Gegen halal und koscher: Das Schächten wird verboten
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Gegen halal und koscherDas Schächten wird verboten

Das Schlachten von Tieren ohne Betäubung wird zukünftig in den Niederlanden nicht mehr erlaubt sein. Muslime und Juden sind empört. Es sei ein Schritt gegen die Religionsfreiheit.

Im einzigen muslimischen Schlachtgrossbetrieb der Schweiz, Günes Fleischgrosshandel in Buckten BL, werden Schafe nach der Halal-Methode, aber mit vorgängiger Betäubung geschächtet.

Im einzigen muslimischen Schlachtgrossbetrieb der Schweiz, Günes Fleischgrosshandel in Buckten BL, werden Schafe nach der Halal-Methode, aber mit vorgängiger Betäubung geschächtet.

Trotz heftiger Proteste von Juden und Muslimen werden in den Niederlanden Schächtungen verboten. Mit deutlicher Mehrheit stimmte das Parlament in Den Haag am Dienstag für eine entsprechende Verordnung, die das Schlachten von Tieren ohne Betäubung untersagt.

Das Schächten ist Gläubigen sowohl im Islam als auch im Judentum vorgeschrieben. Vertreter beider Religionsgemeinschaften hatten vergeblich versucht, das Parlament umzustimmen.

Der Beschluss sei «ein Schlag nicht allein für die Juden, sondern für alle Gläubigen, denn er steht im Widerspruch zur Religionsfreiheit», sagte der Sprecher der Jüdischen Gemeinde von Amsterdam, Ronnie Eisenmann. Die Organisation Muslime und Regierung erklärte, durch das Verbot würden Muslime und auch Juden vom Staat «abqualifiziert als Menschen, die etwas Schlechtes tun».

Ausbluten lassen

Beim Schächten werden Tiere wie Hühner, Schafe oder Rinder mit einem besonders scharfen Messer mit einem einzigen Halsschnitt getötet, der die grossen Blutgefässe sowie Luft- und Speiseröhre durchtrennt. Man lässt sie dann ausbluten, da der Verzehr von Blut im Judentum und im Islam untersagt ist.

Die Partei für die Tiere (PvdD), die zwei der 150 Abgeordneten stellt, hatte dies als nicht akzeptable Tierquälerei bezeichnet. Für das von mehreren Parteien - darunter den Sozialdemokraten, den Liberalen und den Grünen - unterstützte Verbot stimmten 116 Abgeordnete, 30 votierten dagegen.

Ausnahmen zugelassen

Allerdings wurde angesichts von Protesten jüdischer und islamischer Geistlicher in den Niederlanden sowie zahlreichen anderen Staaten - darunter die USA und Israel - die Möglichkeit von Ausnahmegenehmigungen zugelassen.

Dadurch sollen Schächtungen in Einzelfällen erlaubt werden können, wenn Antragsteller nachweisen, dass die Schlachtung per Halsschnitt so ausgeführt wird, dass den Tieren im Vergleich zu herkömmlichen Methoden mit Betäubung nicht zusätzliches Leid zugefügt wird. Ob ein solcher Nachweis geführt werden kann, ist jedoch umstritten.

In der Schweiz wurde das Schächten im Jahr 1893 verboten. 1973 nahm das Volk in einer Abstimmung eine Verfassungsänderung an, die das Schächtverbot aus der Verfassung strich. Es lebte aber im Tierschutzgesetz weiter. Allerdings beschränkt sich das Verbot hier auf Säugetiere; Geflügel darf geschächtet werden. (sda)

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