Grossbank: «Wegen der Gesundheit ist es der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt»

Grossbank«Wegen der Gesundheit ist es der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt»

Unruhe bei der Credit Suisse: CEO Thomas Gottstein tritt überraschend zurück. Vorher muss er an seiner wohl letzten Pressekonferenz als Chef noch die roten Zahlen erklären.

von
Fabian Pöschl
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CS-Chef Thomas Gottstein spricht um 10.30 Uhr über das Ergebnis der Bank im zweiten Quartal.

CS-Chef Thomas Gottstein spricht um 10.30 Uhr über das Ergebnis der Bank im zweiten Quartal.

REUTERS
Es wird wohl Gottsteins letzter öffentlicher Auftritt als CS-Chef. Am Mittwoch wurde überraschend sein Abgang bei der Bank auf Ende Juli bekannt.

Es wird wohl Gottsteins letzter öffentlicher Auftritt als CS-Chef. Am Mittwoch wurde überraschend sein Abgang bei der Bank auf Ende Juli bekannt.

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Gottsteins Nachfolger ab August wird Ulrich Körner, derzeit Chef der Asset-Management-Division und zuvor lange bei der UBS.

Gottsteins Nachfolger ab August wird Ulrich Körner, derzeit Chef der Asset-Management-Division und zuvor lange bei der UBS.

Credit Suisse

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Mittwoch, 27.07.2022

Zusammenfassung

Damit ist die Pressekonferenz zu Ende. Schön warst du dabei. Es war wohl der letzte öffentliche Auftritt von Thomas Gottstein als CS-Chef. Er zeigte sich enttäuscht über die hohen Verluste der Bank und sprach über den künftigen Sparkurs, zu dem es im Herbst mehr Infos geben soll. Nun wolle er seinen Nachfolger Ulrich Körner für einen sauberen Übergang eng begleiten. Gottstein zeigt sich überzeugt, dass Körner der richtige Mann ist, um die Bank wieder auf die Erfolgsspur zu bringen.

Fragerunde

Jetzt beginnt die Fragerunde für die Journalisten. Ein Medienvertreter will wissen, wie der Sparkurs der Bank aussieht.

Finanzchef David Mathers sagt: «Die Kostenreduktionsmöglichkeit ist gross, sie wird alle Regionen weltweit betreffen. Ende des nächsten Quartals werden wir mehr dazu sagen.»

Ein Journalist will wissen, warum die CS schon wieder einen Transformationsprozess startet, den dritten in sieben Jahren.

Axel Lehmann sagt: «Wir müssen uns mehr auf unsere Stärken fokussieren. Mehr Details kann ich in drei Monaten geben.»

Ein weiterer Journalist bemerkt, dass Gottsteins Nachfolger Ulrich Körner im Oktober 60 Jahre alt werde, ein Generationswechsel also nicht stattfinde.

Gottstein sagt: «Ueli ist voller Energie. Er wird die Transformation schaffen. Er kann diese Position für fünf oder zehn Jahre innehaben.»

Gottsteins Abschiedsrede

Die CS solle weniger komplex werden und mit einem Sparkurs die absoluten Kosten mittelfristig auf 15,5 Milliarden senken, sagt Gottstein. Nun sagt er seine Abschiedsworte: «Es war ein absolutes Privileg. Als ich in London 1999 bei der CS begann, war ich immer stolz auf das berühmte CS-Flair. Trotz den Herausforderungen mit der Covid-Krise, den Problemen im vergangenen Jahr und dem Ukraine-Krieg machten wir grosse Fortschritte, haben die Transformation gestartet und unsere Risikokultur fundamental überarbeitet. Ich habe viel mit Axel Lehmann über die Zukunft der Bank gesprochen, auch aus Rücksicht auf die Gesundheit ist es jetzt der richtige Zeitpunkt, zurückzutreten und mit vollem Herzen meinen Nachfolger zu unterstützen. Wir sind auf dem richtigen Weg, die Credit Suisse zurück auf eine Premiumposition zu bringen. Viele der 55'000 Angestellten wurden Kollegen von mir und wir bleiben in Kontakt. Ueli Körner ist ein exzellenter Nachfolger mit viel Erfahrung bei der Credit Suisse. Ich werde in den kommenden Wochen eng mit ihm zusammenarbeiten, um einen sauberen Übergang zu garantieren.»

Gottstein spricht über die Ergebnisse der einzelnen CS-Sparten, hebt die hohe Liquidität der CS hervor. «Wir haben sehr solide flüssige Mittel», sagt Gottstein. Nun soll die Bank die digitale Transformation schaffen für langfristiges Wachstum und eine höhere Kosteneffizienz.

Jetzt spricht Thomas Gottstein

Der abtretende CEO Thomas Gottstein spricht über den Milliardenverlust im zweiten Quartal: «Das ist klar enttäuschend und spiegelt nicht unsere Stärke wider. Wir müssen – und ich bin überzeugt, dass wir das können – die Credit Suisse in die Premiumposition zurückbringen.»

Credit Suisse

Lehmann dankt Thomas Gottstein für seine Arbeit. Alle Parteien der Bank seien sich aber sicher, dass es jetzt eine neue Führung brauche. Nachfolger Ulrich Körner bringe viel Erfahrung in leitenden Positionen bei der CS und der UBS und in den Kerngeschäften der Bank mit.

Verwaltungsratschef Axel Lehmann beginnt die Pressekonferenz. «Unsere Bank braucht Veränderung», sagt Lehmann. Die enttäuschenden Ergebnisse im zweiten Quartal hätten die Anstrengungen noch beschleunigt. Die CS soll durch den vorgenommenen Sparkurs einfacher, aber stärker werden, so Lehmann.

Jetzt gehts los

CS-CEO Thomas Gottstein, Verwaltungsratschef Axel Lehmann und Finanzchef David Mathers sind da. Jeden Moment kann die Pressekonferenz losgehen. Schön bist du dabei.

Um 10.30 Uhr gehts los

Die Pressekonferenz beginnt um 10.30 Uhr. Teilnehmer sind CEO Thomas Gottstein und Finanzchef David Mathers. Sie werden über das Geschäft der CS im zweiten Quartal berichten.

Milliardenverlust, Chef- und Strategiewechsel

Die Credit Suisse (CS) hat im zweiten Quartal einen massiven Verlust von 1,6 Milliarden Franken verbucht. Grund dafür soll vor allem das negative Ergebnis im Investment-Geschäft sein. Es leidet unter den schwierigen geopolitischen, makroökonomischen und marktspezifischen Herausforderungen, wie die CS mitteilt.

Gleichzeitig gab die Schweizer Bank einen überraschenden Wechsel an der Spitze bekannt. Ulrich Körner wird ab August Nachfolger von CEO Thomas Gottstein. Körner ist derzeit noch Chef der Asset-Management-Division und war zuvor lange bei der UBS tätig.

Zudem kündigte die CS eine «umfassende Strategieüberprüfung» an. Die Kostenbasis will die Bank mittelfristig auf unter 15,5 Milliarden Franken senken. Ausserdem will sie das Vermögensverwaltungsgeschäft und das Asset Management stärken.

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