Einreise-Drama um Tennis-Star – Das sagt die serbische Community in der Schweiz zum Fall Djokovic
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Einreise-Drama um Tennis-StarDas sagt die serbische Community in der Schweiz zum Fall Djokovic

Der Djokovic-Krimi geht weiter. Bei den Serben in der Schweiz fallen die Meinungen zum Einreise-Drama in Australien unterschiedlich aus.

von
Shila Ochsner
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Djokovic war letzten Mittwochabend die Einreise am Flughafen in Melbourne verweigert worden. (Archivbild)

Djokovic war letzten Mittwochabend die Einreise am Flughafen in Melbourne verweigert worden. (Archivbild)

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Er konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung, auch ohne Corona-Impfung einreisen zu dürfen, vorlegen.

Er konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung, auch ohne Corona-Impfung einreisen zu dürfen, vorlegen.

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Der 34-Jährige sass deshalb in Melbourne in einem Quarantäne-Hotel. Fans des Tennisspielers demonstrierten in Melbourne.

Der 34-Jährige sass deshalb in Melbourne in einem Quarantäne-Hotel. Fans des Tennisspielers demonstrierten in Melbourne.

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Darum gehts

  • Ob Novak Djokovic am Australian Open teilnehmen kann oder nicht, ist immer noch unklar.

  • 20 Minuten hat Serbinnen und Serben in der Schweiz gefragt, was sie vom Einreise-Drama in Australien halten.

Der Fall Djokovic sorgt seit Tagen für Diskussionen. Bei der serbischen Community in der Schweiz sind die Meinungen dazu geteilt. So sagt die 33-jährige S.* aus Zürich: «Er setzt ein Zeichen gegen Impfzwang. Damit hat er Grösse gezeigt. Das finde ich gut.»

Dass die Angelegenheit nun diese Dimension erreicht, liege daran, dass er ein Prominenter ist. «Wäre er nicht einer der erfolgreichsten Sportler der Welt, würde es niemanden interessieren. Das Ganze wird meiner Meinung nach aufgebauscht», so die 33-Jährige. Als negativ erachtet S. deshalb die Einmischung der Eltern von Novak Djokovic. «Damit wird die Sache noch grösser gemacht, als sie ist. Novak machen sie damit keinen Gefallen.»

A.D.* ist grosser Fan und hofft, dass der Tennis-Star am Australian Open teilnehmen kann. «Ich finde es eine Frechheit, dass er wie ein Krimineller behandelt wird», sagt der 31-Jährige. S.M.* findet, dass man die Emotionen zurückstellen und die Situation nüchtern und juristisch betrachten müsste: «Die Frage ist doch, hat er gegen die Einreisebestimmung verstossen oder nicht.» Sollte er dagegen verstossen haben, gehöre er in den Flieger zurück nach Hause. «Sonst soll er bleiben und Tennis spielen», sagt der 45-Jährige.

«Man hätte ihn zur Rückreise zwingen sollen»

Wenig Verständnis für Djokovics Verhalten hat M.* (36) aus Zürich. «Anstatt eine Vorbildfunktion einzunehmen, will er sich über Gesetze hinwegsetzen und eine Sonderbehandlung erzwingen. Das Ganze ist lächerlich und sein Verhalten ist ein Armutszeugnis.» Seinen Teilsieg vor Gericht hält sie deshalb für falsch. «Man hätte ihn zur Rückreise zwingen sollen.»

Die 31-jährige A.* kritisiert die Reaktion der Eltern an der Pressekonferenz: «Bei der ersten kritischen Frage den Raum zu verlassen, ist peinlich.» Die Vergleiche mit Jesus seien zudem daneben. «Sie wollen ihn als Opfer darstellen. Dabei sind seine Aussagen zur Pandemie äusserst fragwürdig.»

«Sie wollen ihn kreuzigen wie Jesus», sagte Novaks Vater, Srdjan Djokovic, vor ein paar Tagen.

Video: Adriel Monostori

Die Eltern von Novak Djokovic und sein Bruder gaben am Montagnachmittag eine Medienkonferenz, um ihre Seite der Geschichte zu erzählen.

Video: 20min/mk

*Name der Redaktion bekannt

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