Playoff-Final: Das Rezept des SC Bern ist Nichtstun
Aktualisiert

Playoff-FinalDas Rezept des SC Bern ist Nichtstun

Nach der Niederlage zum Auftakt des Playoff-Finals gegen Zug hat SCB-Trainer Kari Jalonen neue Wege beschritten.

von
Adrian Ruch
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Am Ende konnten sie doch Jubeln: Der EV Zug gewinnt auswärts gegen den SC Bern mit 4:1 und schafft im ersten Finalspiel das Break.

Am Ende konnten sie doch Jubeln: Der EV Zug gewinnt auswärts gegen den SC Bern mit 4:1 und schafft im ersten Finalspiel das Break.

Keystone/Anthony Anex
Dabei gelang dem SC Bern ein Start nach Mass: Nach zwölf Minuten brachte Jan Mursak im Powerplay seine Farben in Front.

Dabei gelang dem SC Bern ein Start nach Mass: Nach zwölf Minuten brachte Jan Mursak im Powerplay seine Farben in Front.

Keystone/Melanie Duchene
Die Zuger fanden jedoch zurück in die Partie und übernahmen das Spieldiktat – auch wenn sie dafür manchmal untendurch mussten.

Die Zuger fanden jedoch zurück in die Partie und übernahmen das Spieldiktat – auch wenn sie dafür manchmal untendurch mussten.

kein Anbieter/Freshfocus/Urs Lindt

Im Umgang mit einer Heimniederlage zum Playoff-Auftakt sind die Exponenten des SC Bern mittlerweile geübt. Sie waren Servette im Viertelfinal 0:2 und Biel im Halbfinal 2:4 unterlegen. Das 1:4 gegen den EV Zug ist für die Berner also kein Grund zur Beunruhigung. Oder doch?

Es gibt nämlich zwei nicht unerhebliche Unterschiede zu den negativen Überraschungen gegen die Genfer und Seeländer. Damals hatten die Mutzen jeweils anfänglich nicht Betriebstemperatur erreicht und waren im Startabschnitt in Rückstand geraten. Gegen die Zuger kontrollierten die Berner vorerst das Geschehen und führten nach dem ersten Drittel.

Zudem liessen sie sich durch den ungünstigen Spielverlauf mit einem eigenen Pfostenschuss, dem Gegentreffer zum 1:2 und die Schwalbe des Zugers Garrett Roes innert weniger Minuten aus dem Konzept bringen. «Wir haben uns durch Strafen unnötigerweise selbst geschwächt und die Nerven verloren, das kennt man von unserer Mannschaft sonst nicht», sagt SCB-Sportchef Alex Chatelain.

Die Suche nach dem Schlüssel

Besondere Umstände erfordern besondere Massnahmen. Statt sie per Videoanalyse auf all ihre Fehler aufmerksam zu machen, gab Cheftrainer Kari Jalonen seinen Akteuren am Freitag frei. Weg vom Eishockey, den Kopf lüften, Sonne tanken - die gebeutelten Berner sollen auf andere Gedanken kommen, auf dass sie heute in der Bossard-Arena mit neuem Elan das Eis betreten.

Jalonen und sein Staff hingegen dürften am Tag danach den Match vom Donnerstag stundenlang analysiert haben, um heute an der Taktik Feinjustierungen vornehmen zu kommen. Im Viertel- und Halbfinal hatten die Berner letztlich den Schlüssel gefunden, mit dem sich die Tür zum Erfolg öffnen liess. Ob ihnen das gegen die starken Zentralschweizer auch gelingt?

Personalnot in der Abwehr

Die Aufgabe ist auch deshalb eine schwierige, weil sich die Personalsituation alles andere als vorteilhaft präsentiert. Weil Adam Almquist nach dem hässlichen Check gegen Reto Suri gesperrt ist und Calle Andersson sowie Jérémie Kamerzin verletzt sind, verfügt der SCB nur noch fünf über Verteidiger mit Playoff-Erfahrung.

Zudem fehlt im Sturm mit Gaëtan Haas ein Nationalspieler sicher und mit Thomas Rüfenacht vielleicht noch ein zweiter. Letzterer reiste am Mittwoch aus privaten Gründen in die USA. Für Almquist kommt Zach Boychuk als vierter Ausländer zum Einsatz. Der kanadische Stürmer mit NHL- und KHL-Erfahrung kann nun auf der Finalbühne zeigen, dass er mehr kann, als er in der Schweiz bisher geboten hat.

Ob der SCB auch in diese Serie zurückkehren kann, ist laut Sportchef Chatelain «sehr stark eine mentale Frage. Wir müssen unser Eishockey spielen und dürfen uns nicht auf Privatduelle einlassen.»

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