Von 1 bis 99: Das seltsame Spiel mit den hohen Nummern
Aktualisiert

Von 1 bis 99Das seltsame Spiel mit den hohen Nummern

Samuel Eto'o trägt bei Anschi Machatschkala die 99, Gökhan Inler läuft mit der 88 auf und Mario Frick trug gegen die Schweiz gar die 100. Wieso gibts diese Nummern in der Axpo Super League nicht?

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Gökhan Inler mit der 88, Samuel Eto'o und Antonio Cassano mit der 99, Robinho mit der 70, Anatoli Timoschtschuk mit der 44: Beim Eishockey ist sich der Zuschauer Rückennumern jenseits der 30er-Grenze gewohnt, im Fussball muten die hohen Zahlen auf den Rücken der Spieler aber schon etwas seltsam an.

Wann die Rückennummern im Fussball eingeführt wurden, ist nicht mehr ganz klar. Sicher ist nur, dass es irgendwann in der Zwischenkriegszeit in England, dem Mutterland des Fussballs, geschah. Eine der ersten Partien, bei denen Rückennummern getragen wurden, war der englische Cupfinal 1933 zwischen Everton und Manchester City. Die Spieler konnten so von Fans und Schiedsrichtern besser unterschieden werden. Die Everton-Spieler wurden von 1 bis 11 durchnummeriert, diejenigen von Manchester von 12 bis 22. Schnell wurde klar, dass dieses System nicht ideal war. Ab 1939 waren für alle Mannschaften Rückennummern von 1 bis 11 Pflicht.

Zu Beginn eines Spiels spielten die Nummern 1 bis 11 und diese entsprachen den taktischen Positionen auf dem Feld. Der Torhüter hatte stets die 1, der Spielmacher die 10 und die Stürmer die 9 und die 11. So spricht man bespielsweise auch heute noch von der Sechserposition und meint damit einen defensiven Mitfelspieler. Mit einigen Ausnahmen bei der «taktischen» Nummernvergabe - Johan Cruyff trug bei der WM 1974 in Deutschland beispielsweise die 14 - wurde dieses System bis in die 90er-Jahre beibehalten. Erst dann wurden den Spielern feste Rückennummern zugeteilt und der Namensschriftzug darüber aufgedruckt.

Ligen mit unterschiedlichem Reglement

Die Fifa machte bei der Wahl der Rückennummern schnell bestimmte Einschränkungen. International sind nur maximal zweistellige Rückennummern erlaubt. Ausnahmen machte der Weltfussballverband allerdings beim 100. Länderspiel von Andreas Herzog oder Mario Frick. Sie liefen bei ihrem Jubiläum mit der 100 auf. Ansonsten stünde den Spielern die Wahl der Nummer eigentlich frei, falls die nationalen Verbände nicht eigene Beschränkungen einführen.

Und genau das tun sie. In der Schweiz sind nur die Nummern 1 bis 35 erlaubt. Die 1 und die 18 sind fix an die Torhüter vergeben. Auch in der Bundesliga gibt es neuerdings Einschränkungen. Seit dieser Saison sind Rückennummern über 40 verboten. Nur wer schon in der Vorsaison eine höhere Ziffer auf dem Rücken trug, durfte sie behalten. So kann Bayerns Anatoli Timoschtschuk weiterhin mit der 44 spielen. In England geht die Nummerierung der Spieler auf dem Matchblatt bis 45, in Italien gibt es genau wie in Spanien keine eigenen Beschränkungen.

Im Nati-Dress nur die Nummern 1 bis 23

Bei internationalen Turnieren wie Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften ist die Fifa sehr strikt. Seit 2008 sind die Rückennummern fortlaufend. Die 23 Spieler, die das Kader maximal umfasst, sind durchnummeriert. Gökhan Inler muss im Nati-Dress also auf seine 88 verzichten und hat auch gegen Bulgarien wie gewohnt die 8 getragen.

Nach der Euro 2008 wollte die Fifa übrigens die alten Verhältnisse wieder herstellen. Es war geplant, dass die Spieler keine fixen Rückennummern mehr tragen dürfen und dass die Nummern 1 bis 11 für die Startelf reserviert sein müssten. Der Protest aus Fan-, Marketing- und Spielerkreisen war aber zu gross, die Fifa musste zurückkrebsen.

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