«Eine weitere schlechte Nachricht»: Das sagen Betroffene zur Maskenpflicht in Basel-Stadt

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«Eine weitere schlechte Nachricht»Das sagen Betroffene zur Maskenpflicht in Basel-Stadt

Ab Montag müssen in Basel nicht mehr nur im ÖV Masken getragen werden. Die Pflicht wird auf alle öffentlich zugänglichen Räume sowie auf weiterführende Schulen ausgeweitet, wo Mindestabstände nicht eingehalten werden können.

von
Steve Last
Lea Lozano
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Nach dem ÖV nun auch Geschäfte und Teile von weiterführenden Schulen: Im Kanton Basel-Stadt gilt ab Montag eine verschärfte Maskenpflicht.

Nach dem ÖV nun auch Geschäfte und Teile von weiterführenden Schulen: Im Kanton Basel-Stadt gilt ab Montag eine verschärfte Maskenpflicht.

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Für Clubs sei es nur eine geringe Anpassung, sagt Nachtleben-Experte Alex Flach. Für Bars sei es ein «logischer Schritt». Das Barpersonal sei «extrem exponiert».

Für Clubs sei es nur eine geringe Anpassung, sagt Nachtleben-Experte Alex Flach. Für Bars sei es ein «logischer Schritt». Das Barpersonal sei «extrem exponiert».

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Bei Schulen gilt die Maskenpflicht nur auf weiterführenden Stufen und nur dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. «Es ist ein saurer Apfel, in den wir aber beissen werden, um die Pandemie einzudämmen», sagt Basler Schulsynodenpräsident Jean-Michel Héritier.

Bei Schulen gilt die Maskenpflicht nur auf weiterführenden Stufen und nur dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. «Es ist ein saurer Apfel, in den wir aber beissen werden, um die Pandemie einzudämmen», sagt Basler Schulsynodenpräsident Jean-Michel Héritier.

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Darum gehts

  • Wegen steigender Fallzahlen hat die Regierung des Kantons Basel-Stadt am Donnerstag eine verschärfte Maskenpflicht angeordnet.
  • Ab Montag müssen in Läden und Teilen von weiterführenden Schulen sowie vom Personal von Restaurationsbetrieben Masken getragen werden.
  • 20 Minuten hat mit Betroffenen gesprochen. Viele haben Verständnis, denn es herrscht Angst vor einem zweiten Lockdown.

Im Kanton Basel-Stadt wird die Maskenpflicht verschärft. Während sie bisher nur im ÖV galt, fallen ab Montag nun Läden und Teile von weiterführenden Schulen sowie für Personal Restaurationsbetriebe darunter. Dies teilte die Regierung am Donnerstagnachmittag mit. Grund für die Verschärfung seien steigende Corona-Fallzahlen im Kanton und in der ganzen Schweiz. Das sagen Betroffene:

Das Nachtleben

«Clubs haben bereits Partys mit Masken gemacht, sonst hätten sie nur 100 Personen reinlassen dürfen», sagt Nachtleben-Experte Alex Flach. Weil Clubs mit der Personengrenze finanziell nicht über die Runden kämen, sei das Maskentragen ohnehin schon «halb freiwillig» eingeführt worden — nun sei es Pflicht. Die Umstellung sei also relativ klein und man habe bereits Erfahrungen mit Schutzkonzepten sammeln können. Die Maskenpflicht beim Personal erachtet Flach als «logischen Schritt». Vor allem das Barpersonal sei «extrem exponiert».

Die Lehrer

«Es hat sich mit den steigenden Zahlen abgezeichnet», sagt Jean-Michel Héritier, Präsident der Freiwilligen Schulsynode Basel-Stadt. Der Lehrerverband habe Verständnis für den Entscheid. «Es ist ein saurer Apfel, in den wir aber beissen werden, um die Pandemie einzudämmen», so Héritier. In den weiterführenden Schulen gelte die Maskenpflicht nur dort, wo die Mindestabstände nicht eingehalten werden könnten. «Der soziale Austausch in den Klassenzimmern bleibt erhalten», betont er.

Die Dienstleister

«Man musste damit rechnen», sagt auch Mathias Böhm, Geschäftsführer des Dienstleistervereins Pro Innerstadt Basel. Die Fallzahlen seien wieder gestiegen. «Wir versuchen, mit den Geschäften zusammen bestmöglich mit der Situation umzugehen und einen zweiten Lockdown zu verhindern. Ein solcher wäre extrem schwierig», so Böhm. Dennoch gebe es auch in Zeiten der Maskenpflicht Grund für Optimismus: «Erfahrungen aus anderen Ländern, wo Masken in Geschäften schon länger Pflicht sind, zeigen, dass die Auswirkungen auf die Umsätze kaum spürbar sind», hält er fest.

Der Wirteverband

«Es ist eine weitere schlechte Nachricht», sagt Maurus Ebneter, Präsident des Wirtenverbands Basel-Stadt. Er befürchtet, dass die Leute nun zum Einkaufen auf Nachbarkantone ausweichen werden. «Dass Basel-Stadt als einziger Kanton in der Umgebung die Maskenpflicht verschärft, wird sich negativ auf die Frequenz auswirken und somit auch auf das Gastgewerbe», so Ebneter. Ein weiterer Punkt der ihm Sorgen bereite, sei die Belastung der Mitarbeiter: «Wir müssen ihnen mehr Pausen geben, damit sie das überhaupt aushalten.»

Der Detailhandel

Der Basler Detailhändler Coop wird die Vorgaben der Behörden umsetzen, wie Sprecher Patrick Häfliger auf Anfrage von 20 Minuten sagt. «Der Schutz unserer Mitarbeitenden sowie der Kundinnen und Kunden hat für Coop oberste Priorität», sagt er. Neben den bisherigen Schutzmassnahmen – wie Plexiglasscheiben, Desinfektionsmittel, vermehrte Reinigungen, Einweg-Handschuhe und Social-Distancing-Regeln – setze man in Kantonen, die eine Maskenpflicht in den Läden eingeführt hätten, auf folgende Massnahmen: «Vor den Verkaufsstellen sind Plakate mit dem Hinweis auf die Maskenpflicht platziert. Wir informieren die Kundinnen und Kunden über das Instore-Radio. Zudem haben wir unsere Mitarbeitenden auf die Thematik sensibilisiert und instruiert», so Häfliger.

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