Stille Kollegen: Das Schweigen der Radprofis
Aktualisiert

Stille KollegenDas Schweigen der Radprofis

Fabian Cancellara und Co. sind bekannt dafür, dass sie viel twittern. Über die Doping-Vorwürfe gegen Fränk Schleck verlieren sie im Kurzmitteilungsdienst aber kein Wort.

von
Herbie Egli

Mal kurz eine Nachricht verfassen, die maximal 140 Zeichen enthält und eventuell noch ein paar Bilder anhängen. Radprofis nutzen den Kurznachrichtendienst Twitter rege. Sie berichten über Erlebnisse der einzelnen Etappen oder was sonst gerade passiert. Am zweiten Ruhetag hätten sie nach den Doping-Vorwürfen gegen Fränk Schleck genügend Zeit gehabt, dies zu tun. Einige taten es, aber ohne ein Wort darüber zu schreiben.

Auf dem offiziellen Twitter-Account des RadioShack-Nissan-Teams stand zum Beispiel, dass Ruhetage meist nicht so erholsam sind. Damit meinten sie aber nicht den Trubel, den ihnen Schleck eingebrockt hat. Sondern es waren Bilder zu sehen, die Velomechaniker bei der Arbeit zeigen. Teamkollege Jens Voigt ging schon eher etwas auf das Thema ein: «Lasst uns rausgehen und diese Etappe fahren. Dies nach einem ziemlich stressigen Ruhetag, den wir hatten.»

Fabian Cancellara, der ebenfalls für RadioShack-Nissan fährt, ist seit letztem Donnerstag nicht mehr dabei und äussert sich auch nicht über die Doping-Vorwürfe. Sein letzter Eintrag handelt davon, dass es ein spezieller Moment sei, wenn du das Krankenhaus mit der Familie verlässt. Am Freitag seien sie noch zu dritt gewesen, jetzt zu viert. Neben dem neuerlichen Vaterglück bereitet sich Cancellara in der Schweiz auf die Olympischen Spiele vor.

Favoriten erwähnen kein Wort

Auch die Tour-Leader twittern zwar wie üblich, das Thema Schleck wird aber nicht aufgegriffen. «Ich bin sprachlos», schreibt Gesamtleader Bradley Wiggins. Er ist aber nicht entsetzt, sondern freut sich über ein Geschenk in Form von Glückwünschen mit Unterschrift, das er «vom grossen Miguel Indurain» erhalten hat. Auch Cadel Evans hat sich zu Wort gemeldet und berichtet von einem schönem Abschluss des Ruhetages. Er meint aber ebenfalls nicht die Geschichte mit Schleck, sondern schickt Bilder mit, die ihn und Teamkollegen auf einer Wiese zeigen.

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