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Verlängerter Beizen-LockdownDas sagt die Gastroszene zum Bundesrats-Entscheid

Weil der Bundesrat die Restaurants weiter geschlossen halten will, toben die Wirte. Gastrosuisse befürchtet eine Konkurswelle und Tausende Entlassungen. Der Branchenverband will eine Entschädigung für den angerichteten Schaden.

von
Fabian Pöschl
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Bundesrat Berset will den Beizen-Lockdown bis Ende Februar verlängern.

Bundesrat Berset will den Beizen-Lockdown bis Ende Februar verlängern.

AFP
Die Restaurants sind bereits seit 22. Dezember geschlossen und haben gehofft, dass sie am 23. Januar wieder öffnen können.

Die Restaurants sind bereits seit 22. Dezember geschlossen und haben gehofft, dass sie am 23. Januar wieder öffnen können.

REUTERS
Am 13. Januar entscheidet der Bundesrat definitiv über eine Verlängerung des Beizen-Lockdowns.

Am 13. Januar entscheidet der Bundesrat definitiv über eine Verlängerung des Beizen-Lockdowns.

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Darum gehts

  • Bundesrat Berset will den Beizen-Lockdown verlängern.

  • Das stösst der Gastrobranche sauer auf.

  • Der Branchenverband fordert eine Entschädigung für die befohlene Schliessung.

  • Viele Betriebe seien bereits halb ausgeblutet.

Die Betreiber von Restaurants und Beizen haben gehofft, dass sie am 23. Januar wieder öffnen können. Doch daraus dürfte nichts werden. Weil Gesundheitsminister Alain Berset nicht davon ausgeht, dass die Fallzahlen in den nächsten Wochen deutlich sinken werden, will er den Beizen-Lockdown um fünf Wochen bis Ende Februar verlängern – und zwar in der ganzen Schweiz.

Definitiv entschieden ist das aber noch nicht. Erst will der Bundesrat die Kantone konsultieren und dann am 13. Januar über die Verlängerung und deren Dauer entscheiden. Dann geht es auch um allfällige Hilfen für die darbende Gastrobranche, wie Berset an der heutigen Pressekonferenz sagte.

«Zehntausende Stellen sind gefährdet»

Die Verlängerung bedeute einen weiteren Monat Berufsverbot, schreibt Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer in einer Mitteilung. Ausserdem sei es «schlimm und hart», dass der Bundesrat noch keine konkreten Ausfallentschädigungen für die geschlossenen Betriebe angekündigt hat. Für Platzer ist klar: «Der Bundesrat muss den angerichteten Schaden bezahlen, denn die Schliessung der Restaurants wurde befohlen.»

Der Bundesrat habe den Ernst der Lage nicht erkannt, teilt der Branchenverband mit. Viele Betriebe seien bereits halb ausgeblutet. Ohne sofortige finanzielle Entschädigung gehe die Branche zugrunde. Tausende Betriebe stünden vor dem Aus und Zehntausende Stellen seien akut gefährdet.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

Täglich erhalte Gastrosuisse alarmierende und tragische Nachrichten von Mitgliedern, die nicht mehr weiter wüssten. So schreibt ein Wirt etwa, dass das über Jahrzehnte zusammengesparte Geld aufgebraucht sei. Nun sei er «total am Anschlag» und weiss nicht mehr nicht mehr, wie er den Mietzins und die offenen Rechnungen bezahlen solle. «Wenn das so weitergeht, gehe ich Konkurs», schreibt der Wirt.

Das hat der Bundesrat entschieden

Der Bundesrat hat an einer ausserordentlichen Sitzung die Corona-Massnahmen diskutiert. Das sind die wichtigsten Punkte, über die er am 13. Januar definitiv entscheidet:

  • Schweizweit gleiche Regelung.

  • Schliessung der Restaurants sowie der Kultur-, Sport- und Freizeitanlagen um fünf Wochen bis Ende Februar.

  • Lockdown für Non-Food-Läden.

  • Verpflichtung zu Home-Office und weitergehende Massnahmen am Arbeitsplatz.

  • Weitere Einschränkung von Menschenansammlungen und privaten Veranstaltungen.

  • Erhöhter Schutz besonders gefährdeter Personen.

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797 Kommentare
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Panik Hodus

08.01.2021, 00:40

Die Restaurants müssen am 11. Januar wieder öffnen. Sonst müssen viele für immer schliessen. Ich werde sicher konsumieren gehen, wenn sich jemand gegen die Massnahmen stellt.

Sam Lee

08.01.2021, 00:33

Ich habe ein Restaurant und HUNGER!!!

B R U T U S

07.01.2021, 19:34

Ab welchem Punkt ist der Tyrannenmord zulässig, wann wird er sogar nötig? Spätetens, wenn Krisen zur Machtsteigerung dienen.