Bundesliga: Das sagt Gerardo Seoane vor seinem Bundesliga-Debüt

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Seoane vor Bundesligadebüt«Ich bin immer noch im Hotel direkt auf dem Stadiongelände»

Gleich zu Beginn der neuen Bundesliga-Saison kommt es zum Kracher-Duell zwischen Leverkusen mit Gerardo Seoane und Urs Fischers Union Berlin. Der neue Bayer-Coach freut sich sehr darauf.

von
Nils Hänggi
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Gerardo Seoane ist seit Sommer Trainer von Bayer Leverkusen. 

Gerardo Seoane ist seit Sommer Trainer von Bayer Leverkusen.

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Zusammen mit Urs Fischer (Union Berlin) ist er einer von zwei Schweizer Trainern in der Bundesliga. 

Zusammen mit Urs Fischer (Union Berlin) ist er einer von zwei Schweizer Trainern in der Bundesliga.

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Auf den Start in die Liga freut er sich. 20 Minuten verrät er:  «Wir wollen alles aus unseren Ressourcen herausholen. Das ist das, was wir anstreben.»

Auf den Start in die Liga freut er sich. 20 Minuten verrät er: «Wir wollen alles aus unseren Ressourcen herausholen. Das ist das, was wir anstreben.»

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Darum gehts

  • Am Freitagabend startet die Bundesliga.

  • Bayer Leverkusen trifft mit Coach Gerardo Seoane am Samstag auf Fischers Union.

  • «Wir wollen alles aus unseren Ressourcen herausholen», so der Coach zu 20 Minuten.

Der FC Bayern will die Zehn vollmachen. Zehnmal deutscher Meister nacheinander. Das wärs – für die Münchner. Für den Rest eher weniger. Wird es ein Zweikampf der Bayern mit RB Leipzig oder ein Dreikampf München, Leipzig, Dortmund? Alle drei, und nicht nur die haben einen neuen Trainer. Ja, es wurde fleissig gewechselt in der Fussball-Bundesliga. Kurz: Die neue Saison, sie verspricht Spannung.

Besonders Schweizer Fussball-Fans dürfen sich freuen. 20 Schweizer spielen in der Saison 2021/2022 in der ersten Liga in Deutschland für zehn verschiedene Clubs. Hinzu kommen mit Ilja Kaenzig (Bochum-Manager), Andreas Kronenberg (Freiburg-Goalietrainer), Pirmin Schwegler (Bayern-Chefscout), Martin Schmidt (Mainz-Sportdirektor) und natürlich Urs Fischer (Union-Coach) sowie Gerardo Seoane (Bayer-Trainer) mehrere Verantwortliche.

Die Schweizer in der Bundesliga

  • Bayern München: Pirmin Schwegler (Chefscout)

  • Borussia Dortmund: Gregor Kobel, Marwin Hitz, Roman Bürki, Manuel Akanji

  • Bayer Leverkusen: Gerardo Seoane (Coach)

  • Borussia Mönchengladbach: Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria, Breel Embolo

  • VfL Wolfsburg: Renato Steffen, Admir Mehmedi, Kevin Mbabu

  • Eintracht Frankfurt: Djibril Sow, Steven Zuber

  • Hertha BSC: Ruwen Werthmüller

  • SC Freiburg: Nishan Burkhart, Andreas Kronenberg (Goalietrainer)

  • FSV Mainz: Silvan Widmer, Edimilson Fernandes, Martin Schmidt (Sportdirektor)

  • FC Augsburg: Ruben Vargas

  • Union Berlin: Urs Fischer (Coach)

  • Arminia Bielefeld: Cédric Brunner

  • VfL Bochum: Saulo Decarli, Ilja Kaenzig (Manager)

«Das kann ich seriös nicht beurteilen»

