2 Frauen & 4 Herren: Das Schweizer Sextett für das WM-Finale
Aktualisiert

2 Frauen & 4 HerrenDas Schweizer Sextett für das WM-Finale

Das Slalom-Weekend bildet den Abschluss der Ski-WM in Schladming. Vier junge Wilde und zwei Routiniers vertreten die Schweiz beim Finale der Titelkämpfe.

von
Marcel Allemann
Schladming

Markus Vogel, Wendy Holdener und Ramon Zenhäusern fiebern den letzten WM-Rennen entgegen. (Video: 20 Minuten Online)

Die Ski-WM in Schladming geht mit den Slaloms zu Ende. Die Frauen fahren am Samstag, die Herren am Sonntag. Die Schweiz ist mit einem Sextett vertreten.

Wendy Holdener (19)

Beharrlich und mit einer beeindruckenden Konstanz nähert sich die Schwyzerin der Weltspitze. Unlängst lieferte sie die beiden besten Resultate ihrer noch jungen Karriere ab: Rang 9 beim Slalom in Semmering, Platz 4 beim Parallel-Slalom in Moskau. Dadurch ist Holdener in der Weltcupstartliste auf die 14. Position vorgerückt. «Je weiter vorne man starten kann, umso einfacher wird es, auch bessere Ergebnisse einzufahren», sagt sie. Der ganz grosse Coup ist der «Miss Zuverlässig» (im Weltcup diese Saison nie ausgeschieden) im diesjährigen WM-Slalom zwar noch nicht zuzutrauen, aber ihr gehört zweifellos die Zukunft.

WM-Potenzial: Top 10.

Michelle Gisin (19)

Die jüngere Schwester von Dominique und Marc Gisin gehört zu den grossen Aufsteigerinnen dieses Winters. Mit Pauken und Trompeten machte die Engelbergerin auf sich aufmerksam: In ihrem zweiten Weltcuprennen in Flachau fuhr Gisin mit einer sensationellen Laufbestzeit im zweiten Durchgang auf Rang 9 vor. Nun steht ihr erstes WM-Rennen an, noch bevor sie ab nächster Woche erstmals an einer Junioren-WM teilnimmt. «Ich freue mich wahnsinnig», so die Innerschweizerin. Eine konkrete Rangierung will Gisin nicht ins Visier nehmen. Ihr Plan: «Ich will es geniessen und zeigen was ich kann – dann kommt es gut.»

WM-Potenzial: Top 15.

Markus Vogel (27)

Er ist ein Spätzünder, erst in den letzten zwei Jahren hat sich der Nidwaldner Schritt für Schritt der Weltspitze genähert. Seine Bestrangierung schaffte er vor zwei Monaten mit Rang 6 in Madonna di Campiglio. Danach wurde Vogel jedoch etwas fahrig und zog einige schwächere Rennen ein. «Die Erwartungen steigen, wenn man sieht, dass nicht mehr viel bis ganz nach vorne fehlt. Vielleicht habe ich zuviel gewollt und habe dadurch kopflos angriffen.» Am Sonntag will er wieder mit Köpfchen Vollgas geben.

WM-Potenzial: Top 10.

Marc Gini (28)

Der Bündner hat eine schwierige Zeit hinter sich, er verpasste wegen einem Knorpelschaden im Knie die gesamte letzte Saison, im Sommer wusste er noch nicht einmal, ob er seine Karriere überhaupt würde fortsetzen können. Zwar gestaltete sich auch die aktuelle Comeback-Saison nicht gerade einfach für Gini, die Nachwirkungen seiner gravierenden Verletzung liessen oft nur reduzierte Trainings zu. Doch inzwischen strahlt er wieder viel Optimismus aus und in den verbleibenden Rennen will sich Gini eine gute Grundlage für die Vorbereitung des nächsten Winters erarbeiten. Da wäre ein gutes WM-Rennen natürlich Gold wert.

WM-Potenzial: Top 15.

Ramon Zenhäusern (20)

Der Aufsteiger der Saison im Schweizer Slalom-Team schaffte es zwei Mal in die Top 30 und verdiente sich so seine erste WM-Qualifikation. «Ein Traum wird wahr. Und damit habe ich jetzt schon meinen Vater geschlagen, dieser brachte es 'nur' an die WM der Skilehrer», sagt der Walliser lachend. Wegen seiner imposanten Körpergrösse von 2 Metern ist Zenhäusern einer der Auffälligsten aller WM-Teilnehmer. Sein Rennen will er mit der nötigen Gelassenheit angehen: «Ich kann unbeschwert fahren, habe keinen Druck.»

WM-Potenzial: Top 20.

Reto Schmidiger (20)

Der dreifache Junioren-Weltmeister war einer der aufgehenden Sterne am Schweizer Slalom-Himmel in den zwei Jahren zuvor. Doch in diesem Winter musste er erstmals einen Rückschlag hinnehmen: «Das war eine völlig neue Situation für mich, zuvor ging es bei mir stets aufwärts.» Nach seinem schlechten Start in die Saison war das Selbstvertrauen des Nidwaldners am Tiefpunkt angelangt: «Ich stand jeweils am Start und wusste bereits im Voraus, dass dies wohl nichts wird.» Schliesslich unterbrach «Schmidi» die Weltcupsaison und baute sich neu auf. «Inzwischen ist das Gefühl wieder gut, ich habe es auf ein gutes Level zurück geschafft.» Und dies will er nun auch im WM-Slalom gerne zeigen.

WM-Potenzial: Top 20.

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