Aktualisiert 12.02.2020 10:18

Coronavirus

«Im Ernstfall unterstützt uns die Schweizer Armee»

Auf einem Swiss-Flug von New York nach Zürich wurde heute ein Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion gemeldet. Der Flughafen Zürich informierte live.

von
dk

Auf einem Swiss-Flug von New York nach Zürich wurde ein Verdacht auf Coronavirus-Infektion gemeldet. Daraufhin löste der Flughafen Zürich in Absprache mit der Fluggesellschaft Swiss den Notfallplan für infektiöse Krankheiten aus. Mirko Kunz, Head Emergency Management vom Flughafen Zürich, Dr. Hugo Sax, Chef Grenzarzt, Oliver Buchhofer, Head of Flight Operations von Swiss und Jeann Rehli von Schutz & Rettung Zürich gaben heute Auskunft zum Vorfall.

Das betroffene Crewmitglied sei vor rund zehn Tagen in Shanghai im Einsatz für die Swiss gewesen, sagte Oliver Buchhofer. Wenn sich ein Mitarbeiter krank melde und es vertretbar sei, werde die Person nach Zürich gebracht. «Da er auf dem Flug hustete und Fieber hatte, informierte die Crew die Einsatzstelle. Wir gingen aber davon aus, dass es sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht um ein Coronavirus handelt», sagt Buchhofer. Trotzdem habe man sofort den Flughafen Zürich informiert. «Ungefähr 30 bis 45 Minuten vor der Landung wurden wir darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Notfallplan für infektiöse Krankheiten ausgelöst wird.»

Keine grössere Ansteckungsgefahr im Flugzeug

Ein solches Vorgehen sei Standardprozedur, sagt Chef Grenzarzt Hugo Sax. «Wir haben den Patienten nach Ankunft des Fliegers für weitere Abklärungen mit der Ambulanz ins Unispital Zürich gebracht.» Man habe dann aber relativ schnell feststellen können, dass der Patient eine saisonale Grippeinfektion hatte. Von den restlichen Passagieren habe man die Kontaktdaten aufgenommen, um sie auf dem Laufenden halten zu können.

Grenzarzt Hugo Sax im Interview

Für einen Grossteil der Flugzeugpassagiere habe es keine Gefahr einer möglichen Ansteckung gegeben, sagt Sax. «Die Übertragung erfolgt beim Coronavirus durch eine Tröpfcheninfektion.» Die Viren würden durch eine infizierte Person ausgeworfen und würden ungefähr innerhalb eines Meters zu Boden fallen. «Daher existiert ausserhalb dieses Radius auch nur eine minimale Ansteckungsgefahr», so Sax. Aus Sicherheitsgründen habe man aber trotzdem Passagiere, die innerhalb von drei Reihen vom betroffenen Patienten sassen, näher untersucht.

Armee unterstützt bei Pandemie

Bei einer hochansteckenden Krankheit wie etwa Tuberkulose oder den Masern wäre man anders vorgegangen, sagt Sax. «Das Prozedere wäre bei einer Pandemie, mit Verdachtsfällen bei mehreren Personen auf einem Flug, anders.» Allenfalls würde man dann zu einem sogenannten Entry Screening greifen und alle Passagiere, die aus dem Flug aussteigen, individuell überprüfen. «Dieser Plan wurde in der Schweiz aber noch nicht aktiviert und eine entsprechende Umsetzung wird auch nicht diskutiert», sagt Sax.

Wäre ein Entry Screening aber nötig, sei man dafür bereit, sagt Mirko Kunz vom Flughafen Zürich. «Der Personalaufwand hängt davon ab, wie viele Fluglinien und Personen überprüft werden müssten, aber: Er ist sehr gross.» Wenn der Prozess vom Bundesamt für Gesundheit ausgelöst werde, würden Sanitätstruppen der Schweizer Armee unterstützend zum Einsatz kommen, sagt Kunz. «Entsprechende Vereinbarungen wurden bereits getroffen.»

Oliver Buchhofer, Head of Flight Operations von Swiss, sagt, wieso die Fluggesellschaft eine kranke Person nach Zürich geflogen hat.

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