hat sich der Fokus aber verlagert. Verbreiteten sich die Pionier-Viren in den 1980er-Jahren relativ gemächlich über 3,5-Zoll-Disketten, werden Schadprogramme heutzutage nicht selten über Apps für soziale Netzwerke oder Apps auf Smartphones in Umlauf gebracht. Im Unterschied zu früher geht es den Viren-Programmierern nicht mehr um Ruhm und Ehre, im Vordergrund stehen oft wirtschaftliche Interessen. Moderne Viren befallen seltener Dateien, viel eher stehlen sie unbemerkt E-Banking-Passwörter oder Kreditkartennummern.

Evolution der Computer-Viren

Als Ur-Virus wird oft Brain genannt. Es verbreitete sich 1986 mit Hilfe der Floppy-Disk um den Erdball, war allerdings keineswegs gefährlich. Den Autoren, zwei pakistanischen Brüdern, ging es wohl mehr um Ruhm und Ehre. Deshalb fügten sie ihre Namen und Kontaktdaten in den Code ein. Heute leiten die beiden ersten Viren-Programmierer einen erfolgreichen Internet-Service-Provider.

Zu besonders weiter Verbreitung gelangte 1990 auch ein Virus mit Schweizer Ursprung. Form, so der Name des Virus, wird auf der Gefährlichkeits-Skala der Sicherheitsfirma F-Secure mit sechs von maximal zehn Punkten bewertet.

Vom E-Mail-Wurm . . .

1999 war die Zeit reif für das erste E-Mail-Virus. Happy99 gratulierte den Opfern mit der Nachricht «Happy New Year 1999» und verschickte sich gleich selbst an alle Kontakte im Adressbuch weiter. Wie die ersten Computer-Viren richtete auch der erste E-Mail-Wurm keinen weiteren Schaden an, infizierte allerdings Millionen von PCs auf der ganzen Welt.

Im Jahr 2000 brach der E-Mail-Wurm Love Letter unzählige Herzen. Love Letter wurde auf den Philippinen entwickelt und gilt noch immer als einer der grössten Virenausbrüche aller Zeiten. Der Wurm verbreitete sich über E-Mail-Anhänge und überschrieb wichtige Systemdateien auf den infizierten Geräten.

Gaben sich die ersten Viren-Programmierer noch mit etwas Ruhm zufrieden, hatten ihre Nachfolger im Jahr 2003 vor allem das schnelle Geld vor Augen. Der Virus Fizzer nistete sich über E-Mail-Anhänge bei den Opfern ein, übernahm die Kontrolle über die infizierten Maschinen und zwang sie Spam-Mails zu versenden.

. . . zum ersten Handy-Virus

Ebenfalls im Jahr 2003 tauchte das erste Handy-Virus auf. Cabir hatte, wie so viele Viren, philippinische Wurzeln, war allerdings relativ ungefährlich.

2004 waren Musiktauschbörsen wie Napster und Kazaa in aller Munde. Es erstaunt daher nicht, dass sich mit MyDoom ein neues Virus über die Tauschbörse Kazaa ausbreitete. Ob dahinter die Musik-Industrie steckte, werden wir wohl nie erfahren.

Stuxnet, das mit Abstand mächtigste Virus aller Zeiten, schlug 2010 in den iranischen Atom-Laboratorien zu. Laut F-Secure ist das Virus ungefähr 1000 Prozent grösser als ein normales Computer-Virus. Ein Mensch bräuchte schätzungsweise über zehn Jahre, um Stuxnet zu programmieren. Daher vermuten Sicherheitsexperten, dass eine Regierung hinter dem höchst komplexen Virus stecken muss. Unter Verdacht stehen die USA und Israel.

Grafik 25 berühmt-berüchtigte Viren in den letzten 25 Jahren.

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