Hardturm-Stadion: Das Projekt gerät ins Wanken
Aktualisiert

Hardturm-StadionDas Projekt gerät ins Wanken

Das geplante Fussballstadion im Hardturm droht zu kippen. Überraschend sprachen sich die Delegierten der FDP gegen das Projekt aus. Die Grünen beschlossen Stimmfreigabe, nur die CVP stellt sich dahinter.

von
som

Überraschung an der Delegiertenversammlung der Stadt­zürcher FDP: Mit 50 zu 23 Stimmen fassten die Politiker die Nein-Parole zur Abstimmungsvor­lage über das neue Fussballstadion im Hardturm. Ebenfalls lehnten sie die damit verknüpfte Wohnüberbauung ab. Zwar hatte sich die FDP-Gemeinderat-Fraktion knapp für den 225-Millionen-Franken-Kredit ausgesprochen, doch für die Mehrheit der Parteibasis war klar, dass sich Zürich kein zweites Stadion leisten sollte.

Die Versammlung habe nicht nachvollziehen können, weshalb sie 2013 zu einem durch die Steuerzahlenden finanzierten Stadion Ja sagen solle, wenn die Stadt Zürich vor fünf Jahren ein privat finanziertes Stadion mit Mantelnutzung hätte haben können, liess die Partei verlauten.

Gespalten waren gestern die Grünen an ihrer Mitgliederversammlung. Gemeinderat Martin Abele hatte zwar noch kräftig die Werbetrommel vor seinen Parteigenossen für das Stadion gerührt: «Im Letzigrund kommt keine richtige Stimmung auf.»

Genützt hat es nichts. Nachdem sich 66 Anwesende gegen und 63 für das Projekt ausgesprochen hatten, beschlossen sie schliesslich die Stimm­freigabe – sie werden also gar keine Abstimmungsparole für den 22. September fassen.

Ein Ja für das Stadion resultierte gestern einzig bei der CVP. Auch die SP hatte vergangene Woche die Ja-Parole beschlossen. (som/sda)

Deine Meinung