Aktualisiert 24.04.2019 18:35

Crash im Gotthard «Das Rad kam wie eine Bombe auf mich zu»

Ein gelöstes Rad knallte im Gotthardtunnel gegen einen Reisecar, bevor es die Windschutzscheibe eines Autos durchschlug. Der Chauffeur steht unter Schock.

von
fss
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Am 24. April 2019 kam es im Gotthardtunnel zu einem schweren Verkehrsunfall: Ein Tessiner Sattelmotorfahrzeug verlor ein Rad, das daraufhin ein Auto traf.

Am 24. April 2019 kam es im Gotthardtunnel zu einem schweren Verkehrsunfall: Ein Tessiner Sattelmotorfahrzeug verlor ein Rad, das daraufhin ein Auto traf.

Kapo Uri
Das Rad rollte auf die Gegenfahrbahn und touchierte dort einen entgegenkommenden Car. Es wurde danach zurückgeschleudert und durchschlug dann die Windschutzscheibe eines Autos, das hinter dem Lastwagen gefahren war.

Das Rad rollte auf die Gegenfahrbahn und touchierte dort einen entgegenkommenden Car. Es wurde danach zurückgeschleudert und durchschlug dann die Windschutzscheibe eines Autos, das hinter dem Lastwagen gefahren war.

FVR / M. Franjo
Der 65-jährige Autofahrer verstarb noch auf der Unfallstelle. Bei der Rettung stand ein Helikopter im Einsatz.

Der 65-jährige Autofahrer verstarb noch auf der Unfallstelle. Bei der Rettung stand ein Helikopter im Einsatz.

FVR / M. Franjo

Am Mittwochmorgen kam es im Gotthardtunnel zu einem schweren Verkehrsunfall. Eine Sprecherin der Kantonspolizei Uri sagte zu 20 Minuten: «Kurz nach neun Uhr kam es im Gotthard zu einem Unfall. Ein Sattelschlepper mit Anhänger verlor ein Rad. Dieses geriet auf die Gegenfahrbahn und touchierte einen Reisecar.» Die Sprecherin weiter: «Das Rad prallte vom Car hinter den Lastwagen und traf frontal auf ein Auto.» Dabei wurde der Lenker so schwer verletzt, dass er noch auf der Unfallstelle verstarb.

Beim PW-Fahrer handelt es sich um einen 65-jährigen Mann aus dem Kanton Zürich. Der Lenker des Tessiner Sattelmotorfahrzeugs und der Lenker mitsamt den 48 Passagieren des Reisecars blieben unverletzt.

Erster Unfall nach 36 Jahren als Chauffeur

Edouard Weber, der Fahrer des Reisecars, war mit einer Reisegruppe vom Jura nach Luino in Italien unterwegs, als das Rad gegen seinen Car krachte. Weber, der seit 36 Jahren als Chauffeur tätig ist, steht unter Schock. «Ich hatte noch nie einen Unfall» sagt er dem «Blick».

«Ich fuhr mit etwa 70 bis 75 Kilometer pro Stunde, als das Rad des LKW wie eine Bombe auf mich zukam. Es knallte in die linke Vorderseite meines Cars», erzählt der Chauffeur. Dann flog das Rad direkt durch die Windschutzscheibe des PW-Fahrers. «Ich sah, wie der Lenker des Fahrzeugs aus seinem Auto gezogen wurde», so Weber.

Besitzer von LKW spricht von Sabotage

Der Unfall-LKW gehört zu einer Tessiner Transportfirma. Der Besitzer glaubt nicht an ein Unglück. Er sagt zum «Blick»: «Das war Sabotage! Jemand hat in der Nacht die Schrauben am Doppel-Rad gelöst. Beide Pneus sprangen ab.» Nun möchte der Mann Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Er ist sich sicher: «Solche fiesen Vandalen-Aktionen kommen in der Branche häufiger vor.» Mit seinem Fahrer konnte er noch nicht sprechen.

Der Lastwagen wurde von der Polizei sichergestellt. Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen auf Hochtouren. Der Strassentunnel blieb für Rettungs- und Aufräumarbeiten bis kurz vor 13 Uhr gesperrt. Mittlerweile ist der Tunnel in beiden Richtungen wieder befahrbar.

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