Shoppen mit gutem Gewissen: Das sind die Alternativen zu Fast Fashion
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Shoppen mit gutem GewissenDas sind die Alternativen zu Fast Fashion

Sich von grossen Modeketten unabhängig zu machen, ohne viel Geld auszugeben, ist möglich. Fünf Alternativen.

von
vay
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Laut Konsum-Expertin Christine Schäfer vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) wünschen sich Kunden beim Kleiderkauf mehr Transparenz und Nachhaltigkeit. Bis sich das im Massenmarkt durchgesetzt hat, könnte es aber noch Jahre dauern.

Laut Konsum-Expertin Christine Schäfer vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) wünschen sich Kunden beim Kleiderkauf mehr Transparenz und Nachhaltigkeit. Bis sich das im Massenmarkt durchgesetzt hat, könnte es aber noch Jahre dauern.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Was können Konsumenten also heute schon tun? Hier sind fünf Alternativen zum Shopping bei Moderiesen:

Was können Konsumenten also heute schon tun? Hier sind fünf Alternativen zum Shopping bei Moderiesen:

Keystone/Alessandro Della Bella
 Kleider aus zweiter Hand kaufenWer gebrauchte Kleider kauft, spart Ressourcen, denn die Textilien werden weiter gebraucht, statt weggeworfen. Auch das Bankkonto wird geschont. Das negative Image von Kleidung aus zweiter Hand ist laut Schäfer im Wandel: «Die Konsumenten wünschen sich Individualität und mit Vintage-Stücken erhalten sie diese.»

Kleider aus zweiter Hand kaufenWer gebrauchte Kleider kauft, spart Ressourcen, denn die Textilien werden weiter gebraucht, statt weggeworfen. Auch das Bankkonto wird geschont. Das negative Image von Kleidung aus zweiter Hand ist laut Schäfer im Wandel: «Die Konsumenten wünschen sich Individualität und mit Vintage-Stücken erhalten sie diese.»

Keystone/Peter Klaunzer

Modeketten lassen ihre Kleider oft unter umweltschädlichen und ausbeuterischen Zuständen in Billiglohnländern produzieren. Erst Mitte Oktober wurde bekannt, dass in einer Textilfabrik, in der auch Lidl-Kleider produziert wurden, ein Schlägertrupp Arbeiterinnen attackiert haben soll.

Die Verunsicherung bei den Konsumenten ist daher gross. Laut Konsum-Expertin Christine Schäfer vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) wünschen sich Kunden beim Kleiderkauf mehr Transparenz und Nachhaltigkeit. Bis sich das im Massenmarkt durchgesetzt hat, könnte es aber noch Jahre dauern. Was können Konsumenten also heute schon tun? Hier sind fünf Alternativen zum Shopping bei Moderiesen:

• Kleider aus zweiter Hand kaufen

Wer gebrauchte Kleider kauft, spart Ressourcen, denn die Textilien werden weiter gebraucht statt weggeworfen. Auch das Bankkonto wird geschont. Das negative Image von Kleidung aus zweiter Hand ist laut Schäfer im Wandel: «Die Konsumenten wünschen sich Individualität und mit Vintage-Stücken erhalten sie diese. Wenn Verkäufer die Kleidung dann noch mit einem ‹Pre-Loved›-Etikett versehen, erhalten sie einen emotionalen Wert.» Das Geschäft mit Secondhand soll laut dem Resale Report 2018 in Zukunft 24-mal schneller wachsen als der klassische Kleiderhandel.

• Kleider mieten

Besonders wenn es um spezielle Anlässe wie Feste geht, bietet es sich an, Kleider zu mieten statt neue zu kaufen, die nach einmaligem Tragen im Schrank verstauben und bald darauf in der Kleidersammlung landen. In der Schweiz kann man sich bei Anbietern wie Fashion Emergency oder Kleihd Festtagskleidung leihen. Bei vielen Mietangeboten ist die Reinigung und Rücksendung der Kleidungsstücke schon im Mietpreis inbegriffen.

• Kleider abonnieren

Dieses Konzept ähnelt dem des Kleidermietens. Der Unterschied besteht darin, dass man eine ganze Garderobe oder mehrere Outfits mietet und dafür pro Tag, Woche oder Monat eine Abo-Gebühr zahlt. In den USA und China ist dieses Modell der Sharing Economy schon verbreitet: Alibaba und Amazon investieren laut BBC bereits in Kleider-Leih-Start-ups wie Rent The Runway und YCloset. In der Schweiz ist das Angebot an Kleider-Abos noch relativ dürftig. Im Bereich von Baby-Kleidern gibt es ein Start-up namens Babybox.

• Kleider von Fair-Fashion-Labels

Bei Fair-Fashion-Labels einzukaufen, ist die teuerste Alternative, aber auch die bequemste. Voraussetzung ist, man kennt sich im Label-Dschungel etwas aus und weiss, was man will. Da Nachhaltigkeit auch eine Marketing-Strategie ist, wird von manchen Marken Greenwashing betrieben. Auf den Internetseiten der Clean Clothing Campaign und von Fashion Revolution erhält man Informationen zu verschiedenen Labels und Zertifikaten. Auch Apps wie Good On You helfen dabei, faire Hersteller zu finden.

• Kleider tauschen

Dank privaten Kleidertauschpartys oder von Walk-in-Closet Schweiz organisierten Events kann man Kleider, die einem nicht mehr gefallen oder passen, gegen andere tauschen. Wer an einem Kleidertausch teilnimmt, bringt zum Beispiel eine Jeans mit und geht mit einem Pullover eines anderen Teilnehmers nach Hause. Viele dieser Events sind gratis oder haben einen tiefen Eintrittspreis.

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