Apropos die beiden Letztgenannten. Am Samstag um 15.30 Uhr (live bei uns im Ticker) spielen sie gleich am ersten Spieltag gegeneinander. 20 Minuten hat mit Ex-YB-Coach Seoane vor dem Saisonstart gesprochen. Der 42-Jährige ist glücklich, dass die Saison jetzt auch in der Liga beginnt. «Meine Vorfreude auf den Wettkampf ist immer da, und jetzt auch ganz speziell auf die Bundesliga. Diesen Schritt nach Deutschland habe ich ja ganz bewusst gemacht», erzählt er. Dass er am Wochenende gleich auf Urs Fischer treffe, mache den Start natürlich noch spezieller. Die exakten Ziele, die er mit Leverkusen verfolgt, will der Coach nicht verraten. Das Wichtigste sei zuerst, dass man gemeinsam zusammenwachse und sich dabei entwickle und verbessere. «Wir wollen alles aus unseren Ressourcen herausholen. Das ist das, was wir anstreben», so Seoane.

An die Zeit bei den Young Boys denkt er manchmal noch zurück. Angesprochen auf die Unterschiede zwischen der Super League und der Bundesliga meint der Coach: «Das kann ich seriös noch nicht beurteilen. Ich habe noch keine Bundesligapartie bestritten.» Die Arbeit auf dem Platz unterscheide sich aber überhaupt nicht. «Fussball wird überall gleich gespielt und meine Trainingsmethoden versuche ich auch in Leverkusen beizubehalten.» Seoane geht es in Deutschland gut. Das merkt man ihm an. Er spricht offen, man fühlt, dass er sich auf die Saison freut.

Der 42-Jährige ist aber nicht nur voller Vorfreude, er ist auch absolut fokussiert. Eine Wohnung oder ein Haus hat er noch nicht. Seitdem er in Leverkusen ist, liegt sein voller Fokus auf dem Fussball. «Ich bin immer noch im Hotel direkt auf dem Stadiongelände», verrät er. «In den ersten fünf, sechs Wochen geht es darum, sich bei der Arbeit kennenzulernen und die Mannschaft zusammenzustellen. Für anderes bleibt da zunächst einmal nicht viel Zeit.» Nicht verwunderlich ist es also, dass er auch nicht weiss, was man als Nichtkenner der Stadt in Leverkusen gesehen haben muss. Seoane lacht und meint: «Ich habe mir nur einmal Zeit genommen, um mir das Bayer-Werk anzuschauen.»

Die Abwehr ist eine Grossbaustelle

Man darf gespannt sein, wie die erste Bundesliga-Saison des Ex-YB-Trainers verläuft. Denn auch wenn Seoane im Gespräch entspannt wirkt – in den bisherigen Testspielen machte Bayer nicht den besten Eindruck. Einem 0:0 gegen den SC Freiburg folgte ein 1:5 gegen den niederländischen Erstligisten FC Utrecht.

Immerhin löste das Seoane-Team die Pflichtaufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Regionalligist Lok Leipzig (3:0) souverän. Mit einem Wermutstropfen: Mit Karim Bellarabi verletzte sich ein Schlüsselspieler und wird wochenlang fehlen. Zudem ist die Abwehr eine Grossbaustelle. Sven und Lars Bender haben ihre Karrieren beendet, Tin Jedvaj und Aleksandar Dragovic verliessen den Verein. Dazu meint Seoane: «Wir hatten im Cupspiel einen seriösen Auftritt, haben das Spiel von Anfang an kontrolliert. Nicht unbedingt dabei geglänzt, aber wir waren sehr gut vorbereitet.»

Union Berlin für Fischer kein Favorit

Der 1. FC Union Berlin bleibt für Trainer Urs Fischer trotz Europacup-Qualifikation und 16 Heimspielen ohne Niederlage zum Saisonstart in der Fussball-Bundesliga ein Underdog. «Ich glaube schon, dass du nur erfolgreich sein kannst mit einer gewissen Zuversicht und mit Mut. Das heisst aber nicht, dass wir den Boden unter den Füssen verlieren. So weit sind wir noch nicht, dass wir die Favoritenrolle ausrufen, wenn wir gegen Leverkusen spielen», sagte der Schweizer vor dem Liga-Auftakt. (nih/dpa)

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