Cressier NE - «Die Menschen müssen zur Sicherheit das Trinkwasser abkochen»

Cressier NE«Die Menschen müssen zur Sicherheit das Trinkwasser abkochen»

Am Dienstagabend trat ein Fluss über die Ufer und überschwemmte das Dorf Cressier NE. Es wird mit mehreren Dutzend Millionen Franken Schaden gerechnet. 20 Minuten nahm einen Augenschein.

von
Lucas Orellano

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Mittwoch, 23.06.2021

Damit beenden wir unseren Livestream. Danke für die Aufmerksamkeit

Feuerwehr am pumpen

Die Unterführung unter der Bahnlinie durch ist weiterhin fast komplett überflutet, die Feuerwehr pumpt das Wasser ab.

Es ist unklar, wie lange es dauert, bis die Strassen geräumt und repariert sind

Helferinnen transportieren Trinkwasser in Anhängern

Wohlverdiente Pause

Die meisten Arbeiter sind seit rund 18 Stunden im Einsatz, auch der Gemeindepräsident sagte im Interview, er habe diese Nacht keine Minute geschlafen.

Auch im unteren Teil des Dorfes ist Verwüstung zu sehen

Trinkwasser teilweise abgestellt

Weil das Trinkwasser im Dorf teilweise abgestellt ist, werden in Cressier Flaschen verteilt. Die Verpflegung ist auch für die Arbeiter gedacht, die mit Aufräumen beschäftigt sind.

Hier würde der Dorfbach eigentlich unterirdisch durchfliessen

Die Kanalisation muss wieder freigelegt werden

Auch weiter unten im Dorf sind die Aufräumarbeiten in vollem Gang

Das sagt der Gemeindepräsident

Verschiedene Menschen können derzeit nicht in ihren Häusern wohnen. «Wenn es Familien gibt, die nirgendwo unterkommen, sollen sie sich bei uns melden», sagt Gemeindepräsident Jean Bernard Simonet. «Wir werden für sie ein Hotel organisieren.»

Eine Prognose, was die Kosten angeht, wagt Simonet nicht. Im Moment liege der Fokus vor allem auf der Freilegung der Kanalisation.

Die Trinkwasserversorgung ist ebenfalls eine hohe Priorität. Teilweise ist das Wasser abgestellt; wenn doch etwas aus dem Wasserhahn kommt, dann soll man das Wasser abkochen.

«Ich weiss nicht, was ich in Bezug auf die Katastrophe fühlen soll», sagt Simonet. «Leider. Leider. ‹Leider›, reicht eben nicht, um das auszudrücken.»

Keine Personenschäden

Wie die Behörden sagen, hat die Katastrophe zumindest etwas Positives: Es gibt keine Toten, keine Verletzten und keine Vermissten. Es ist nur Sachschaden zu beklagen.

Entwarnung bei der Raffinerie

In Cressier steht die grösste Raffinerie der Schweiz. Die Behörden konnten jedoch Entwarnung geben, die Raffinerie ist vom Unglück nur wenig betroffen.

Schaden lässt sich noch nicht beziffern

Unklar ist, wie teuer die Wassermassen Cressier kommen werden. Die Schäden sind immens, die Kantonsregierung geht von mehreren Dutzend Millionen Franken Kosten aus. Die Bevölkerung des Dorfes ist mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Bach fliesst jetzt oberirdisch

Eigentlich sollte dieser Bach unterirdisch fliessen. Weil Schlamm und Geröll aber alles verstopft haben, fliesst der Bach nun oberirdisch. Es ist eine temporäre Lösung, bis die Räumung abgeschlossen ist.

20 Minuten live vor Ort

20 Minuten ist in Cressier NE. Reporter Stefan Lanz berichtet live vor Ort und macht sich ein Bild von der Zerstörung im Dorf. Jetzt live im Stream!

Zusammenfassung

Die Medienkonferenz ist beendet. Hier noch einmal die wichtigsten Punkte in Kürze.

  • Derzeit sind die Einsatzkräfte immer noch bei der Arbeit. Es werde Tage bis Wochen dauern, bis alle Schäden des Unwetters beseitigt sind.

  • Die Neuenburger Regierung geht davon aus, dass die Flut mehrere Dutzend Millionen Franken kosten wird.

  • Strassen konnten teilweise wieder freigegeben werden, aber mehrere Häuser sind unbewohnbar, auch aus Sicherheitsgründen. Die Menschen müssen nun andernorts unterkommen.

  • Zeitweise war ein Superpuma im Einsatz, um allfällige Personen in Not retten zu können.

  • Problematisch: Bereits am Mittwochnachmittag soll es wieder regnen. Das könnte zu erneuten Problemen führen.

Wieviele Menschen mussten kurzfristig umziehen?

«Wir wissen nicht die genaue Anzahl Menschen», sagt Mühlheim. Aus den Häusern befreit wurden 6 Menschen, 2 Hunde und 3 Katzen.

Ist die Gefahr jetzt gebannt?

«Das Problem hat nicht im Dorf angefangen», sagt ein Spezialist. «Der Fluss hat Material mitgeschleppt, die Kanalisation, Keller und teilweise Häuser überflutet. Die Aufräumarbeiten gestalten sich schwierig, weil alles was unterirdisch ist, nicht so einfach zugänglich ist.» Man sei nicht sicher, was passiere, wenn es heute Nachmittag nochmal regnen. «Viel Material ist bereits gelöst», sagt er. «Wenn es noch einmal regnet, es muss nicht einmal so viel sein, wie gestern, könnte es schnell wieder zu einem Problem werden.»

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