Glücksspiele: Das Rennen ums Zürcher Casino ist entschieden

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GlücksspieleDas Rennen ums Zürcher Casino ist entschieden

Dass in der Stadt Zürich bald auch gezockt wird, ist schon länger klar. Nun ist auch bekannt, wer die Konzession erhält: Es ist die Swiss Casinos Gruppe.

Bald rollt der Casino-Rubel - und die Roulette-Kugel - auch in der Stadt Zürich.

Bald rollt der Casino-Rubel - und die Roulette-Kugel - auch in der Stadt Zürich.

Die Swiss Casinos Gruppe hat den Poker um die Zürcher Spielbank für sich entschieden. Der Bundesrat hat in der Konzessionsvergabe den Vorentscheid zu ihren Gunsten gefällt. Das Zürcher Casino wird mit über 120 Millionen Bruttospielertrag das grösste der Schweiz.

Die Gesuchstellerin hätte in keinem der geprüften Bereiche mit ungenügend abgeschnitten, sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga am Mittwoch vor den Medien in Bern. Grundlage für den Bundesratsentscheid bildete eine Empfehlung der Eidg. Spielbankenkommission (ESBK). Diese hatte fünf Bewerbungen für die Zürcher Konzession geprüft.

Die ESBK beurteilte insbesondere die Kriterien Eigenkapital, Herkunft der Mittel, guten Ruf, Unabhängigkeit und volkswirtschaftlichen Nutzen der Bewerbung. Bewertet wurde auch, ob die Anbieter über ein Sicherheits- und Sozialkonzept verfügen und wie Geldwäschereibestimmungen umgesetzt werden.

Das Rennen gemacht hat in Zürich die Swiss Casinos Zürich AG. Sie will die Spielbank im Herbst 2012 im Haus Ober - einem ehemaligen Warenhaus - an der Sihlporte in der Zürcher Innenstadt eröffnen. «Der Entscheid ist für uns eine freudige Überraschung», sagte Peter Meier, Delegierter des Verwaltungsrates, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die Swiss Casinos Zürich AG ist eine Tochterfirma der Swiss Casinos Gruppe. Diese betreibt bereits in St. Gallen, Pfäffikon (SZ) und Schaffhausen Spielbanken. Die umliegenden Betriebe würden durch das Zürcher Projekt zwar geschwächt, sagte Meier. «Sie sind aber immer noch lebensfähig.» Stellen würden keine abgebaut.

Redimensionieren muss dagegen das Grand Casino Baden, das in Zürich ebenfalls um eine Konzession gebuhlt hatte. Die Aargauer rechnen mit Umsatzeinbussen von gegen 35 Prozent. Ob es zu Entlassungen kommt, konnte Detlef Brose, CEO der Spielbank Baden AG, nicht sagen. «Wir nehmen den Entscheid mit Bedauern und Enttäuschung zur Kenntnis.»

Die Zürcher Spielbank wird die bisherige Nummer Eins Baden deutlich überflügeln. Dieses Grand Casino hatte im letzten Jahr rund 105 Millionen Franken Bruttospielertrag erzielt. In Zürich rechnet man mit 125 Millionen Bruttospielertrag.

Neuenburger Casino öffnet Anfang 2012

Gleichzeitig zum Zürcher Entscheid hat sich der Bundesrat auch für ein Neuenburger Projekt ausgesprochen. Dort soll die FBAM Neuchâtel SA eine B-Konzession erhalten. Im Casino de la Rotonde öffnen sich die Türen voraussichtlich Anfang 2012. Hinter dem Projekt steht die Kongress und Kursaal Bern AG, die das Grand Casino in der Stadt Bern betreibt.

Die Konzessionen gelten in Neuenburg wie auch in Zürich bis 2023. Dannzumal laufen auch die Konzessionen für die anderen Casino- Standorte aus. Eine Verlängerung ist möglich.

Mit dem Entscheid des Bundesrates können die zwei ausgewählten Gesuchstellerinnen nun ihre Betriebsaufnahme vorbereiten. Die ESBK holt vor der Eröffnung noch die formelle Zustimmung der jeweiligen Standortkantone und -gemeinden ein. Dies ist eine Formsache, haben sich die diversen Instanzen doch bislang positiv geäussert.

Die definitiven Konzessionen erteilt der Bundesrat, wenn alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen und sämtliche Einzelheiten des Konzessionsinhalts geklärt sind.

Zusammen mit den zwei neuen Casinos wird es in der Schweiz künftig 21 konzessionierte Spielbanken geben. Davon werden acht als Grand Casinos über eine A-Konzession verfügen. 13 werden als Kursäle eine B-Konzession haben. Weitere Vergaben sind gemäss Bundesrätin Sommaruga keine geplant.

Peter Meier im Interview:

(Video: Keystone) (sda)

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