Aktualisiert

Auftragseingang bricht einDas Rezessionsrisiko steigt

Die Indizien einer bevorstehenden Rezession mehren sich: Die Industrie im Euroraum ist so stark geschrumpft wie zuletzt im August 2009.

von
Hans Peter Arnold

Schlechte Nachrichten aus der Industrie: Der Index der europäischen Einkaufsmanager sank im September auf 48,5 Punkte (Vormonat: 49 Punkte). Damit verharrt der Index unter der kritischen Marke von 50 Punkten. Werte unter 50 Punkten weisen auf eine schrumpfende Wirtschaftsentwicklung hin. Das Problem: Die Auftragssituation verschlechterte sich so dramatisch wie seit August 2009 nicht mehr. «Die Industrie in der Eurozone steckt in der tiefsten Krise seit zwei Jahren», kommentierte gestern Chris Williamson, Chefanalyst des mit der Umfrage betrauten Unternehmens Markit Economics.

Der Schweizer Einkaufsmanagerindex ist im September ebenfalls unter die kritische Marke gefallen, und zwar auf 48,2 Zähler (Vormonat: 51,7 Zähler). Damit rutschte der Index erstmals seit August 2009 wieder aus der Wachstumszone. «Offensichtlich hat sich der Sommerschock aus Frankenaufwertung bis zur Parität, Börseneinbruch und ständigen Krisenmeldungen aus der Eurozone lähmend auf die Realwirtschaft ausgewirkt», schreibt die Credit Suisse. Die Commerzbank erwartet, dass die Wirtschaft der Eurozone im Winter in eine Rezession fällt. Hauptursache seien die Belastungen durch die Schuldenkrise, erläuterte Chefökonom Jörg Krämer. Er präzisiert: «Ich bin immer weniger der Meinung, dass wir es mit einer blossen Wachstumsverlangsamung zu tun haben.»

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