Frachter im Suezkanal: Das riesige Containerschiff könnte «auseinanderbrechen» oder «kentern»
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Frachter im SuezkanalDas riesige Containerschiff könnte «auseinanderbrechen» oder «kentern»

Der Experte, der 2014 die Bergungsarbeiten der auf Grund gelaufenen Costa Concordia leitete, sagt, was das schlimmste Szenario wäre.

von
Denis Molnar
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Es bestehe die Gefahr,…

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…dass das Schiff auseinander bricht oder auch kentert.

…dass das Schiff auseinander bricht oder auch kentert.

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AFP

Darum gehts

  • Der Verkehr im Suezkanal steht wegen eines Schiffsunglücks seit Dienstag still.

  • Hunderte Schiffe können den Kanal nicht passieren.

  • Die Bergungsarbeiten sind kompliziert.

Nur sehr langsam kommen die Bergungsarbeiten beim Containerschiff Ever Given voran. Bilder aus der Vogelperspektive zeigen etliche Schiffe am Südportal, die nicht weiterkönnen. Schiffe mit Gütern aller Art, auch mit Lebendfracht an Bord, sind seit Tagen blockiert.

Es brauche eine komplette Analyse des Kanalbodens und des Materials, in dem das Schiff feststecke, sagt Nick Sloane «The Daily Beast». Sloane war der Mann, der 2014 die Aufrichtung und Bergung der auf Grund gelaufenen Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio leitete.

Arbeiter bereiten sich auf Entladung vor

«Es besteht die Gefahr, dass das Schiff nur über den Bug und das Heck gestützt wird und in der Mitte durchhängt», so der Bergungs-Experte. Dies könnte laut Sloane dazu führen, dass die Ever Given bricht und Treibstoff, wie auch Fracht in den Kanal gelangt. «Das wäre das schlimmste Szenario.» Die Wasserstrasse würde für eine weitere ungewisse Zeit unpassierbar bleiben. «Weiter besteht die Gefahr, dass das Schiff kopflastig wird und kentert», ergänzt Kapitän John Konrad, der Gründer und Chef von gCapitain, einer Fachseite für Schifffahrt, ist. Passiere das, wäre das eine «Katastrophe».

Derweil bereiten sich Arbeiter auf eine mögliche Teilentladung der Ever Given vor. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe entsprechende Vorbereitungen angeordnet. Das sagte Admiral Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, dem Fernsehsender Extra News am Sonntag. Währenddessen haben Reedereien begonnen, ihre Frachter um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas herumfahren zu lassen.

(DPA)

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