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American ApparelDas Schamhaar des Anstosses

Die US-Kleidermarke «American Apparel» provoziert erneut mit einer Kampagne. Diesmal geht es um Körperbehaarung unter der Gürtellinie.

von
mor

Wenn «American Apparel» eine neue Werbekampagne lanciert, ist eine Provokation schon vorprogrammiert. Nichts Neues sind halbnackte Models in anrüchigen Posen mit durchsichtigen Oberteilen, die Brustwarzen hervorblitzen lassen. Viel provozierender als jede Brustwarze der Welt scheint aber weibliche Körperbehaarung zu sein.

Da wäre beispielsweise Eva, Model aus der aktuellen AA-Werbekampagne. Eigentlich rührt sie für ein Tank-Top die Werbetrommel; doch mit ihren über dem Kopf verschränkten Armen leitet sie die gesamte Aufmerksamkeit mit auf ihre Achselhöhlen. Das heraufbeschworene Problem sind nun die feinen stoppeligen Härchen, die wohl aus einer mehrtägigem ausgelassenen Rasur resultieren.

Bei einem anderen aktuellen Werbesujet ist klar zu erkennen, dass das Model kein Freund von Brazilian-Waxing ist. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist dies einen kleineren Aufschrei wert und sorgt in vielen Werbe-Blogs des Webs für heftige Diskussionen.

Wird dies dem «American Apparel»-Gründer Dov Charney auch nur ein kleines Bisschen stören? Wohl kaum - die ihm entgegengebrachte Aufmerksamkeit dürfte ihm sicherlich sehr gefallen (siehe Info-Box).

Die wunderbare Welt des «American Apperal»-Gründers Dov Charney.

Dov Charney sieht nicht nur aus wie ein Pornostar aus den Siebziger Jahren, er benimmt sich auch wie einer. Die Fotos für die Kampagnen werden meist von ihm selbst in eigenen Apartment geknipst. Charney wurde auch schon etliche Male von seinen Angestellten wegen sexueller Belästigung angezeigt und nennt seine fleissigen Arbeiterinnen auch gerne einmal «Sluts» (Schlampen) oder «Whores» (Huren). Während eines Interviews mit einer US-Journalistin fühlte sich Dov Charney scheinbar so wohl, dass er sein bestes Stück hervorholte und zu onanieren begann.

Der Name Dov Charney steht aber nicht nur für einen Designer mit leicht perversen Zügen, sondern auch für Fair Trade. Die Kleider der «American Apparel»-Kollektion werden allesamt in den USA unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt.

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