Wieder nicht belohnt: Das «Sieger-Gen» fehlt noch immer
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Wieder nicht belohntDas «Sieger-Gen» fehlt noch immer

Trotz klarem Chancenplus kam YB gegen Fenerbahce Istanbul nicht über ein 2:2 hinaus. Wieder einmal scheinen die Berner auf der europäischen Bühne zu scheitern.

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Bundesliga-Rückkehrer Christoph Spycher im Zweikampf mit Fenerbahces Alex de Souza. (Bild: Keystone)

Bundesliga-Rückkehrer Christoph Spycher im Zweikampf mit Fenerbahces Alex de Souza. (Bild: Keystone)

«Nach dä Stärnä griffä», stand vor der Partie in grossen Buchstaben auf einem Transparent der YB-Fans. Doch nach dem Hinspiel der vorletzten Champions-League-Quali-Runde blieb den Berner Anhängern nur die Enttäuschung. YB zeigte gegen das wesentlich stärker eingestufte Fenerbahce Istanbul zwar einen beherzten Auftritt und konnte vor allem in der Offensive überzugen. Doch trotz den besseren Torchancen und mehr Spielanteilen reichte es dem Schweizer Vizemeister am Schluss nur zu einem 2:2-Unentschieden. «Wir hätten mehr verdient als ein Remis. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir letztmals so viele Chancen hatten», stellte YB-Sportchef Alain Baumann enttäuscht fest.

Nach diesem Spiel der verpassten Chancen ist die Ausgangslage fürs Rückspiel nun alles andere als komfortabel. YB braucht einen Sieg oder zumindest ein 3:3, um sich doch nur für die CL-Playoffs zu qualifizieren. Bislang hat in zehn Anläufen aber noch kein Schweizer Team ein Europacup-Spiel in Istanbul gewonnen. Im Hexenkessel Sükrü Saraçoglu darf man von Fenerbahce ausserdem einen anderen Auftritt erwarten als gestern im Stade de Suisse. Viel wahrscheinlicher als der Griff nach den Sternen ist, dass YB nach dem Rückspiel vom kommenden Mittwoch in den Europa-League-Playoffs um den Verbleib im internationalen Geschäft wird kämpfen müssen. Noch nie erreichten die Berner die Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs.

Oft versucht, immer gescheitert

Wieder einmal scheint YB in den wirklich wichtigen Momenten das «Siegergen» zu fehlen. Schon in den vergangenen Jahren sind die Gelb-Schwarzen immer wieder kurz vor dem grossen Ziel gescheitert. 2006 und 2009 stand der FC Sion im Cupfinal den Bernern vor der Sonne, 2008 und 2010 platzte in der Meisterschafts-Finalissima der Traum vom ersten Titel seit 1987. Auch in den europäischen Wettbewerben schrammte YB zuletzt sechsmal in Serie an einem Achtungserfolg vorbei.

Im Vorjahr schieden die Berner in der 3. Runde der Europa-Leauge-Quali gegen Athletic Bilbao aus der spanischen Primera Division aus. Trotz eines 1:0-Auswärtserfolg reichte es zum Schluss knapp nicht, die Spanier setzten sich dank einem 2:1-Sieg im Stade de Suisse dank der Auswärtstore-Regel doch noch durch. 2007 und 2008 verpasste YB nach einem Unentschieden im Heimspiel gegen Lens und Brügge den Sprung in die Gruppenphase des damaligen Uefa Cups.

Offene Rechnung mit Europa

Auch 2006 war das Glück nicht auf der Seite der Berner. Wie schon im Jahr zuvor war Olympique Marseille in der Uefa-Cup-Qualifikation ein Nummer zu gross. Im Hinspiel erkämpfte sich YB nach dreimaligem Rückstand zwar noch ein 3:3, wegen des torlosen Remis im Rückspiel schied das Team des damaligen Trainers Gernot Rohr aus. 2004 war in der 2. Runde der Champions-League-Quali gegen Roter Stern Belgrad nach einem 2:2 zu Hause und einem 0:3 in Belgrad Endstation.

YB hat mit Europa also noch immer eine Rechnung offen. Auch wenn es gegen Fenerbahce Istanbul nicht reichen sollte, hat man in der Qualifikation zur Europa League immer noch die Chance, erstmals in die Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs vorzustossen.

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