Aasfressende Meerestierchen: Das Rätsel um die blutigen Füsse ist gelöst
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Aasfressende MeerestierchenDas Rätsel um die blutigen Füsse ist gelöst

Winzige Meerestierchen haben dem Australier Sam Kanizay die Beine blutig gebissen. Nun ist klar, worum es sich bei ihnen handelt.

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Noch im Spitalbett, aber wohlauf: Sam Kanizay hat den Schock über seine blutigen Füsse gut überstanden. Die Verursacher hält er in seinen Händen.

Noch im Spitalbett, aber wohlauf: Sam Kanizay hat den Schock über seine blutigen Füsse gut überstanden. Die Verursacher hält er in seinen Händen.

Keystone/AP/Australia Pool
Die Meeresbiologin Genefor Walker-Smith hat sie als Meeresflöhe identifiziert, eine Unterart der Amphipoden. Sie kommen in allen Weltmeeren vor und greifen «eigentlich keine Menschen an». Das sei ein dummer Zufall gewesen.

Die Meeresbiologin Genefor Walker-Smith hat sie als Meeresflöhe identifiziert, eine Unterart der Amphipoden. Sie kommen in allen Weltmeeren vor und greifen «eigentlich keine Menschen an». Das sei ein dummer Zufall gewesen.

Facebook.com/Museums Victoria

Das Rätsel um die winzig kleinen Tiere, die Sam Kanizay die Füsse blutig frassen, ist gelöst: Die Meeresbiologin Genefor Walker-Smith von den Museums Victoria in Melbourne hat sie als sogenannte Meeresflöhe identifiziert.

Zunächst waren die Vermutungen in Richtung Seeläuse gegangen, mit denen die Tierchen gern verwechselt werden.

Bei den Meeresflöhen handelt es sich um eine Unterart von Amphipoden, wie sie in allen Weltmeeren vorkommen. Normalerweise gehen die Flöhe (Lysianassid Amphipod) auf tote Fische oder Seevögel los. «Eigentlich greifen sie keine Menschen an», sagt die Biologin. «Das war ein dummer Zufall.»

Rätsel um fleischfressende Mini-Tierchen

Der 16-jährige Australier Jarrod Kanizay ist im Meer vor Melbourne von Tieren angefallen worden. AFP

Rätsel um fleischfressende Mini-Tierchen. Video: Tamedia/AFP

Totes Tier lockte sie an

Amphipoden sind nur zwischen sechs und 13 Millimeter gross. Die Art, die den Schüler angriff, wird Meeresflöhe oder auch Meeresläuse genannt. Walker-Smith äusserte die Vermutung, dass der Schüler in der Nähe eines toten Tieres stand und die Amphipoden dann auf ihn wechselten.

«Er stand einfach lange Zeit still im kalten Wasser. Das hat ihnen viel Zeit gegeben, um zuzuschnappen.» Der Schüler hatte anfangs vermutet, dass er Sand an den Beinen hatte. Erst als er den vermeintlichen Sand wegwischte, entdeckte er das viele Blut.

Aus Sicht der Biologin besteht durch die Tierchen für Menschen keine Gefahr. Walker-Smith lobte die Meeresflöhe vielmehr als wichtigen Teil des maritimen Ökosystems. «Wenn wir sie nicht hätten, wäre das Meer voll von toten Fischen und toten Vögeln. Sie sind einfach Teil der Nahrungskette, der Kette des Lebens.»

Seeläuse in Aktion

(Video: Jarrod Kanizay via Storyful) 7.8.2017

Nach dem Vorfall sammelte Sams Vater einige der gefrässigen Tierchen ein und filmte sie dabei, wie sie sich genussvoll über Fleischstücke hermachten. (Video: Jarrod Kanizay via Storyful) (fee/sda)

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